12 | Schwarzer Phoneix

Was bisher geschah:
„Lass mich einfach in Ruhe, verstanden?“, In seinem Gesicht war totale Verzweiflung und auch Wut zu sehen. Selten hatte der Anwalt seinen Freund so außer sich gesehen und er wusste auch, dass Ethan in seinem jetzigen Zustand niemand an sich heran ließ, geschweige besänftigen konnte – oder doch? Ohne Vorwarnung verpasste Tyler seinem besten Freund einen Schlag auf die linke Backenseite und hoffte, dass dies etwas bewirken konnte: „Sorry, aber das musste sein. Komm wieder runter, hast du gehört! Wenn du dich gerade nur selbst sehen könntest! Du hilfst niemanden mit deinem Benehmen.“ ...

12.3. Neustart

Von weitem hörten Tyler und Ethan die Stimme von Ava. Als beide sich umdrehten, sahen sie, wie Ava zu ihnen gerannt kam. „Wird Carmen gerade behandelt? Tyler ich glaub sie ist besessen. Ihre Augen wechselten ihre Farbe und im Spiegel konnte ich weiße Flügeln sehen.“ Ethan stellte sich vor Ava und sah sie mit wütenden Blicken an, „Warum hast du Sie nicht vor dem Springen aufgehalten?“ Stotternd schilderte die Krankenschwester die Situation und wurde von Tyler in Schutz genommen. „Sie kann nichts dafür, also hör auf ihr Vorwürfe zu machen. Wir können jetzt nur hoffen, dass die Ärzte sie retten können.

Ethan wandte sich von den beiden ab und drehte sein Gesicht zur Wand. „Was denkst du Ava, wird sie den Sturz überleben?“ Zögerlich ging sie auf Ethan zu und legte ihre Hand auf seinen Rücken. „Ich weiß es nicht. Wir können nur Hoffen und beten. Es passt zwar gerade nicht wirklich hier hin, aber ich soll dir von Carmen ausrichten, dass du einer der wunderbarsten und liebevollsten Menschen bist, den sie je kennengelernt hatte.“ – Stille. Langsam schloss Ethan seine Augen und unterdrückte seine Tränen, die heraus dringen wollten. Er drehte sich zu Ava und sackte verzweifelt zu Boden. Seinen Kopf und den Rücken, lehnte er gegen die Wand. Als Ava sich zu ihm hinkniete, legte sie ihre Hand auf seine und streichelte sie mitfühlend.

Tyler war es leid, seinen besten Freund so am Boden zerstört sehen zu müssen. Er wollte helfen, konnte aber nicht. Er konnte ihm nicht versichern, dass Carmen diesen Sturz überleben würde – Verdammt. Nach einer ganzen dreiviertel Stunde, die für Ethan eher wie unzählige Stunden waren, öffnete sich die Tür und der Arzt, Dr. Xavier ging auf den sitzenden Ethan zu. Erwartungsvoll, stand der Polizist auf und wollte anhand vom Gesichtsausdruck des Arztes den Zustand von Carmen erfahren. Doch sein Blick verriet rein gar nichts. Ethan rechnete schon mit dem Schlimmsten und hoffte aber, dass er in seiner Vermutung falsch liegen würde.

Ihre Freundin hat den Sturz überlebt.“ Ein Riesen Stein fiel Ethan nach diesem Satz vom Herzen – Erleichterung. „Durch den Aufprall müsste Miss Johns eigentlich viele Knochenbrüche haben, doch außer einige Zerquetschungen im Bauchbereich und zwei angerissenen Rippen, war alles halb so wild. Die Blutungen konnten wir Gott sei Dank auch stoppen. Wahrscheinlich hatte ihre Freundin einen sehr großen Schutzengel gehabt.“ – „Können wir zu ihr?“ Der Assistenzarzt schüttelte den Kopf. „Momentan würde es Ihnen nichts nützen, da sie von der Narkose noch schläft. Ich schätze mal, dass sie erst in einigen Stunden zu ihr können, aber genaueres kann ich ihnen auch nicht sagen.

