Was bisher geschah:
Vom Himmel schossen auf einmal mehrere
Gesteinsbrocken und im nächsten Moment tauchte eine junge blonde Frau auf, die
den großen Steinen auswich. Als sie die zwei Personen entdeckte, blieb sie
verwundert stehen, „Ihr lebt?“
Tyler verzog irritiert sein Gesicht, „Ja. Wieso?
Sollten wir das etwa nicht?“ Mit einem flinken
Sprung rettete das blonde Mädchen Ava und Tyler vor den Gesteinsbrocken. „Oh
mein Gott. Mum… Dad… Ihr lebt!!!“
11.2. Die nächste Generation
Jahr 2028: Brooklyn City
Verdattert blickten Ava und Tyler zum blonden Mädchen und verzogen dabei unglaubwürdig ihre Gesichter. „Wie bitte? In welchem Jahr sind wir denn nun gelandet“, fragte Tyler, während er immer von Ava zu dem fremden Mädchen hin und her starrte. „Wir haben 2028… und, ja irgendwie seid ihr auch jünger als sonst. Okay, ich habe mich geirrt“, realisierte das Mädchen und lief einige Schritte zurück, „Seid ihr etwa Dämonen und wollt mich nur täuschen?“ Aus ihrer Hand konnte man nun kleine Wirbel erkennen, die sie gegen Ava und Tyler richten wollten. Der Anwalt erkannte seine Fähigkeit in der jungen Frau wieder, „Halt… Warte… Wir, meine Frau Ava und ich, Tyler Carrendoor kommen aus der Vergangenheit und wollen nur unseren Sohn Dwight befreien.“ Noch gerade rechtzeitig, bevor das blonde Mädchen den Wirbel gegen sie einsetzen konnten, kam dann die Einsicht.
„Ihr seid also wirklich meine Eltern?! Oh mein Gott.. Mum und Dad..“ Voller Freude löste sich der Wind in ihrer Hand auf und kurz daraufhin warf sie sich zu Verwunderung des Ehepaares um deren Hals. „Ich bin es Violet, eure zukünftige Tochter. Ich bin die kleine Schwester von Dwight!“ Etwas zögernd strich Ava ihr über den Rücken und wusste nicht so wirklich, ob sie dem Mädchen nun glauben konnte oder nicht. Unmittelbar nach der Umarmung, fielen wieder einige Gesteinsbrocken vom Himmel, wodurch Violet die beiden an den Schultern fasste und sie von dieser Straßenkreuzung fort beamte…
*** heutige Zeit: Fellowship Gefängnis ***

Miss Candis blickte kurz auf die Decke und wandte sich danach wieder zu Ethan. „Es klingt nun wirklich verrückt und ich weiß, dass sie mir womöglich kein einziges Wort glauben werden. Ich komme in die Hölle, weil ich gegen meine Prinzipen agiert habe…“ Ethan runzelte stutzig die Stirn, „Wie bitte?! In die Hölle?! Sie wissen doch, dass es Dämonen und Gespenster nicht wirklich gibt. Sie bilden sich das sicherlich nur ein und nach dem Tod gibt erwartet sie sicherlich nicht die Hölle.“ Der Polizist wusste zwar, dass Dämonen existieren, doch er glaubte nicht daran, dass die Verdächtigte, tatsächlich an Dämonen glaubte und irgendetwas mit ihnen zu tun haben könnte. „Mit ungefähr 12 Jahren entdeckte ich in meinem Speicher ein altes und total verstaubtes Buch. Ich wusste sofort, dass in diesem Buch etwas ganz besonderes versteckt war und als ich das Buch aufgeschlagen hatte, standen darin unzählige Rituale und Sprüche der Hexerei…“ Ethan hustete künstlich auf. Hatte sie denn so eine wahnsinnige Fantasie? Oder erzählte sie ihm die Wahrheit? „Sie schauen schon so unglaubwürdig… Ach wissen Sie was, ich lass das einfach… Sie glauben mir doch sowieso nicht…“ Irritiert lehnte sich Ethan zurück und stotterte vor sich hin. „Äh… Das habe ich doch gar nicht gesagt… Es klingt nur so unglaubwürdig, wie sie doch selbst sagen. Lassen Sie mir etwas Zeit zum verdauen…“ Kopfschüttelnd weigerte sie sich, weitere Details aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. „Verschwinden Sie! Ich komme in die Hölle und wenn Mister Carrendoor mir nicht helfen kann, dann kann es keiner…“ Die Tür ging auf und der Wärter teilte den beiden mit, dass die Zeit vorbei iwar, die Ihnen zu Verfügung standen und bat Ethan nun aus der Zelle zu gehen.
