10 | Hochzeitsglocken

Was bisher geschah:
Aus Sarah MC Carters Sicht

„Woher weißt du, dass ich die Zeit zurück drehen kann?“ „Sagen wir so, es hat mir ein Dämon verraten, der verhindern möchte, dass meine Eltern sterben. Wir beide sind zwar von Grund auf verschieden, doch haben wir in diesem Punkt dieselben Ziele.“ Ok langsam wurde mir alles zu viel und ich merkte, wie mein Puls langsam höher wurde und mein Herz anfing stärker zu pochen. „Ich danke dir für alles Sarah.“ Mit diesen Worten verabschiedete er sich wieder. Genauso plötzlich, wie er erschienen war. Nachdenklich blickte ich in die Menge, die nun auf den Weg waren auf die Jacht zusteigen... Würde nun die bevorstehende Gefahr eintreten?

10.3. Ruhe vor dem Sturm

Aus der Sicht von Diwght
Als ich alleine in der Wohnung war, kramte ich die Spritze aus einem Schrank heraus, um ein bisschen von meinem Blut in die Pumpe zufüllen. Ein kurzer Stich, ein kurzer Schmerz, danach war alles vorbei. Nachdem ich die Spritze mit meinem eigenen Blut gefüllt hatte, legte ich die Spritze in eine Schublade vom Wohnzimmerschrank. Unerwartet tauchte Madison, meine Freundin auf: „Gott sei Dank. Du lebst“, seufzte Madison erleichtert und drückte mich fest vor Erleichterung. Mit gemischten Gefühlen strich ich ihr durch ihre weichen blonden Haare und stützte mein Kinn auf ihren Kopf. Hoffentlich merkte sie nicht, dass ich mich verändert hatte. Hoffentlich - Quatsch, sie war ein Dämon und würde mich sofort entlarven können.

Aus der Sicht von Madison
Während ich mich noch an Dwights Oberkörper schmiegte, konnte ich keinen Puls spüren und wurde stutzig. Als ich mein Ohr an seine Brust legte, war auch kein Herzschlag zu hören. Was war mit Dwight geschehen? Verunsichert blickte ich zu ihm hoch und sah seinen verunsicherten Gesichtsausdruck. Irgendetwas verschwieg er mir und ich wünschte mir, die folgenden Worte nie gehört zu haben. „Ich kann dir leider nichts vormachen. Auch wenn ich das wollte, du hättest es früher oder später herausgefunden“ Zögerlich trat ich einige Schritte zurück. „Ich musste mein Vater retten und daher habe ich mich zu einem Vampir wandeln lassen. Ja so war es nicht geplant, da ich ja lediglich nur das Blut eines Vampirs nehmen sollte, aber ich wusste erst einige Tage zuvor, dass mein Dad in Gefahr schweben würde.“ Kopfschüttelnd sah ich in seine traurigen Augen. „Zeig mir dein wahres Gesicht“, forderte ich ihn auf und bekam eine furchteinflößende Gestalt zu Gesicht. Nein, dass konnte doch nicht sein. Warum konnte er seinen Vater nicht einfach so helfen? Musste er wirklich diesen Schritt gehen? Er wusste doch selbst, dass es fast keine Möglichkeit gab, sich zurück zu wandeln…

Aus der Sicht von Sarah McCarter
Schnell versuchte ich mich noch zwischen die Gäste zu drängen um nicht aufzufallen, weil ich ja eigentlich kein eingeladener Gast war. Leider scheiterte ich beim Versuch unauffällig zu bleiben, da ich ausversehen über einen Fuß stolperte und unsanft zu Boden fiel. Ein großer dunkelhaariger Mann, drehte sich erschrocken zu mir und half mir beim Aufstehen. „Oh, Entschuldigung. Ich habe sie gar nicht gesehen. Warte, ich helfe ihnen aufzustehen.“ Mir war das so unangenehm und peinlich, dass ich ihn kaum in die Augen sehen konnte. Dieser lächelte mich an und meinte, dass er als wieder gut Machung ein Drink mit mir trinken wollte. Ich war doch diejenige, die sich entschuldigen sollte und nicht er. Da ich nicht wirklich auffallen wollte, nahm ich sein Angebot an und wich dem Brautpaar vorerst  aus dem Weg. Als der Mann mir ein Glas mit Sekt reichte, stellte er sich noch im selben Atemzug vor, „Mein Name ist Hugh und wie ist Ihrer?“ Zögerlich offenbarte ich meinen Namen und hoffte, dass ich mich nun nicht verraten hatte. „Sarah McCarter.“ Ich wollte das Gespräch nicht unnötig in die Länge ziehen. Nur ein Getränk und gleich sollte ich Tyler aufsuchen um die Sache mit Dwight zu klären. Bis jetzt war ich ja nur auf der Flucht gewesen. „Woher kennen sie denn das Brautpaar?“, fragte er mich und nahm ein Schluck aus dem Sektglas. Nein, die Frage musste ja kommen. Was sollte ich denn Antworten?

