12 | Schwarzer Phoneix

Was bisher geschah:
Du musst Carmen immer im Auge behalten, ist das klar? Sie ist besessen und wird in ihrer Wohnung eine Frau töten.“ – Stille. Als Tyler verwundert eine Reaktion von seinem besten Freund hören wollte, fing er kleinlaut an zu reden. „Sie ist nicht mehr hier. Bevor ich in der Wohnung aufkreuzen konnte, sprang sie wieder aus dem Fenster…“ Verärgert schlug Tyler auf sein Lenkrad. „Verdammt. Planänderung, wir treffen uns in der Wohnung von Carmen. Beeil dich!“ ...

12.2. Freier Fall

Tyler ergatterte sich einen Parkplatz und eilte in das Wohngebäude, worin das Apartment von Carmen war. Als er ungeduldig auf den Aufzug wartete, entschied er sich kurzerhand für das Treppenhaus. Als er in der Etage angelangt war und auf dem Korridor stand, sah er schon von weiter Ferne die Frau aus seiner Vision, die versucht hatte Carmen zu erschießen. „Hey! Mach mal langsam“, brüllte Tyler durch den Flur und bekam die gewünschte Aufmerksamkeit, der jungen Frau. Verwundert blickte Sie zu Tyler hinüber. „Meinen Sie mich?“, fragte Brooke Nolan, so hieß sie und hörte für eine kurze Zeit auf wild an Carmens Wohnungstür zu klopfen. Grob packte Tyler die Frau an der Schulter und drückte sie gegen die Wand.

Ich weiß was Sie vorhaben. Wo ist der Revolver? Her damit!" Brooke weigerte sich und versteckte ihre Tasche hinter ihrem Rücken. Tyler merkte, dass Sie etwas vor ihm versteckte und zog ihren Arm hinter dem Rücken hervor. Als er die Tasche zu Gesicht bekam, entwendete er ihre Tasche. Tatsächlich - Ein Revolver. „Na was haben wir denn da?“. Voller Empörung, fing Brooke an zu schimpfen, "Hey was soll das?! Was ich in meiner Tasche habe, geht Sie gar nichts an und außerdem kenne ich Sie gar nicht. Ich könnte Sie wegen Belästigung und Diebstal anklagen!" Mit einem schiefen Grinsen, konterte der Anwalt gegen ihre Drohung, "Unerlaubter Waffenbesitz ist auch eine Straftat, also seinen Sie einfach still. Wäre ich etwas später gekommen, hätte die Polizei Ihren leblosen Körper aus dem Apartment tragen können. Sie müssen mir also eher danken. Was um alles in der Welt hat Carmen Ihnen denn angetan, dass Sie  sie erschießen wollen.

Brooke fasste sich daraufhin an den Kopf und suchte eine plausible Erklärung. Doch sie war verwirrt und konnte sich nicht erklären, wieso sie es auf Carmen abgesehen hatte. „Ich habe keine Ahnung.“ Es folgte ein langer Seufzer, „Glauben Sie mir, ich weiß es nicht. Ich hätte gar keinen Grund dafür. Ich weiß auch nicht, wieso ich das unbedingt wollte. Irgendetwas im Kopf sagt mir halt, dass ich sie umbringen soll…" Kritisch beäugte Tyler Sie an, stand sie wirklich unter einer mächtigen Hypnose? Alles deutete darauf hin "Seit wann wollen Sie den Carmen töten?" Wieder überlegte Brooke und kramte in ihrem Gedächtnis, "Jetzt wo Sie mich das Fragen, dämmert es mir langsam. Es war kurz nach Isabelles Besuch - Merkwürdig, dass ergibt doch alles keinen Sinn."