Mit gemischten Gefühlen lief er aus der Zelle und schaute Miss Candis noch für einen Moment an, ehe die vom Wärter in ihre Zelle gebracht wurde. Hope wollte sofort wissen, was er herausgefunden hatte und hakte nach, wie das Gespräch zwischen ihm und ihrer Mandantin lief. „Spann mich nicht auf die Folter und erzähl mir, was sie zu dir gesagt hat.“ Zögerlich schwenkte er seinen Kopf zur jungen Anwältin. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sie unschuldig ist, aber Beweise habe ich nicht. Ich konnte in der kurzen Zeit nichts aus ihr herausbekommen. Tut mir leid.“ Da Hope enttäuscht war und dies ihrem Freund auch zeigte, trottete sie mit hängendem Kopf aus dem Gefängnis. „Hey Hope, komm schon. Du warst sicherlich eine erfolgreiche Anwältin in Kalifornien und wirst es nun auch hier zeigen können. Glaub einfach mehr an deine Fähigkeiten“, baute Ethan sie auf, während er ihr mitfühlend am Oberarm streichelte.
Irgendwie fand Ethan immer die passenden Worte, die einen aufbauen konnte. Seine Worte wirkten auch bei Hope, weshalb sie dadurch etwas motivierter an den verzwickten Fall ging. „Ich werde mir zu Hause nun alles anpinnen und alle möglichen Theorien aufschreiben.“ Ein Lächeln zog sich über Ethans Gesicht, „Genau so muss eine Gewinnerin denken. Ich drücke dir die Daumen.“ Etwas verwundert blickte Hope zu dem Polizisten. Sie ging davon aus, dass Ethan mit zu ihr gehen würde, um ihr helfend unter die Arme zu greifen. „Äh… Können wir das auf Morgen verschieben? Meine Schicht ist noch nicht vorbei.“ „Ja, ja… Ist ok“, seufzte Hope mit einem traurigen Unterton und verabschiedete sich von dem Polizisten. Dieser stand noch eine Weile vor dem Gefängnis und wartete, bis die junge Anwältin vom Parkplatz fort fuhr und er auch auf dem Parkplatz niemand wahrnehmen konnte. Hastig stieg er in seinen Auto und rief mehrere Male den Namen von Atropos. Kurz darauf erschien auf den Beifahrersitz die Schicksalsgöttin, „Du hast mich gerufen?“…
Jahr 2028: Brooklyn, Kings Country Hospital

Violet brachte ihre Eltern aus der Vergangenheit zu ihrem Versteck, wo sie vor den Dämonen die nun in ganz New York herrschten, sicher waren. Für Ava bekam immer kurze Schwindelanfälle, weshalb sie sich an Tyler stützen musste, um nicht völlig den Halt zu verlieren. „Mum, geht es dir denn nicht gut?“ - „Ja… es geht gleich wieder. Das ganze Beamen bin ich nicht so gewöhnt und außerdem meldet sich mein Baby hin und wieder mal um zu sagen, dass er auch noch hier ist.“ Auf diese Aussage hin strahlte Violet auf und fragte ihre Mutter, ob sie denn kurz ihr Ohr an dem Bauch halten konnte um herauszufinden, ob man schon das Baby hören konnte. „Nur zu, aber pass auf, dass du keinen Tritt vom kleinen Dwight bekommst.