14 | Der Gefallene Krieger

14.1. Schwere Zeiten

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FSK: ab 16 Jahren
Erläuterungen:
Szenen in dieser Farbe, sind Erlebnisse in der Vergangenheit
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.: Bagdad 2008 :.

In der Irakstadt Bagdad galt die grüne Zone (Beschreibung), die über 10 km² breit war, als ein angriffsfreies Gebiet für die amerikanische Armee (Beschreibung) und die darin lebenden Menschen. Um die Sicherheit zu erhöhen wurden Betonmauern, Stacheldrahtzäunen, T-Mauern gebaut und durch amerikanische Soldatengruppen bewacht.

Nach den Rebellenangriffen, die durch Raketen und Selbstmordattentäter verübt wurden, wurde die Sicherheit innerhalb der Zone noch deutlicher verschärft. Trotzdem passierte in jener Nacht ein weiterer Angriff mit dem die Soldaten eigentlich hätten rechnen müssen. Mehrere Selbstmordattentäter brachen mit ihren Humvees in die grüne Zone ein und lösten die Zündbomben, die in ihren Wagen lagen, aus und verursachten Chaos und Angst bei den ahnungslosen Zivilisten. Die Soldaten rüsteten sich nach ihrem ersten Schock auf und reagierten rasch mit einem Gegenangriff.

Sergeant Walsh, der sich zusammen mit zwei seiner Kriegssoldaten hinter einem der explodieren Humvees vorkämpfen konnten, hielten mit gerichteten Waffen Ausschau nach ihren Gegnern. Die Explosion hatte den ganzen Sandboden aufgewühlt und hinzu kam die Dunkelheit in der Nacht weshalb die klare Sicht erschwert wurde. So mussten sich die drei Soldaten gegenseitig ausreichend Schutz geben. In gebeugter Haltung, standen sie Rücken an Rücken und visierten mit ihren messerscharfen Blicken ihre Umgebung an. „Sauber! Keine Gegner in Sicht“, rief der Soldat Landon Armstrong mit fester und jedoch leiser Stimme, blickte danach rasch zum Soldat Lee Yun, der gerade eine Kugel aus seiner Flinte mit aufgesetztem Zielfernrohr geschossen hatte. Ein Fehler, denn daraufhin folgte ein langanhaltender Gegenangriff. „Ziel erfasst!“

Schnell schmissen sich die drei Soldaten auf den Sandboden um den Schüssen ausweichen zukönnen. Da Sergeant Walsh die Situation in Griff bekommen wollte, streckte er seinen Kopf etwas über den Humvee und legte seine M16A4 (Waffe) auf die Haube und visierte seinen Gegner an – Schuss. Ein weiterer irakischer Gegner stürzte daraufhin von den Betonmauern zu Boden.

Da die drei von ihrem Standpunkt aus nicht viel sehen konnten, wollte sich Landon Armstrong zum anderen Humvee vorarbeiten. „Sergeant ich lauf jetzt zum anderen Humvee.“ Ohne auf eine Antwort zu warten rannte er schon los und musste den Schüssen flink ausweichen. „Der spinnt doch“, schüttelte Sergeant Walsh den Kopf und feuerte eine weitere Kugel aus seiner Waffe ab.

Unerwartet fing der Boden an zu vibrieren. Laute Geräusche, die von Himmel kamen und deutliche Rauchspuren mit sich zogen donnerte direkt auf sie zu – Luftraketen, die abgeschossen wurden und die US-Army außer Gefecht setzen sollten. „Landon!“, schrie Lee Yun zu den mutigen Soldaten, der sich von ihnen entfernt hatte. Er wollte ihn vor den Raketen, warnen, doch es war zu spät – Die Raketen landeten in der Betonmauer, wodurch diese in sich hinein fiel und Landon unter sich vergrub.

Lee Yun, der beste Freund von Landon wollte ihm helfen, doch sie gerieten erneut unter Geschoß. „Wir müssen von hier verschwinden“, brüllte Sergeant Walsh und wich erneut den Kugeln aus. Die Situation eskalierte und sie hatten keine Überlebenschance, wenn sie bei den Humvees blieben, denn eine weitere Rakete steuerte in ihre Richtung zu – Rückzug, während der Sergeant Walsh schon fast außer Schussweite war, pirschte Lee zu Landon. Er konnte zum Glück noch die Hand unter der Mauerdecke sehen und zog ihn hervor. Blut und Dreck klebte an seiner Uniform, doch davon bekam er nichts mit, da er sein Bewusstsein verloren hatte. Obwohl die irakischen Gegner immer näher kamen, hatten die beiden Glück im Unglück. Zur Hilfe kamen weitere Soldaten, dass es Lee ermöglicht wurde, den bewusstlosen Landon in Sicherheit zu bringen…

.: In Carmens Apartment :.