Tyler wollte mehr wissen und hakte weiter nach, "War an Ihrer Freundin etwas auffällig merkwürdiges oder wie haben Sie sich in Ihrer Gegenwart gefühlt?" Langsam entwickelte sich das Gespräch zu einem Verhör, doch Brooke antwortete widerstandslos ohne Gegenfragen zustellen. Sie erinnerte sich an das Gespräch zurück, welches Isabelle und Sie geführt hatten. Demnach hatte ihre Freundin einen eiskalten Blick, den Sie noch nie zuvor gesehen hatte. Außerdem hatte Isabelle den unterschwelligen Tonfall gehabt, der nicht typisch für Sie war. "Versprechen Sie mir, dass Sie sich erst einmal von Isabelle fernhalten. Könnten Sie mir bitte Ihre Anschrift geben?" Nachdem sie ihm die Adresse mitgeteilt hatte, fragte Sie, wieso er wissen wollte, wo sie wohnte. Noch bevor Tyler antworten konnte, hörten die beiden ein lautes Poltern in Carmens Wohnung. Brooke zuckte erschrocken zusammen, "Was war das?“. - "Sicherlich nichts Gutes." Tyler klingelte mehrere Male gegen die Klingel und hoffte, dass Carmen die Tür aufmachte -doch vergebens, die Tür blieb verschlossen. "Na gut, dann muss ich eben improvisieren!"

Mit voller Kraft, trat Tyler gegen die Tür, wodurch diese einriss und aufsprang. Hastig eilten sie in die Wohnung, entdeckten zu ihrer Enttäuschung leider nur ein offen stehendes Fenster und auf den Boden kleine weiße Federn zusammen mit einem Handy. Tyler hob die Feder und das Handy auf. Er wollte wissen, welche Nummer zuletzt gewählt wurde. Als er die Nummer auf dem Display gelesen hatte, riss er entsetzt seine Augen auf. „Ava!…“ Tyler drehte wieder um und stieß fast mit Ethan, der gerade im Korridor angekommen war, zusammen. „Wir müssen zum Kings Country Hospital. Ich vermute, dass Carmen auf den Weg zu Ava ist. Komm schon, wir müssen uns beeilen!“ Während Ethan und Tyler im Treppenhaus die Stufen hinunter rasten, wandte der Anwalt sich kurz zu Brooke, die kommentarlos hinterher getrottet war. "Hier trennen sich nun unsere Wege. Vergessen Sie nicht Isabelle aus dem Weg zu gehen." Nickend blieb sie stehen und folgte den beiden nicht mehr. Gerade als sie ihr Handy herausgeholt hatte, sie wollte nämlich ihre Schwester anrufen, hörte sie von weitem Isabelles Stimme. „Habe ich dir nicht gesagt, dass du Carmen für mich umlegen sollst?“…

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Carmen landete auf dem Dach des Kings Country Krankenhauses und gelang durch eine Tür in das Gebäude. Sie wollte sich mit Ava in der 6. Etage treffen, weshalb sie geradewegs dorthin marschierte. Angekommen, warf sich Ava ihr direkt um den Hals und drückte sie herzlich. Nach Monaten der Ungewissheit, ob ihre Freundin noch leben würde, war sie überglücklich Carmen endlich wiederzusehen. „Wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht. Wo warst du?“ Carmen wollte diese Fragen nicht beantworten und meinte nur, dass nun alles schnell gehen müsste. „Können wir in ein freistehendes Behandlungszimmer? Du musst dir das ansehen.“ Einvernehmlich bat die gelernte Krankenschwester ihr zu folgen. Sie traten in das Zimmer 611 ein. Auf der Barre nahm Carmen dann Platz, zog sich ihre Jacke aus und danach ihre Bluse.