“ Tyler lachte kurz auf und schaute sich neugierig um. Sie waren in einem dunklen und heruntergekommenen Krankenhauszimmer. Die Fenster wurden blockiert, im ganzen Zimmer wurden Kreuze aufgehängt und merkwürdige Symbole aufgezeichnet. Vor den Fenster und Türen wurden Unmengen von Salz gestreut, weshalb Tyler seine zukünftige Tochter darauf aufmerksam machte: „Wieso hast du hier denn Steinsalz vor den Fenstern und der Tür gestreut?“ Verwundert wandte sie sich von Ava ab und lief auf Tyler zu, „Mich wundert es, dass du mich gerade das fragst. Du warst nämlich derjenige, der uns diesen Trick gezeigt hat um sich vor ungebetenen Gästen zu schützen.“ „Oh, na dann habe ich das wohl erst später herausgefunden.“
Mit einem Male wurde Violet trauriger: „Dwight wollte es jedem Recht machen. Er wollte euch und mich retten und hat es zwar geschafft, doch er musste dafür bitter bezahlen. Er veränderte die Vergangenheit und wurde selbst eine Person, die im Jahre 2008 gelebt hatte. Die Dämonen wurden auf ihn aufmerksam, als er sich in euer Leben eingemischt und euch vor schlimmen Gefahren gerettet hatte. Doch irgendwann war halt dann Schluss. Die Dämonen ergriffen die Möglichkeit an den Schopf um Dwight endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Mit dem Pakt, den er mit dem Schattendämon abgeschlossen hatte, haben die Dämon es tatsächlich geschafft, dass er ihnen nicht mehr dazwischen Funken konnte…“ Traurig senkte Violet den Kopf und wurde von ihrer Mutter Ava getröstet. „Wir sind ja nun da und werden ihn aus der Hölle befreien. Er sagte zwar zu mir, dass ich deinen Dad aufhalten sollte, aber du glaubst doch nicht wirklich, dass wir unsere Kinder einfach so sterben lassen.“ Gerührt von ihren Worten, fiel Violet ihr um den Hals und drückte sie fest. „Dwight hatte recht, du bist in der Vergangenheit genauso wie in unserer Gegenwart. So lieb und fürsorglich. Aber Dad, es ist zu gefährlich in die Hölle zu gehen und außerdem wissen wir gar nicht, wie das Tor zur Hölle geöffnet werden kann. Nicht einmal die Dämonenmutter kommt in die Hölle. Die einzigen sind der Sensenmann und … die Kinder von Themis.“
Mit dem Namen konnte Tyler nichts anfangen und verzog unwissend sein Gesicht. „Wer ist Themis und wer sind ihre Kinder?“ Seine zukünftige Tochter drehte sich zu ihm und zeigte mit ihrem Finger auf Tyler: „Themis ist eine griechische Göttin, der Gerechtigkeit, vergleichbar mit Justitia und du, Dad bist eines ihrer Kinder…“ Tyler musste daraufhin erst einmal kräftig Schlucken. „Ich bin das Kind einer Göttin?“ Violet nickte. War der Geist, den er vor einer halben Stunde in seiner Vergangenheit (Zeitreise 1993) gesehen hatte, etwa seine andere Mutter? Langsam ergab auch alles einen Sinn. Schnell zog Tyler aus seiner Jackentasche die Zeichnung, die er aus seiner Vergangenheit (1993) ausversehen mitgenommen hatte. „Kannst du mit dieser Zeichnung etwas anfangen? Als ich als 11 Jähriger unter dämonischen Einfluss stand, hatte ich das aufgezeichnet…“ Violet weitete ihre Augen auf und öffnete ihren Mund um etwas zu sagen, doch schloss sie wieder, da sie erst einmal tief Luft holen musste. Danach konnte sie dann doch etwas sagen, „Ich glaub das ist das Tor…“ Unerwartet fing es an der Tür an zurütteln. Ava zuckte vor Schreck zusammen und blickte etwas beängstigt zur Tür, „Violet, weißt du wer vor der Tür stehen könnte?“ Das Rütteln wurde Stärker. „Mach auf, ich bin es, Madison!“