Nach diesen Worten wandte er sich von Ethan ab, mit der Begründung, dass er eine Berichtserstattung beim Stationsarzt über die jüngste Operation abgeben musste. Nach genau 55 Minuten konnte Tyler endlich ein kleines Lächeln in Ethans Gesicht aufblitzen sehen – Er konnte aufatmen, schließlich wusste er, dass seine Arbeitskollegin überlebt hsatte. „Soll ich dir ein Kaffee holen?“, fragte Tyler und schwenkte seinen Kopf in Richtung Wartezimmer, worin ein Kaffeautomat stand, der fast im Minutentakt von einem Besucher oder Patienten benutzt wurde, „Schließlich wird es wohl eine lange Nacht für dich, Mister Bridgeman.“ Nach diesen Worten packte der 1,93 m große Polizist seinen besten Freund am Arm und ihm eine dankende Umarmung zu geben. Nachdem er ihm mehrere Male auf die Schulter geklopft hatte, entschuldigte er sich kleinlaut für sein vorheriges Benehmen. „Sorry, dass ich vorhin so ausgerastet bin. Meine Sicherungen sind durchgebrannt.

Ach Ethan, weißt du, ich kenne dich mittlerweile schon über 19 Jahren und kann dir das daher nicht übel nehmen. Wahrscheinlich würde ich sogar noch ärger durchdrehen als du.“ Ethan zwinkerte mit dem rechten Auge, da er wusste, dass Tyler in seiner Aussage recht hatte. Von den beiden war Tyler derjenige, der schneller zur Weißglut gebracht werden konnte und das hat Ethan in ihrer gemeinsamen Vergangenheit oft zu spüren bekommen. Unerwartet fingen im ganzen Gebäude die Lichter an zu flackern. Verwundert sahen sich Ethan und Tyler an - Normal war das jedenfalls nicht. Tyler bezweifelte, dass das Krankenhaus Probleme mit der Stromleitung hatte und wurde unruhig. „Was geht hier vor sich“, fragte Ava mit zittriger Stimme und klammerte sich ängstlich an Tyler, der neben Ethan stand und auf die Lichter starrte. Ein fast überhörbares Flüstern drang in Tylers Ohr, welches langsam lauter wurde und schließlich auch zu Ava und Ethan hervordrang. Im Sekundentakt gingen die Lichter vom Ende des Flures nacheinander aus. Die Krankenhausangestellte und die Besucher fielen auf unerklärlicherweise nacheinander um.

Noch bevor Ava ein weiteres mal fragen konnte, was sich gerade abspielte, tauchten Atropos und Lachesis vor ihnen auf. „Kommt schnell hinter die Tür des Operationssaals.“ Atropos und Lachesis öffneten hastig die Tür, schlossen sie, als Ethan, Tyler und Ava ebenfalls hinter der Tür waren. Noch rechtzeitig, bevor die Lichter auch über den dreien ausgingen und ihnen womöglich auch wie die anderen das Bewusstsein nahm. „Stromausfall durch Dämonen?“, fragte Tyler und schaute mit angespannter Miene zu Lachesis, die beschäftigt war ein Pentagramm mit Weihwasser auf dem Boden zu zeichnen. „Kannst du mir erklären, was du gerade machst?“, wollte Ethan wissen und verschränkte seine Arme.

Euch vor Lilith schützen, weil sie in Brooklyn gesehen wurde“, entgegnete Lachesis genervt und schnappte nach Luft, als sie mit der kaum zu erkennbaren Zeichnung aus Weihwasser fertig war. Tyler musste erst mal kräftig Schlucken. Lilith, eine von den ultimativen Sieben? Noch bevor Tyler etwas dazusagen konnte, hämmerte es auf einmal wie wild an der Tür. Vor Schreck wichen alle von der Tür zurück. „Ist sie das?“, schlotterte Ava ängstlich und suchte Schutz bei Tyler. Atropos langte sich an den Kopf „Früher oder später wäre es sowieso rausgekommen... Lilith sucht Carmen auf, weil sie in Carmen eine ihrer größten Feinde sieht.“ Tyler und die anderen beiden rissen mit einem Male ihre Augen vor Verwunderung weit auf. Ava hatte ja nach Carmens Offenbahrung schon den Verdacht gehabt, aber ihr wäre es lieber gewesen, wenn Carmen ganz normal wäre.