 Verwundert starrte Ava sie an. Carmen drückte ihr einen kleinen Spiegel in die Hand und drehte ihr den Rücken zu. „Siehst du die zwei roten Stellen auf meinen Rücken? Halte mal den Spiegel dort hin. Kannst du mir bitte erklären, was um Himmelswillen mit mir passiert ist?“ Gespannt richtete sie den Spiegel auf den Rücken und blickte hinein. Ava zuckte zusammen und musste mehrmals hintereinander Blinzeln. Dann richtete sie ihre Augen wieder auf den Spiegel. „Das ist ja unglaublich“, murmelte sie und wurde im nächsten Moment von Carmen am Arm gepackt. „Genau. Was passiert mit mir? Wer bin ich? Nicht nur äußerlich, wobei das ja auch nur indirekt ist, habe ich mich verändert, sondern auch in meiner Person. Manchmal werde ich von irgendetwas was in mir drin ist, gelenkt und ich verliere über meinen Körper total die Kontrolle. Meine nur im Spiegel-sichtbaren Flügel werden dann Schwarz und ich spüre, wie ein unbeschreiblich, immer größer werdendes Gefühl von Schmerz, Hass und Zorn in mir ausbricht.

Mitfühlend legte Ava ihre Hand auf die von Carmen und versuchte sie zu beruhigen. Sie wollte ihr Helfen, doch anscheinend hatte Carmen schon eine Lösung für ihr Problem. „Ich höre immer merkwürdige Stimmen, unmittelbar bevor die dunkle Seite die Überhand gewinnt: „TÖTEN - du musst töten um leben zu können. Du musst mein Leiden ein Ende setzen, ehe ich mir selbst nicht mehr helfen kann.“ Ava befürchtete, dass Carmen gleich etwas Schlimmes sagen würde und sah sie mit bittenden Blicken an. „Kannst du mir Digoxin geben?“ Ava schüttelte verstört den Kopf. Für gewöhnlich bekamen nur die Patienten mit Herzmuskelschwäche Digoxin verschrieben, da die Polizistin aber einen anderen Hintergrund und Leiden hatte, wollte Ava ihren Wunsch nicht nachgehen. „Vergiss es! Hör auf! Ich werde dir nicht dabei helfen dich selbst zu töten… Es gibt vielleicht jemand, der dir helfen könnte."

Nach Wochen der Verschwiegenheit, würde Ava nun endlich jemanden in Tylers Bestimmung einweihen und gleichzeitig helfen können. "Tyler ist ein wiedergeborener Krieger und muss seitdem gegen Dämon, Kreaturen und Monster kämpfen. Ich weiß, dass sich das verrückt anhört, aber er könnte dir bei deinen Fragen sicherlich weiterhelfen.“ Verblüfft riss Carmen ihre Hand von Ava weg. "Wie bitte?“ Ava dachte, dass Carmen ihr kein einziges Wort glauben würde, doch sie wollte auf etwas anderem hinaus. „Du bezeichnest mich als Monster? Ist es das, was ich nun in deinen Augen bin?! Eine schreckliche Kreatur? Ein widerliches Monster?!" Tränen schossen in ihre Augen - Carmen konnte nicht glauben, was sie gerade aus dem Mund ihrer Freundin gehört hatte. Um das Missverständnis klarzustellen, redete Ava auf sie ein, "Nein, so habe ich das nicht gemeint, lass mich das erklären du bist kein Monster!"

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Atropos und Lachesis waren immer noch auf der Suche und verzweifelten langsam. "Mal spüre ich die Aura ganz stark und im nächsten Moment nicht mehr. Da wird man doch noch wahnsinnig", schimpfte Lachesis und stampfte einmal wütend auf den Boden, "Wenn wir sie nicht gleich finden, könnte sie in große Schwierigkeiten kommen. Ich wette, dass Lilith inzwischen über sie Bescheid weiß und ebenfalls auf die Suche nach ihr ist. Wir müssen uns wirklich beeilen, hast du gehört Atropos?" Lilith war die erste Frau, die Gott erschaffen hatte und da sie sich Adam nicht unterwerfen wollte, floh sie aus dem Paradies. Mit dem Hass auf ihren Schöpfer entwickelte Lilith immer mehr übernatürliche Kräfte und entführte Kinder aus ihren Betten um sie zu töten. Die Menschen schützten sich vor ihr mit Pentagrammen auf denen die vier Flüsse vom Paradies, sowie die drei Namen von Engeln abgebildet wurden. Sie hörte erst mit den Entführungen der Kinder auf, als sie die Flügel des Phoenix und die ultimative Magie bekommen hatte. Lilith galt als unsterblich, da sie problemlos Jahrhunderte überlebt hatte. Erst in der Zeitepoche der Moiren, gelang es eine Person, die gefürchtetste Hexe in die Hölle zu verbannen und gleichzeitig unschädlich zu machen.