„Äh.. ja… Wir kennen uns durch..“ fing ich stotternd an und merkte, wie Hugh auf einmal nervöser wurde. „Ist was?“, fragte ich ihn und lenkte sofort von seiner Frage ab. „Nichts, es ist nichts. Aber Sarah, ich muss jetzt gehen. Das Schiff fährt jetzt gleich los und ich bin etwas Seekrank. Daher vermeide ich, den Start. War schön sie kennengelernt zu haben. Bis später.“ Dann verschwand er und ließ mich alleine stehen. Unerwartet tippte mich eine Person an. Als ich mich verwundert zu ihm drehte erblickte ich einen fast glatzköpfigen jungen Mann, der mich anscheinend für jemand anderes gehalten hatte. „Carmen? Oh, sie sind ja gar nicht Carmen. Verzeihung.“ Puh, Glück gehabt. Oder doch nicht? Denn als er sich wieder von mir abwenden wollte, schaute er mich verwundert an. „Wer sind Sie überhaupt? Kennen wir uns?“ Nun fing ich wieder an zu stottern und wusste wirklich nicht, was ich antworten sollte.

Aus der Sicht von Ethan
Auf eine Antwort wartend stand ich vor dieser fremden Frau. Irgendwie wurde sie nervöser und konnte nicht wirklich etwas sagen. „Ich… ich bin Sarah McCarter.“ Bei diesem Namen runzelte ich die Stirn und fragte mich, ob sie womöglich zu Ava gehören önnte. „Und du bist dann eine Freundin von?“… Carmen stieß dazu und unterbrach mich daher.  „Hey Ethan, kannst du bitte kurz zu Tyler gehen? Er möchte nun seine Überraschung für Ava vorbereiten.“ Da ich keine Zeit mehr hatte, Sarah zu befragen, entschuldigte ich mich und lief dann zu Tyler. Unterhalb der Jacht war ein großer Saal, wo eine Bühne war und später am Abend die Gäste sich an ihren Tischen niederlassen konnten. Von weitem rief mir schon Tyler zu, dass ich hinter der Bühne den silbernen Koffer mitbringen sollte um es ihm anschließend zu übergeben. „Glaubst du, dass die Überraschung gut ankommen wird? Ich habe so etwas seit der Highschool bei einer verlorenen Wette nicht mehr gemacht.“ Als ich mich wieder an die alten Zeiten erinnerte, musste ich einfach laut auflachen und merkte, wie Tylers Kopf knallrot anlief. Verlegen stammelte er, dass er damals nie hätte die Wette eingehen sollen. Naja, aber mittlerweile waren ja Jahre vergangen und vielleicht hatte Tyler sich in diesem einen Punkt verbessern können. Okay, hoffen wir es mal, denn das könnte ganz schön in die Hose gehen, obwohl es gut gemeint war. Hope kam unerwartet in den Saal und schien aufgeregt zu sein. „Ein Unwetter zieht sich über Brooklyn und wird demnächst auch über dem See sein. Ihr müsst euch beeilen. Wir müssen die Gäste demnächst hier reinlassen.“ Stressfalten bildeten sich wieder an Tylers Stirn. „Noch einen Moment bitte“, rief der frischgebackene Ehemann von Ava und bat mich, ihn ein weiteres Mal zu helfen…

Dwights Wohnung

Aus der Sicht von Dwight
Ich hatte es geahnt. Madison war gar nicht begeistert von dem, was ich gemacht hatte und rastete deshalb total aus. Wir sind Verstritten auseinander gegangen und sie wollte erst wieder mit mir sprechen, wenn ich mich beruhigt habe. Ja, denn der Dämon in mir nahm durch den Streit immer mehr die Überhand und ich konnte mich irgendwie nicht beherrschen und beschimpfte sie so arg, dass sie weinend davon rannte. Im nachhinein hatte ich mich wieder beruhigen können und ich hoffte wirklich, dass ich wieder aus dem Schlamassel rauskommen würde.