An der Tür blieb es jedoch weiterhin unruhig. Lilith wollte um jeden Preis durch die Tür und hämmerte und rüttelte mit voller Wucht dagegen - mit Erfolg. Die Tür sprang auf und zur Verwunderung aller, stand Sophie, die Ärztin und Freundin von Ava vor der Tür. „Ihr wollt eine - Welcome back to life - Party feiern ohne mich? Das ist aber wirklich unhöflich von euch, weshalb ich mir die Freiheit genommen habe und mich selbst eingeladen habe…“ Ava war immer noch total verdattert. Sie dachte, dass eine runzlige alte Frau hinter der Tür stand, eine typische Hexe aus Märchen halt. Niemals hätte sie mit ihrer Freundin gerechnet. „Sophie?“ Genervt verdrehte Lilith die Augen „Sophie, Isabelle oder eine alte Bettlerin aus Queens – wie auch immer. Ich kann jede sein. Ich muss nur lediglich ihren Körper ausborgen, aber um es auf den Punkt zubringen - Mein Name ist Lilith!“ Ihr Ton wurde ernster. „Wenn ihr nichts dagegen habt würde ich zu der Person gehen, die mir das Freiticket zur Hölle geben hatte, Hekate.“ Da Tyler mit dem Namen nichts anfangen konnte, schwankte er seinen Kopf zuerst zu Atropos und danach zu Lilith. „Haben es euch die Moiren nicht gesagt? In Carmen wurde die Schwester von den Moiren wiedergeboren – Die von allen missverstandene Hekate. So unglücklich und verwirrt.“ Das war ein Scherz, dachte sich Ethan und löcherte Lachesis mit seinen fragenden Blicken.

Die Geschichte um Hekate ist ja so herzzerreißend und hätte eigentlich einen Oskar verdient, wenn man ihr Leben verfilmen würde“, fing Lilith zynisch an, „Die Göttin der Zauberei, die immer Missverstanden wurde und durch ihre Fähigkeit zu Unrecht als Dämonin bezeichnet wurde. Ihr Leben wurde mit vielen Fehlinterpretationen geprägt und warum? Sie war es, die mich mit meinen eigenen Mitteln besiegt hatte und danach wurde sie selbst zu einer gefürchteten Gestalt, da sie die selben Kräfte hatte wie ich und diese ihr zu Kopf gestiegen sind.

Auf eine Erklärung wartend, schwankte Tyler erneut seinen Kopf zu Atropos. „Seit wann wisst ihr denn das Hekate in Carmen wiedergeboren wurde und warum habt ihr uns nichts davon erzählt?“ Atropos stammelte vor sich hin. „Hekate verschwand urplötzlich und niemand wusste, wo sie nun war. Da sie eine Wächterin der Tore war, vermuteten die Götter, dass sie ihn der Unterwelt, nicht zu verwechseln mit der Hölle, untergetaucht war. Doch wir hatten uns alle geirrt. Erst im Nachhinein erfuhren wir, was mit ihr wirklich geschah. Sie hatte die Flügeln eines Phoenix und wollte wie der griechische Vogel, durch ihren Tod, auf der Erde wiedergeboren werden. Hekate suchte eine Person, die wie in ihrem Leben oft missverstanden und verletzt wurde. Zudem war es für sie einfacher in einem Menschen wiedergeboren zu werden, die schon einmal Kontakt mit etwas Übernatürlichem hatten.