Glaubst du, dass sich die Vergangenheit wiederholt?“, fragte Lachesis ihre Schwester, nachdem Sie sich in ihre Wohnung zurück geobrt hatten. „Ich hoffe nicht, denn du weißt was passiert ist, nachdem Lilith getötet wurde.“ Nachdenklich blickte sie auf die Stadtkarte, die auf dem Wohnzimmertisch ausgebreitet lag. Beide starrten auf die Karte und bekamen mit, wie sich Isaac und Klotho in die Wohnung beamten. "Gute Nachrichten, wir haben nun die Unterstützung des jüngsten Kriegers.“ Lachesis verstand zuerst nicht auf was Klotho hinaus wollte und fragte, was sie denn genau damit meinte. „Isaac hat seit gestern seine zweite Fähigkeit entdeckt – Er ist unsere Hilfe bei der Suche nach Carmen und Lilith.“ Isaac strahlte über beide Ohren und klopfte sich stolz auf die Brust. „Ja ja, aber ihr müsst mir erst erklären, wie mein Radar funktioniert.

Jeder der fünf Krieger wurde mit zwei Gaben geboren - Eine Aktive um sich im Kampf gegen Dämonen zu verteidigen und eine Passive die eher als mentale Gabe half. „Gott sei dank. Es gibt doch noch Hoffnung“, schnaufte Atropos erleichtert und meinte, dass Isaac sich auf Carmen konzentrieren sollte. "Habe ich sie denn schon einmal gesehen? Ich weiß noch nicht so wirklich, wie ich meine Fähigkeit steuern kann, aber Klotho meint, dass ich die Person zumindest einmal gesehen haben müsste, um sie Orten zu können." Isaac konnte mit seiner Gabe eine Person wie ein Radar haargenau aufspüren. Darüber hinaus, konnte er in seinen Gedanken die Person sogar hören und sehen.

Die Göttinnen beschrieben das Aussehen von Carmen, doch leider konnte Isaac sich kein Bild machen, wodurch er Carmen niemanden zuordnen konnte. Zum Glück fiel Atropos ein, dass er sie damals auf der Hochzeit der Carrendoors gesehen haben müsste. "Ach du meinst die Arbeitskollegin von Ethan, die von Wasserdämonen vom Schiff gerissen wurde und seither als vermisst galt.“ Zögerlich nickte Atropos mit dem Kopf. Er merkte, dass sie ihm etwas verheimlichte, ging aber darauf nicht ein, weil Lachesis ihn drängte nach Carmen zu suchen. Daraufhin schloss er seine Augen und konzentrierte sich auf Carmen. Anfangs waren tausende Bilder und Personen in seinen Kopf, die wild durcheinander herum schwirrten.  Er musste einen klaren Kopf bekommen und alles Unwichtige aussortieren. "Und, siehst du sie?", fragte Lachesis ungeduldig und tippte nervös ihren Fuß auf und ab. "Ich höre eine wütende und laute Stimme, welche sicherlich zu Carmen gehört, da sie von allen Stimmen, die ich höre, am klarsten zu verstehen ist. Langsam verschwinden auch die anderen Personen, die ich so verschwommen sehen kann..." Isaac presste seine Augen noch fester zusammen. Adern stachen auf seiner Stirn hervor, die immer größer wurden - Er war wirklich hochkonzentriert.