Während ich eine Lösung nach meinem Problem suchte, tauchte Hypnos (Hugh) auf und meinte, dass wir uns auf dem Weg machen sollten, um seinen Bruder aufzuhalten: „Du hilfst mir die Dämonenmutter abzulenken, während ich alles dafür in die Wege leite, meinen Bruder vor einer Wiedergeburt zu verhindern. Unterstützung bekommen wir ja noch von den Moiren. Mit ihnen habe ich ja abgemacht, dass sie mir helfen sollen, wenn ich ihre Hilfe brauche und nun ist es soweit. Die Dämonen werden nun gezielt die Krieger angreifen…“ Ich nickte einvernehmlich und verließ die Wohnung…

Auf der Hochzeitsfeier

Aus der Sicht von Tyler
Früher als geplant trudelten die Leute in den großen Saal. Das Unwetter schien wirklich ungewöhnlich zu sein, doch das hielt mich nicht davon ab, die große Überraschung durchzuziehen. Zum Glück war ich schon so teilweise mentalisch vorbereitet und konnten nun starten. Gespannt warteten alle darauf, was nun geschehen würde. Mit nervösen Blicken stand ich nun auf der Bühne und schaute in die Menge. Alle warteten gespannt, was nun kommen würde und ich war so aufgeregt, dass ich das Mikrophon kaum fest halten konnte. Ich räusperte einmal und sah dann Ava an. „Hallo zusammen. Ich danke erst einmal, dass ihr alle gekommen seid um heute mit mir und meiner Frau die Vermählung zu feiern. Nach meiner kleinen Überraschung wird das Buffet eröffnet und ihr könnt euch die Bäuche vollschlagen.“

Während ich noch zu meinen Gästen sprach, tauchte hinter mir Jason Manns, ein recht unbekannter Sänger auf. Mit der Gitarre in der Hand winkte er in die Menge und bekam als Antwort fragende Gesichter. „Ach und nun kommt ja schon ein Teil meiner Überraschung. Wie ihr unschwer erkennen könnt, hat er eine Gitarre mitgebracht. Ich kann euch nicht garantieren, dass es euch gefallen wird, aber das ist mein persönliches Geschenk für die schönste Frau in diesem Saal. My One and Only, Ava!“ Die Lichter im Saal gingen langsam aus und nur noch die Lichter auf der Bühne und zwei Scheinwerfer leuchteten nun hell auf. Ein Scheinwerfer war auf Jason (der Sänger, nicht der Arbeitskollege) und mich gerichtet und die Andere auf meine Frau gerichtet… Ich konnte in Avas Gesicht erkennen, dass sie richtig baff war, da sie kaum glauben konnte, dass ich etwas ganz besonderes für sie vorbereitet hatte.

(bitte dieses Video anschauen, da diese Szene zur Episode gehört)

(Dieses Lied hat Jensen Ackles, der Darsteller von Tyler wirklich gesungen!!)


Aus der Sicht von Tyler
Gerührt von meiner Widmung, rannte Ava mit ihrem langen Brautkleid zu mir auf die Bühne, warf sich in meine Arme und weinte und lachte zugleich. Es war so schön sie so glücklich zu sehen und das machte mich ebenfalls glücklich. Meine Gäste waren ebenfalls total aus dem Häuschen und klatschten und pfiffen nur so vor Begeisterung. Ich war froh, dass es nicht so geendet hatte, wie damals bei der Wette, wo ich mich vor der ganzen Highschool blamiert hatte.