Ungeduldig unterbrach Lilith das Gespräch zwischen den beiden. „Hey unterhalten könnt ihr euch noch in der Hölle..“ Gerade als sie einen Fuß zu ihnen bewegte, merkte sie, dass ein unsichtbarer Bann sie darin hinderte zu den Moiren und den Anderen zugelangen. „Endstation“, lächelte Lachesis und war froh, dass das Pentagramm nach Jahrhunderte noch auf die Hexe wirkte. Lilith schüttelte mit einem Kichern den Kopf. „Glaubt ihr etwa, dass mich so etwas Dämliches wie Weihwasser oder zudem schlecht gezeichneten Pentagramm aufhalten kann?“ Die Hexe streckte ihre Arme aus und schloss ihre Augen. Schnell flüsterte sie etwas vor sich hin und im nächsten Moment fielen Ethan und Ava bewusstlos zu den Boden. „Hey, was hast du mit ihnen gemacht? Mach das sofort wieder rückgängig“, schrie Tyler besorgt und kniete sich zu den beiden hin. „Nicht so frech, Büstenkopf. Ich könnte die beiden auch gleich töten, aber ich will ja nicht so sein. Ihr lässt mich durch und ich sorge dafür, dass die Menschen im Krankenhaus aus ihrem endlosen Schlaf befreit werden.“ Tyler drehte sich zu den Moiren. Doch bevor irgendjemand von den dreien etwas sagen konnte, ertönte von weitem Carmens Stimme.

„Lilith, immer noch so furchtlos und hässlich wie damals?“ Carmen oder besser gesagt, Hekate lief mit langsamen Schritten zu den Moiren. „Du willst dich wieder mit mir messen? Gut, aber lass die unschuldigen Menschen in Frieden!“ Lilith fing lauthals an zu lachen. „Du setzt dich für die Menschen ein, obwohl sie gerade dir das Leben zur Hölle gemacht haben? Ich bin heute echt gut gelaunt und daher biete ich dir an, an meiner Seite zu kämpfen oder bevorzugst du die Alternative, dein Untergang?“ Kopfschüttelnd lief Hekate zu Lilith. Nur noch das Pentagramm trennte die beiden. „Wer garantiert mir, dass du mich am Leben lässt?“ Die Gegenfrage war berechtigt, aber die Moiren, die ja ihre Schwester waren, konnten nicht glauben, dass Hekate über den Vorschlag der Hexe ernstjaft überlegte. „Hekate hör nicht auf Lilith. Du weißt doch ganz genau, dass Lilith dich nur reinlegen möchte. Sie hat noch eine Rechnung von damals zu begleichen, weshalb sie dich unmöglich am Leben lässt.“ Nach dieser Aussage von Atropos drehte sich Hekate zu Tyler und danach zu Ethan. „Die Person in diesem Körper hat einen ungeheuren starken Willen. Es wäre falsch diese nur wegen meinen Wünschen sterben zulassen.“ Hekate wandte sich wieder zu Lilith und packte ohne eine Vorwarnung ihren Hals und sprach zu ihr: „Sei froh, dass ich heute gute Laune habe!“ Hinter Hekates Rücken weiteten sich große weiße Flügel auf, die für kurze Momente schwarz aufblitzen. „Wage es bloß nicht. Ich bin erst seit Wochen wiedergeboren worden und will nicht wieder zurück in die Hölle.“ Nach dieser Aussage stachen auch hinter Lilith Rücken gewaltige aber schwarzfarbige Flügel hervor. Lilith befreite sich aus Hekates Griff und sprang einen Satz zurück. „Du willst einen Kampf? Gut, doch ich warne dich, in der Hölle war ich nicht nur eine heiße Höllenbraut!

Lilith schmetterte aus ihren Fingern mehrere Feuerbälle, die Hekate mit Energiebällen konterte. Ihre Flügel schlugen wild um sich, wodurch es immer stürmischer wurde und für die Außenstehenden ungemütlicher wurde. Tyler winkte Lachesis und Atropos zu sich um ihm dabei zu helfen, Ethan und Ava in Sicherheit zu bringen. Während Lilith mit Hekates Energiebällen beschäftigt war, merkte sie nicht, wie Isaac und Klotho hinter ihrem Rücken erschienen und dieser einen Stuhl in ihre Richtung schleuderte. Überrascht von diesem unerwarteten Angriff, wurde die Hexe vom Stuhl erfasst und knallte zu Boden. Gerade als Hekate erneut ein Energieball auf Lilith schleudern wollte, tauchte der Schattendämon auf. „Spar deine Energie lieber für die bevorstehende Schlacht auf!“ Nickend packte Lilith seine Hand und löste sich in einem dunklen Nebel auf. Nach ihrem Verschwinden gingen die Lichter wieder an und die schlafenden Menschen erwachten aus ihrem Schlaf.