Er hätte nicht gedacht, dass ihm seine Fähigkeit soviel Kraft kostete, doch er wollte die Göttinnen nicht enttäuschen. "Ich sehe sie endlich. Sie liegt aufgerichtet im Bett und streitet sich gerade mit Tylers Frau. Ist Ava eine Krankenschwester? Sie trägt nämlich einen grünen Krankenschwesterkittel und scheint etwas klären zu wollen." Blut tropfte langsam aus Isaacs Nase, wodurch Klotho ihn befahl aufzuhören. "Das genügt, hör auf." Fürsorglich reichte die Göttin ihm ein Taschentuch, um sein Blut oberhalb der Lippe wegwischen zu können. "Wie fühlst du dich?" Mit einem sichtlich zufriedenen aber dennoch zugleich erschöpften Lächeln sah er Klotho an. "Ich fühle mich gerade zwar, als hätte ich 72 Stunden nicht geschlafen, aber ansonsten geht es mir gut." Lachesis und Atropos bedankten sich mehrere Male bei dem Krieger, der ihnen bei der Ratlosigkeit herausgeholfen hatte. "Vergiss die kleinen Flaschen mit dem Weihwasser nicht", erinnerte Atropos ihre Schwester und rollte die Stadtkarte wieder zusammen. Lachesis und Atropos wollten sich sofort in das Kings Country Hospital orben, während Isaac sich erst einmal ausruhen sollte und Klotho ein Auge auf ihm warf, falls ihm was zustoßen sollte. „Wahnsinn… Von allen Kriegern lernst du am schnellsten… Das war damals genauso. Du hast dich kein bisschen verändert… Naja obwohl, dein Kleiderstil und deine Haare sind etwas anders“, lachte die Göttin und strich dem verlegenen Krieger über die Wange…

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Carmen wurde mit jedem Wort was aus Avas Mund kam, nur noch wütender. Ihre Augenfarbe wechselte sich im Sekundentakt von braun zu schwarz, was nichts Gutes zu bedeuten hatte. Mit einem Satz sprang sie vom Bett und wollte nur noch fort, doch Ava stellte sich ihr in den Weg, "Jetzt hör mir doch bitte zu. Ich habe das nicht so gemeint..." Kopfschüttelnd stieß sie Ava von sich, doch leider unterschätzte sie ihre Kraft, wodurch Ava unsanft auf den Boden knallte. Einen Moment sahen sich Carmen und Ava fassungslos an. Ava konnte nicht glauben, dass Carmen sie gerade weggestoßen hat, während Carmen ihre eigene Reaktion nicht erklären konnte. "Siehst du was ich meine? Ich will niemanden verletzen und schon gar nicht die Leute, die ich in mein Herz geschlossen habe." Noch gerade wollte sie aus dem Behandlungszimmer schreiten, doch sie entschied sich kurzfristig um. Carmen steuerte das Fenster an - nein, dass will sie doch nicht wirklich machen, dachte sich Ava und rappelte sich schnell vom Boden auf. "Sag Ethan, dass er einer der Wunderbarsten und Liebevollsten ist, den ich je kennengelernt habe… Lebwohl.“ Mit Tränen in den Augen wandte sie sich von Ava weg und riss das Fenster auf. Carmen sah keine andere Möglichkeit - Nur so konnte sie die anderen vor ihr und sich selbst schützen.

Sie schloss ihre Augen, überwand ihre Angst mit den schönsten Momenten in ihrem Leben und ließ sich aus dem Fenster fallen. Sie hörte noch wie Ava nach ihr schrie, sie spürte noch den Wind, der mit voller Wucht gegen ihren Körper prallte und sie konnte eine Person in ihren Gedanken sprechen hören, der ihr ein wunderschönes Gefühl von Wärme gab. Nachdem sie einen dumpfem Aufprall hörte und kurz danach einen stechenden Schmerz wahrnehmen konnte, verflogen all ihre Gedanken im Nichts und kamen auch nicht mehr wieder auch wenn sie sich gewünscht hätte, die schönen Erinnerungen und Gefühle für immer beibehalten zu können.... Schreiend streckte Ava ihren Kopf aus dem Fenster und blickte weinend auf den Asphalt. Eine dunkelrote Blutlache, breitete sich immer mehr unter dem reglosen Körper von Carmen aus. "Carmen was hast du bloß getan? Oh Gott... Oh mein Gott..." Total außer sich stürmte sie aus dem Zimmer und brüllte verzweifelt nach Hilfe...