Violet seufzte erleichtert, schritt kurz danach zur Tür und verwischte das Steinsalz etwas, so dass die Tür für Madison frei war. Als die knatternde Tür aufging, wunderte sich Madison über den Besuch von Dwights Eltern. „Mister und Miss Carrendoor was suchen sie denn in der Zukunft?“ Daraufhin fasste sich Tyler an die Stirn, „Naja so ganz genau wissen wir das auch nicht. Mein letzter Gedanke war mein Vater und prompt landeten wir dann hier. Ich denke, dass die Glocke nicht so wirklich funktioniert.“ Violet mischte sich ein und zog aus ihrem T-Shirt eine Kette mit einem Glöckchen hervor. „Ich habe auch so ein Glöckchen. Es war das Geschenk von den Moiren, ehe sie sich von der Welt verabschiedet haben um im Himmel zu dienen. So wie es aussieht hat Dwight dir das Glöckchen geschenkt. Er hatte wohl geahnt, dass du diese gebrauchen könntest. Aber wo waren wir stehen geblieben?“ Während Madison das Steinsalz wieder nachstreute um die Dämonen aus dem Zimmer fern zu halten, überreichte Tyler seiner Tochter die Zeichnung. „Die Zeichnung ist das Tor zur Hölle, aber da fehlt ein Teil. Madison komm mal schnell her.“ Ohne zu zögern lief Madison zu Tyler und behielt aber einen kleinen Abstand. „Wieso kommst du nicht näher?“, fragte Tyler erstaunt und lief ein Schritt auf Madison zu. Diese aber schritt daraufhin ein Schritt zurück. „Ich bin nicht Scharf drauf mein Himmel zu sehen.“ Erst als die Augen von Madison für Sekundenbruchteile dunkler wurden, konnte Tyler ihre Abneigung nachvollziehen. „Oh, du bist ja ein Dämon. Und so eine ist mit meinen Kindern befreundet?“ „Halbdämon, und das stimmt nämlich auch nicht so wirklich…“, verteidigte sich Madison und merkte, dass auch der Tyler aus 2008 gegen die Freundschaft zwischen Dämon und Mensch hatte., „Wenn man es genau sieht, bin ich sogar zum Teil ein Engel.“
Verdutzt verzog der Anwalt sein Gesicht und schwankte seinen Kopf zu Ava, die die ganze Zeit über nichts von sich gegeben hatte. „Dämon hin oder her. Ich denke wir lassen das Thema. Es gibt wichtigeres als zu Diskutieren, ob es nun falsch ist mit einer Dämonin befreundet zu sein", sprach Ava und verstummte wieder. "Wenn Dwight in der Hölle ist, so muss ich wohl durch das Höllentor gehen. Jetzt verstehe ich es – Ja klar. Darum landete ich in der Vergangenheit. Die Glocke wollte mir den Weg in die Hölle zeigen…“, äußerte sich Tyler. „Aber Dad,…“, fing Violet an, „Das ist doch Selbstmord. Du weißt gar nicht was dich da unten erwartet. Wer einmal in der Hölle landet, kommt nur schwer wieder raus.“ Bei dieser Aussage zuckte Ava ängstlich zusammen und sah zu ihrem Mann, der fest entschlossen war, den Weg in die Hölle zu wagen.