Plötzlich fing das Schiff an zu rütteln. Verwundert blickte ich Ava an, die ebenfalls irritiert zu mir hoch sah. Wieder fing der Boden an zu beben und diesmal fielen einige Gläser zu Boden. „Was ist denn los?“, fragte mich meine Frau und wirkte beunruhigt. Schulterzuckend antwortete ich, dass ich nicht wusste, was sich gerade abspielte. „Bleib du hier, ich gehe mal hoch um nachzuschauen.“ Mit einem Satz sprang ich von der Bühne und eilte zur Tür. Während dem Weg zur Tür, fing es immer stärker an zu Rütteln und zu Beben. Es wurde sogar so heftig, dass die Gäste nun langsam das Gleichgewicht verloren und sich fest halten mussten. Einige fielen zu Boden und bekamen es mit der Angst zu tun. Ich riss die Tür auf und betrat die Treppe. Als ich hörte, wie Ethan nach mir rief, wollte ich wieder zurück in den Saal, doch knallte vor meiner Nase die Tür wieder zu. Mehrere Male versuchte ich die Tür wieder aufzureißen, doch ich schaffte es einfach nicht. Wie von Geisterhand hielt jemand die Tür fest und wollte verhindern, dass ich wieder hinein konnte. Ich hörte mehrere Donner hintereinander und der leichte Nieselregen entwickelte sich zu einem Platschregen. Auf dem Deck sah ich in den Himmel und sah, wie unzählige Blitze am Himmel erschienen und gefährlich nah am Schiff einschlugen. „Was zur Hölle geht den hier ab?“, murmelte ich und lief die Treppen hinauf. Die Jacht wurde immer unruhiger, da die Wellen durch den Sturm immer höher schlugen. Tobend und unkontrolliert schwankte das Schiff hin und her und ich hatte alle Mühe, nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Ich hörte, wie die Tür aufgeschlagen wurde und kurz darauf Ethan und Carmen zusehen waren. Komisch bis gerade eben, konnte ich die Tür noch nicht aufmachen können. „Hey Tyler komm wieder runter. Auf dem Deck bist du nicht sicher! Das Unwetter artet dermaßen von aus, dass es wirklich gefährlich ist, hier oben zu bleiben“, schrie Ethan und winkte mir zu. Carmen sah sich das Unwetter an und bekam es mit der Angst zu tun. Mit zugekniffenen Augen teilte ich den beiden mit, dass ich gleich kommen würde. In diesem Moment tauchten neben mir die Moiren zusammen mit Isaac und Mason auf. „Sie kommen“, teilte Atropos (Amy) mir mit und merkte erst jetzt, dass sie zu unvorsichtig waren und Carmen sie entdeckt hatte.

Aus der Sicht von Ethan
Ich merkte, wie Carmen fassungslos den Kopf schüttelte und immer ängstlicher wurde. Stotternd fragte sie mich, wer denn diese Personen waren, die urplötzlich neben Tyler auftauchten. „Ethan, hast du das gerade gesehen? Das ist doch nicht Normal!“ Kaum hatte sie das ausgesprochen schossen aus dem Himmel mehrere fliegende Gestalten auf den Schiff und umzingelten die Anwesenden. „Alucard!“, schrie Tyler und giftete die Vampir Baronin an, die ihre Vampire mitgenommen hatte. Doch nicht nur Vampire waren auf einmal anwesend. Aus dem Wasser sprangen mehrere schleimige weibliche Kreaturen und knurrten die Moiren an… Verdammt wir waren in der Unterzahl. Ich griff schnell in meine innere Jacket und holte meine Pistole hervor. Carmen, die sich voller Angst an mich klammerte, zitterte am ganzen Körper. Sie konnte das alles nicht verstehen und hoffte, dass alles was sie gerade sehen konnte, nicht der Wahrheit entsprach. Mit meiner freien Hand hielt ich ihre Hand ganz fest und schwur, jeden Dämon in die Hölle zu befördern, wenn sie meiner Arbeitskollegin was antun wollten. Mitten im ganzen Getümmel tauchten in einem dunklen Rauch Dwight und der Seelenbegleiter, Hypnos (Hugh) auf. „Oh da kommen wir ja gerade noch zum richtigen Zeitpunkt, ehe die Party los geht“, freute sich Hypnos und streckte seine Sense auf Alucard, die nun gefährlich ihre Zähne zeigte "Du Verräter! Du bist eine Schande für deine ganze Familie!". Was würde nun gleich passieren. Alle waren total erstarrt und überwältigt von der Situation, die gerade auf dem Schiff passierte. Dämonen, Krieger und Göttinnen.  „Was um alles auf der Welt geht denn hier vor sich“, flüsterte Carmen mit zittriger Stimme und suchte in meinen Armen Schutz, den ich ihr mittlerweile vielleicht nicht geben konnte, da ich merkte, dass die Dämonenanzahl immer mehr stiegen und die Waage nun unausgeglichen war…