Sowie Ethan, der Carmen unmittelbar nach seinen Erwachen im Blickfeld hatte. Ein Lächeln zog sich über sein ganzes Gesicht und er rappelte sich schnell auf um sie vor Freude in die Arme zu schließen. Zu seiner Verwunderung wich sie im aus. "Ich bin nicht diejenige für die du mich hältst.“ Verwundert runzelte Ethan die Stirn und merkte an ihrer Tonlage, dass es unmöglich Carmen sein konnte - sie hatte einen leichten kalten Tonfall und ihre Augen strahlten nicht wie sonst. Klar, der Körper war gleich, doch ansonsten war alles untypisch für Carmen. Doch Carmen, die immer noch in ihrem eigenen Körper gefangen war, wehrte sich gegen die Existenz der Göttin. Sie wollte die Überhand gewinnen und der Gedanke und die Tatsache, dass die Person direkt vor ihr stand, an dem sie so hing, verstärkte nur noch ihren Wunsch. "Lass mich frei", dachte Sie und nahm gedanklich Kontakt mit Hekate auf, "Ich wurde im Leben auch oft missverstanden und auch verletzt. Ethan gab mir immer die Kraft an mich zu glauben und das sich alles Schlechte zum Guten wenden wird."

Hekate war aber noch nicht bereit zu gehen. Sie fasste sich an den Kopf und presste ihre Augen zusammen. "Du lügst! In meinem Leben wurde ich nur benutzt und verhasst. So dankten  mir die Menschen, als ich sie vor Lilith geredet habe. Ist es das, was positiv sein soll?", schrie Hekate verzweifelt und fing an zu schwanken. Ethan merkte, dass Hekate einen inneren Konflikt hatte und er vermutete, dass Carmen für Verwirrung sorgte. Obwohl er sich nicht sicher war, dass seine Arbeitskollegen ihn hören konnte, sprach er zu Carmen, in der Hoffnung, dass seine Nachricht ankommen würde. "Carmen, wenn du mich jetzt hörst sollst du wissen, dass ich wahrscheinlich schon vor langer Zeit mein Herz an eine wunderbare junge Frau verschenkt habe. Komm zurück, denn ich vermiss dich."

Nach diesen wunderbaren Offenbahrung, wurde Hekate von Carmen, die nun endlich die Überhand gewinnen konnte, überwältigt und aus Carmens Körper verjagt. Der Geist von Hekate schoss aus dem Mund heraus und schwebte verwirrt in der Luft umher. Carmen dagegen fiel wieder in Ohnmacht, weil die Narkose noch wirkte. Bevor Hekates Geist fliehen konnte, mischten sich die Moiren ein. Sie warfen das kleine Elixier, welches sie von der Hexe (11. Episode) bekommen hatten auf den grauweißen Nebel, wodurch sich Hekates wahre Gestalt zeigte. trug ein Seidenkleid, welches weiß war. Ihre Haare waren bis zum Rücken lang und glatt. Mit traurigen Augen sah Hekate ihre Schwestern an. "Warum kann ich einfach nicht glücklich sein? Ist das etwa zu viel verlangt?" Bitterlich liefen die Tränen über ihre Wange. Tröstend legte Lachesis, die eine besondere Beziehung zu ihrer Schwester hatte, die Hand auf ihre Schulter. "Wir können in Ruhe über alles reden und noch mal von vorne beginnen. Komm mit uns..." Nickend blickte sie zu Ethan, der sich fürsorglich um Carmen kümmerte. "Carmen ist ein wunderbares Mädchen, die viel übrig für dich hat. Enttäusche sie nicht?" Nach diesen Worten löste sie sich zusammen mit den Moiren und Isaac auf. Erst als sie verschwunden waren konnte Tyler wieder etwas sagen. Die ganze Situation hatte ihn doch wirklich sehr überrumpelt.