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Als Tyler und Ethan endlich im Krankenhaus ankamen, der verflixte Brooklyner-Verkehr war Schuld an der Verzögerung, sahen sie eine aufgeregte Meute, die wild durcheinander quasselten. Zwei Krankenpfleger und ein Arzt, kamen mit einer Barre zu der Menschenmenge um wahrscheinlich einen Verletzten fort zu transportieren. Ethan erstarrte mit einem mal, als er erkennen konnte, wer auf der Barre in das Krankenhaus getragen wurde – Carmen. Bewusstlos, reglos und verletzt. Was um alles in der Welt war ihr zugestoßen. Tyler, der ebenfalls geschockt war, sah seinen besten Freund mit fragenden Blicken an. Nachdem sich Ethan vom Schock einigermaßen erholt hatte und seine Stimme wieder zurückbekam, fing er laut an zu brüllen. „Halt, bleiben Sie bitte stehen.“ Er sprintete zum Arzt und hielt in auf. „Was ist passiert?“ – „Sie ist vom Fenster gesprungen und muss sofort in die Notaufnahme!“ Warum sollte sie so etwas machen? Das ergab doch alles keinen Sinn? „Wir kümmern uns um sie. Machen sie sich keine Sorgen."

Ethan ließ auf den Weg ins Krankenhaus, nie die Hand von Carmen los. „Carmen es wird alles wieder gut hast du mich gehört? Du bleibst weiterhin meine Arbeitskollegin und daran wird sich nichts ändern!“, mit Tränen in den Augen löste er sich von Carmen, da er in die Notaufnahme nicht mit durfte. Unruhig lief Ethan hin und her. Er biss sich auf die Lippen, fasste sich an den Kopf und presste verzweifelt seine Augen zu. „Wie konnte das bloß passieren?“ Kopfschüttelnd hielt er sich die Hand vor dem Mund und erblickte nun Tyler, der ihn mit traurigen Augen ansah. Ethan zog seine Augenbrauen zusammen und stürmte auf Tyler zu. „Wieso hast du das nicht gesehen? Du sagtest doch, dass sie in der Wohnung jemand umbringt. Was ist mit dem Sprung aus dem Fenster? Hast du das etwa vergessen zu erwähnen?!“ Wütend stieß er Tyler von sich und warf ihm Dinge vor, die der Anwalt im Entferntesten nicht ahnen konnte – Tyler hatte ihm wirklich alles erzählt, was er in seiner Vision gesehen hatte. Um ihn zu beruhigen, redete Tyler auf ihn ein, doch Ethan wollte nicht hören was sein bester Freund zu sagen hatte.

Ethan blockte total ab und drückte Tyler immer wieder von sich weg. Obwohl Tyler ihm wirklich nachvollziehen konnte, was er gerade durchmachen musste, wollte er, dass Ethan sich zusammenriss und einen klaren Kopf behielt. „Beruhige dich!“, befahl Tyler, während er Ethan an der Schulter packte und ihn durchschüttelte. Doch der Polizist wollte sich gar nicht beruhigen. „Lass mich einfach in Ruhe, verstanden?“, In seinem Gesicht war totale Verzweiflung und auch Wut zu sehen. Selten hatte der Anwalt seinen Freund so außer sich gesehen und er wusste auch, dass Ethan in seinem jetzigen Zustand niemand an sich heran ließ, geschweige besänftigen konnte – oder doch? Ohne Vorwarnung verpasste Tyler seinem besten Freund einen Schlag auf die linke Backenseite und hoffte, dass dies etwas bewirken konnte: „Sorry, aber das musste sein. Komm wieder runter, hast du gehört! Wenn du dich gerade nur selbst sehen könntest! Du hilfst niemanden mit deinem Benehmen.
 

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