Aus der Sicht von Ava
Ich eilte aus dem Saal, da ich am Deck unüberhörbares Trampeln und Stampfen hörte. Als ich auf der letzten Stufe angekommen war und unahnend zu der ganzen Meute von Kreaturen blickte, sah ich Tyler, der mich mit weitgeöffneten Augen ansah. Er sah so aus, als hätte er sagen wollen, dass ich lieber unten bleiben wollte, da es hier gleich heftig zu gehen würde. Ein großer dunkler Schatten breitete sich unerwartet am Himmel auf und mehrere Strahlen schossen auf den Schiff. Schreie, die vom unteren Teil des Schiffes kamen machten mich unruhig. Ich beugte mich hinunter und blickte durch die Tür um in den Saal sehen zu können. Ich konnte Jonathan sehen, der direkt auf mir zu gerannt kam und  mir Angst einjagte.

Seine Augen waren unmenschlich und jagten mir eine Heiden Angst ein. Anscheinend nahm er gar nicht von mir Notiz und huschte an mir vorbei. Gerade als er nur wenige Schritte von mir entfernt war, schleuderte Hypnos seine Sense direkt in Jonathans Richtung. Dieser wich noch in letzter Sekunde aus und ich konnte nun die Sense mit einer ungeheureren Geschwindigkeit auf mich zu schmettern sehen. Schreie, die von Tyler kamen warnten mich, „Ava pass auf!!“ Ich schloss vor schreck meine Augen und drehte mich zur Seite. Der Stiel von der Sense traf mich direkt am Bauch, wodurch ich das Gleichgewicht verlor und langsam nach hinten zurück fiel. „Verdammt. Neeein!“, schrien Tyler und Dwight zu gleich, während ich merkte, wie ich die Treppen herunter rollte und langsam das Bewusstsein verlor.

Aus der Sicht von Sarah McCarter (Soul Survivor)
Ich hörte, dass jemand die Treppen hinunter fiel und rannte zum Eingang des Saales, während die Gäste damit beschäftigt waren, einen festen Stand am Boden zu finden. Zumindest versuchten sie es, denn es rüttelte immer noch stark und jedes Mal, wenn jemand versuchen wollte, aufzustehen, fiel er wieder zu Boden. Torkelnd gelang ich doch irgendwie an die Tür und sah auf den Boden zuerst lange braune Haare, gefolgt von einer bewusstlosen Frau mit einem langen, weißen Hochzeitskleid. Es war Ava „Ach du liebe Zeit“, flüsterte ich und beugte mich zur bewusstlosen Braut. „Sollte ich deshalb die Zeit noch einmal zurück drehen, um Ava zu retten? Sollte ich den Sturz verhindern?“ Erst jetzt entdeckte ich die große Blutlache, die sich unter ihrem Kleid sich langsam ausbreitete… Ich zuckte erschrocken zusammen, als ich ein Schuss hörte. Aufgeregt blickte ich hoch auf den oberen Teil des Schiffes und sah, wie mich mehrere unmenschliche Gestalten anstarrten. Ängstlich fiel ich zurück und krabbelte rückwärts an die Wand des Schiffes und konnte meine Augen nicht von den schrecklichen Monstern lassen.

„Oh mein Gott“, schlotterte ich und wusste nun nicht, ob ich träumte oder die Kreaturen wirklich sehen konnte. Nun wurde es unbeschreiblich laut. Als wäre eine Schlacht ausgebrochen. Ich hörte, wie weitere Schüsse fielen. Blitze donnerten, merkwürdiges Zischen ertönte. Im ganzen unerträglichen Lärm, konnte meine Augen einen jungen Mann (Mason) entdecken der mit einem Blitz, der aus seinen Finger kam, zwei Monster tötete. Fassungslos riss ich meine Augen noch viel weiter auf und bekam nur am Rande mit, dass er meinte, dass er mich beschützen würde und die Tür so schnell wie es geht zuschlagen sollte. Als ich mich endlich wieder so einigermaßen auf den Beinen halten konnte, drückte ich die Tür zu und sah, wie die zwei Monster auf der rechten Seite versuchten nach mir hinunter zugreifen. Zwei Schüsse fielen, wodurch die Kreaturen zu Staub fielen und dieser eklige Staub direkt in mein Gesicht flog und meine Sicht für eine kurze Zeit beeinträchtigte.