Jahr 2008: Polizeirevier
Ethan fuhr zurück ins Revier um in der Datenbank seines PCs mehr über Melody Candis, die wegen dreifachen Mordes unter Verdacht stand, Informationen zu finden. Vielleicht war sie ja schon in der Vergangenheit auffällig geworden und konnte somit eine Verbindung zu den drei Morden herstellen. Der Polizist musste jeden theoretischen Weg ausmalen, noch so jedes kleine Detail könnte entscheidend sein. Schlampig arbeiten durfte er in so einem ernsten Fall nicht. Er merkte wie sehr er wieder in einem Fall drinnen steckte und nun keinen Rückzieher mehr machen konnte. Eigentlich wollte er ja zurück ins Revier um Stellung zuhalten, doch da es eh ruhig war, konnte er der Sache nachgehen. Er konnte trotz einigen Informationen über Melody Candis, nicht wirklich viel anfangen. Keine Anzeichen von kriminellen Ereignisse. Keine auffälligen Notizen. Rein gar nichts. Ethan stand wieder bei Null und er hoffte, dass wenigstens Atropos erfolgreich war. Kaum hatte er an sie gedacht, klopfte es an der Tür seines Bürozimmers. Als der Polizist die Tür aufmachte, stand Amy (Atropos) vor der Tür.
„Wir
haben leider nichts gefunden“, fing sie an und
trat in das Büro, „Melody Candis ist ein ganz
normales Mädchen, ohne jegliche übernatürlichen Kräfte. Sie hat wahrscheinlich
zu viel Charmed angeschaut und fantasiert nur. Du musst es doch am besten
wissen, dass auch Normalsterbliche zu Schandtaten fähig sind. Es muss nicht
immer gleich ein Dämon dahinter stecken.“ Mit
hochgezogener Augenbraue und einem verzogenen Mund setzte er sich
stillschweigend hin. „Mit dieser Antwort bist du
nicht zufrieden, nicht wahr?“ Ethan nickte
einmal langsam, „Habt ihr denn auch richtig
recherchier?“ Er bekam ein empörtes „Ja“.
Enttäuscht lehnte sich Ethan zurück und stützte seinen Kopf in seine
zusammengefalteten Hände. „Was ist mit den drei
Morden? Ach da fällt mir ein..“ Ethan schnappte
sich das Telefon und tippte eine Nummer. Gespannt sah Atropos ihn an und fragte
sich, wen er nun anrufen würde. „Hey Mary,
kannst du mir den Bericht zu Anna Thomas, Calvin Sand und Professor Walter Dash
faxen?“- „Hättest
du vor einer halben Stunde angerufen, hätte ich dich enttäuschen müssen. Ich
faxe es dir durch, Ethan.“
Nachdem er aufgelegt hatte, fing Atropos gleich an zu sprechen, „Da
fällt mir noch eine Möglichkeit ein. Ellen aus Bronx könnte uns vielleicht
weiterhelfen. Sie ist ja Gerichtsmedizinerin und mit ihrer Fähigkeit, kann sie
Verborgenes zum Vorschein bringen.“ – „Kannst
du sie kontaktieren? Es wäre vom großen Vorteil, wenn sie da wäre. Wir könnten
dann im Leichenschauhaus die drei Tote genauer unter die Lupe nehmen.“
Atropos stand auf um abzuklären, ob Ellen kurz vor Weihnachten Zeit für sie
hätte. „Also bis gleich..“
Jahr: 2000, Fort Hamilton High School

Mit quietschenden Reifen raste der 18-jährige Tyler in die letzte Parklücke rein und zog noch in letzter Sekunde die Handbremse, ehe sein Auto die Wand berührte. Es war dunkel und es schien, als wäre er trotz der vielen Autos alleine an diesem Ort zu sein. Schnell huschte er zum Eingang der Sporthalle, kramte den Dietrich aus seiner Hosentasche und knackte das Schloss auf. Seine Augen waren die ganze Zeit über leicht zusammengefallen und hatte nicht ein einziges Mal geblinzelt. Es schien so, als stände er unter einer Hypnose oder war einfach nur High. Doch Drogen nahm der Abschlussschüler nicht. Die Ursache für sein merkwürdiges Benehmen war der Besuch vom Schattendämon, der durch Tyler wieder das Tor zur Hölle aufmachen wollte. Diesmal sollte Tyler das Tor mitten in der Sporthalle aufzeichnen um die körperlosen Dämonen mit unzähligen Schülern, die am nächsten morgen die Schule aufsuchen würden, zu versorgen. Schließlich brauchten die Dämonen ja eine Hülle um auf der Welt überleben zu können.