"Bring Carmen wieder in ihr Zimmer. Ich werde zwischenzeitlich Ava wachrütteln." Tyler kniete sich zu Ava und schüttelte seine Frau vorsichtig. Als sie langsam ihre Augen öffnete, entgegnete er Ava mit einem Grinsen und gab ihr einen liebevollen Kuss. "Ist es vorbei?", fragte Ava noch total neben sich getreten und drehte sich zur Seite. Nickend half er ihr wieder auf die Beine, "Für heute zumindest, und ich schwöre bei Gott, dass ich die verdammten Dämonen zur Hölle jagen werde. Sie haben mir jetzt oft genug mein normales Leben beeinflusst und das Leben von dir und meinen Freunden gefährdet. Irgendwann ist Schluss!" ...

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Während Klotho Isaac wieder zurück nach Queens brachte, führten Atropos und Lachesis ein ernstes Gespräch mit ihrer Schwester. Sie wollten klarstellen, dass sie sich wirklich Sorgen um sie gemacht hatten und sie Hekate nur deshalb im Keller mithilfe eines Zaubers gefangen hielten, weil das Böse in ihr noch viel zu stark war. Außerdem war es nicht richtig, Carmens Leben für ihre eigenen Bedürfnisse zu benutzen. "Du wolltest wie der Phoenix aus der Asche wieder auferstehen. Lass uns das gemeinsam schaffen. Mittlerweile sind Jahrhunderte vergangen und die Menschen, die dich damals zu unrecht verurteilt hatten, existieren nicht mehr. Hilf uns auf der Erde gegen die Dämonen zukämpfen, denn wir können jede göttliche Unterstützung gebrauchen. Die Dämonen im 21 Jahrhundert sind noch viel skrupelloser und brutaler geworden." Nachdenklich senkte Hekate ihren Kopf und ließ sich alles noch einmal durch den Kopf gehen. "Und ihr glaubt, dass ich dadurch glücklicher werde? Menschenleben retten, Dämon jagen, ist es das, was ihr von mir verlangt?"

Lachesis entgegnete ihr mit einem Nicken. "Du kannst nur glücklich sein, wenn du es zulässt. Du musst es nur wollen, dann kommt das Glück wie von selbst. Wir helfen dir dabei", sagte Atropos zu ihrer Schwester und strich ihr über die Schulter. Weinend fiel Hekate ihr in die Arme und freute sich, dass ihre Schwestern sie unterstützen wollten.

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Carmen wachte durch ein leises schnaufen in dem Krankenbett auf und wurde von einem grellen Licht geblendet. Schützend hielt sie die Hand vor dem Gesicht und merkte, dass ihr Armgelenk durch eine Infusionsnadel an einem Schlauch verbunden war. Als sie sich zur Seite drehte, konnte sie Ethan sehen, der in seinem Stuhl eingenickt war und leise ein und aus atmete. Er war es also, den sie kurz bevor sie aufgewacht war, hören konnte – wie süß, dachte sie sich, denn sie hatte ihn in einer solchen Situation noch nie gesehen. In seiner Hand hatte er noch einen schwarzen Becher, der verdächtig nach Kaffe duftete. Auf dem Tisch standen drei weitere Becher, die womöglich leer sein mussten. Mit kleinen Augen sah sie ihn an und dachte sich dabei, wie seelenruhig er doch in dieser ungemütlichen Sitzhaltung bloß schlafen konnte.

Sie konnte sehen, wie Ethans fester Griff am Kaffeebecher nachließ und dieser sich zu seinem Unglück direkt auf seine Diensthose verschüttete. Durch die unangenehme, lauwarme Flüssigkeit wurde Ethan aus seinem Schlaf geholt. Noch total neben sich getreten, er war definitiv noch nicht wirklich wach, schüttelte er vor Schreck den Kopf und schimpfte leise vor sich hin. Während er sich brummend über seine eigene Ungeschicklichkeit ärgerte, merkte er erst nach einer Minute, dass eine Person in Raum aufgewacht war und ihn mit halbgeöffneten Augen, einen Wahnsinns bezaubernden, obwohl sie noch wirklich erschöpft wirkte, anlächelte. „Hallo Ethan..“, hauchte sie ganz leise, während eine kleine Freudenträne über ihre Wange kullerte….