Ich hörte nur, wie plötzlich zwei Personen (Klotho und Lachesis) neben mir erschienen und meinten, dass sie Ava in Sicherheit bringen mussten und so schnell wie es ging ins Krankenhaus bringen musste. Die zweite Person sollte in dem Saal die Gäste Schlummern lassen, da sie sonst alles mitbekommen würden. Als ich versuchte meine Augen aufzumachen, konnte ich eine Frau sehen, die sich mit Ava  in Luft auflöste. Die andere lief hastig an mir vorbei und schloss hinter sich die Tür zu. Wieso hatte sie mir nichts getan? Fragen über Fragen, die zur Situation total passte, da ich eigentlich nur Bahnhof verstand. „Ganz ruhig Sarah, du bist sicherlich nur in einem schrecklichen Traum und wirst gleich wieder aufwachen. Tief durchatmen und hoffen, dass das wirklich nur eine Einbildung ist.“ Kaum ausgesprochen, knallten zwei Leblose Körper direkt vor meinen Augen direkt vor meinen Füßen. Ich schrie nur so aus meinen Brustkorb heraus und sah, wie ihr Gesicht total unmenschlich geformt waren und regelrecht verfault waren…

Aus der Sicht von Dwight
„Der Dämon im Körper von dem Mann, der so ruhig da steht und das Chaos in Ruhe betrachtet ist mein Bruder. Er wartet nur auf den richtigen Moment“, schrie Hypnos (Hugh) zu mir herüber, während er mit seiner Sense mehrere Vampire tötete. Ich riss meine Augen vor Schreck zusammen, als ich den Schrei von Carmen hören konnte. Carmen stand am Rand des Schiffes und wurde von einem schleimigen und verwesten Wasserdämonen angegriffen. „ETHAN!“, kreischte die Polizistin, als sie zusammen mit der Wasserdämon in die Tiefe stürzte. Ethan stieß jeden Dämon zur Seite, der sich nun in seinem Weg stellte. Er wollte nur noch Carmen retten, doch er kam zu spät. Total außer sich blickte er in den See und konnte nur noch unzählige Luftbläschen sehen. Mit Tränen in den Augen schrie er immer wieder nach Carmen. Ihn kümmerte es in diesem Moment nicht, dass mehrere Vampire an seinem Jacket zerrten und ihn ebenfalls über Bord werfen wollten. Er war wie gelähmt und ließ sich alles gefallen. Erst als Tyler eingriff und die Vampire vernichtete, konnte Ethan wieder halbwegs ansprechabr. „Carmen ist im Wasser! Tyler, Carmen ist im Wasser! Sie hatte mit alldem doch gar nichts zu tun und nun....“, schrie Ethan bitterlich und schlug mit zusammengeballter Faust mehrmals gegen die Halterung…

Während mein Vater versuchte seinen Freund zu beruhigen, bemerkte er nicht, wie Alucard sich zu den beiden hervor schleichen konnte und nun gefährlich nah bei den beiden ihre Hand ausweitete, um einen Angriff zu starten. „Tyler pass auf!“, schrie ich und merkte, wie auf einmal etwas in mir anfing zu brodeln. Ein unbeschreiblich schmerzender Stich brachte mich aus der Verfassung, so dass ich nur noch zu Boden fiel und mir an die Brust fassen musste. „Was ist denn los Dwight?“ Mit zusammengekniffenen Augen sah ich Hypnos an, der sich zu mir drehte und erschrocken an mir hoch blickte „Lange nicht mehr gesehen, nicht wahr mein Bruder?“, kam aus dem Mund von dem besessenen Jonathan hervor. Thanitus, der Bruder von Hypnos, der wahre schwarze Mann, hatte es nun wirklich aus der Hölle geschafft. So wie es alle Dämonen vorausgesehen hatten…

... weiterlesen 10.4. Was schmerzt am meisten?