Tyler war mittlerweile in der Sporthalle angelangt und hatte in der Hand rote Kreide. „Öffne das Tor zur Hölle“, flüsterte der Schattendämon, der in der Halle auf Tyler gewartet hatte, „Und mach es diesmal schnell. Ich will nicht schon wieder gestört werden.“ Tyler kniete sich hin und zog einen langen Kreis. Dieser teilte er wie bei einem Kuchen in sieben gleich große Stücke auf. „So ist das gut“, faselte er vor sich hin und leckte sich schon innerlich die Finger ab, „Jetzt fehlt nur noch das Digamma, der Anfangsbuchstabe für Faulheit…“ In diesem Moment ging die Tür von der Sporthalle auf, „Tyler, was zur Hölle machst du denn um diese Uhrzeit noch in der Sporthalle?“ Verdammt, dachte der Schattendämon und löste sich in Luft auf. Kurz darauf stand Tyler nicht mehr unter Hypnose und lies verwundert die rote Kreide fallen? „Ethan? Kannst du mir sagen, was ich hier mache?“ Fassungslos schüttelte Ethan den Kopf und lief zu seinem besten Freund. Nachdenklich sah er sich die Zeichnung an. „Jetzt sag mir bloß nicht, dass du keine Ahnung mehr hast, was du gerade hier getan hast. Willst du die Sporthalle verunstalten?“ Tyler schüttelte unschuldig den Kopf, "Ich weiß nicht wie ich hier her gekommen bin und wieso ich das komische Ding da gezeichnet habe. Ich weiß es nicht." - "Wir müssen sofort ein Tuch holen um das Gemalte zu entfernen. Und Tyler, wenn wir unbemerkt aus der Sporthalle sind rückst du mit der Wahrheit heraus. Das alles klingt nämlich nach einer faulen Ausrede.“
Schnell eilten die beiden in die Umkleide Kabine um ein nasses Tuch zu holen. Als niemand mehr in der Halle war, krochen Ava und Tyler, aus 2008, aus ihrem Versteck. „Ich wurde ja wirklich mit 18 wieder von dem Dämon aufgesucht. Madison hatte mit der Sieben recht. Komm wir müssen uns die Zeichnung einprägen, ehe mein jüngeres ich und Ethan wieder aus der Umkleide zurückkommen…“ Ava und Tyler liefen hastig zur Zeichnung und verinnerlichten das Tor zur Hölle. „Da fehlt aber noch ein griechischer Buchstabe“, merkte Ava an. „Digamma, also F. Komm ich habe es mir gemerkt. Lass uns gehen…“
Kaum waren die beiden verschwunden, tauchten die 18-jährigen Tyler und Ethan wieder in der Sporthalle auf und wischten das Tor zur Hölle wieder vom Boden weg. Als sie draußen außerhalb der Sporthalle vor ihren Autos standen, merkten die beiden, wie ein leichter Windzug ihre Stirn berührten und sie dadurch vergaßen, was sie eigentlich in der Sporthalle gesehen und gemacht hatten. Tyler öffnete die Augen, „Ethan, was um alles in der Welt suchen wir denn vor der Sporthalle?“ Ethan schüttelte den Kopf, „Ich weiß es nicht… Mir kommt es so vor, als hätte mir jemand meine Erinnerungen gelöscht…“ Auf diese Äußerung hin musste Tyler laut anfangen zu lachen, verstummte aber, als er sich selbst an die letzte Stunde nicht mehr erinnern konnte… Für ihre Gedächtnislücke war Themis, die göttliche Mutter von Tyler verantwortlich. Sie wollte nicht, dass Ethan und Tyler jetzt schon mit der Dämonensache konfrontiert wurde, da sie ihre Zukunft nicht gefährden wollte. Mit einem zufriedenen Lächeln löste sich die Göttin in Luft auf und ließ die beiden in ihrer Unwissenheit alleine stehen...
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