Carmen hatte in den letzten Wochen stark mit Depressionen und Kummer kämpfen müssen. Sowie bei Tyler war sie in einem Tief, woraus ihr niemand helfen konnte. Sie hatte ihren geliebten verloren und das war so, als hätte sie ihre Lebensfreude verloren. Nächtelang lag sie im Bett und weinte sich ihre Wangen wund. Sie trauerte um Ethan, einer ihrer wichtigsten Personen und derjenige, der ihr immer das Gefühl gab, wertvoll und besonders zu sein. Warum musste er von dieser Welt gehen? Hatte Gott ihm kein langes Leben gegönnt? Hatte Gott ein anderer Plan für Ethan? Hatte niemand an das große Loch gedacht, welcher durch Ethans abtreten bei vielen hinterlassen wurde?

Sie hatte ihm bei der Anhörung nicht einmal zurückantworten können, als er –Ich liebe dich – gesagt hatte, konnte ihm nicht vor den Kugeln warnen und hatte nicht mal die Gelegenheit, Lebewohl zu sagen. Alles ging Schlag auf Schlag und ohne Vorwarnung…

In ihrer Trauer dachte sie an die Zeiten zurück, als Hekate noch von ihrem Körper Besitz ergriffen hatte. Sie wusste wie mächtig die Magie war und sah darin eine Möglichkeit, die schreckliche Tragödie rückgängig zu machen.

Sie wollte mit Magie das unmögliche Möglich machen und so war es, dass sie sich zuallererst an Hekate gewendet hatte. Die Göttin der Zauberkunst riet ihr davon ab, in die schwarze Magie einzutauchen, da sie schlimme Auswirkungen haben könnte. Der Versuch, jemanden aus der Hölle zu holen, wäre wie einen Schuldigen Freizusprechen zu wollen. Nur in seltensten Fällen würde das alles gut gehen.
Carmen gab sich nicht zufrieden, und fing an, selbst zu recherchieren. Sie durchsuchte im Internet die Foren der - angeblich wahren Hexen – doch Erfolg hatte sie bei den Versuchen nie gehabt.

Am gestriegen Morgen wachte sie mit einem Namen von einer Frau, die in ihren Traum erschienen war auf – Melody Candis. Sie hatte den Namen noch nie gehört und war sich aber sicher, dass es ein übernatürliches Zeichen war. Als sie in der Polizeiakte nachgesehen hatte, erfuhr sie, dass Miss Candis wegen dreifachen Mord freigesprochen wurde und dass die Morde bis heute nicht aufgeklärt wurden. Da das Protokoll Ethan selbst erstellt hatte, wusste sie, dass sie Candis kontaktieren sollte. Sie vereinbarte ein Treffen mit Melody, die anfangs skeptisch und sich auf unwissend gestellt hatte, doch als Carmen ihr in Tränen mitgeteilt hatte, dass Ethan verstorben war und sie wüsste, dass Melody irgend ein Geheimnis in sich trug, wollte die ehemalige Verdächtigte Carmen helfen.

Sie kam mit einem dicken und braunem Leder gebundenes Buch zu Carmen und schlug die Seite, die mit einem Lesezeichen versehen war, auf. Im Vorfeld sollte Carmen einige Dinge für den Zauber besorgen. „Mit diesem Hexenspruch kannst du mit dem Sensenmann kommunizieren.“ Unsicher sah die verzweifelte Polizisten Melody an. „Haben Sie das schon einmal ausprobiert?“ Schnell schüttelte Candis den Kopf. Die Angst war zu groß, wieder eine mächtige Hexe zum Leben wiederzuerwecken und diese am Hals zu haben. Wären die Moiren damals nicht gewesen, hätte die Hexe sie höchstwahrscheinlich getötet. Auf den Rat von den Schicksalsgöttinnen hin, ließ sie ihre Finger von der schwarzen Magie und rührte seither das Buch nicht mehr an. Darum wollte Melody auch so schnell wieder aus der Wohnung gehen um somit in keinerlei Hinsicht mit der Hexerei in Kontakt zu treten.

Das Buch würde sie Carmen schenken, vielleicht hätte sie ja eine gute Verwendung für dieses Buch. Sie jedenfalls wollte das Buch immer los werden, doch jeder Versuch, dass Buch zu vernichten scheiterte kläglich. Denn das Buch tauchte immer wieder unter ihrem Bett auf und sah aus, als wäre mit dem Buch nichts geschehen. „Sie sind sich also wirklich sicher, dass sie das Buch nicht mehr haben wollen?“, hakte Carmen nach und begleitete Melody aus der Wohnung. „Um Gottes Willen, ja! Aber geben sie acht, es könnte ihr Leben komplett verändern.“ Carmens Leben hatte sich bereits verändert. Sie lebte seit einigen Monaten mit der schrecklichen Erkenntnis, dass es Monster und Dämonen gab, die Angst und Chaos verbreiteten.

Danke für den Hinweis. Passen Sie gut auf sich auf.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Melody und ging mit einer großen Erleichterung aus dem Apartment. Kaum war die Tür geschlossen, kurbelte die Polizisten die Rollläden im Wohnzimmer herunter. Sie zündete Kerzen an, die das Tageslicht ersetzten und bereitete alles für den Hexenspruch vor. Nachdem sie den geschnörkelten Text entziffert und vorgelesen, sich in ihrer Handfläche eine tiefe Wunde geschnitten hatte, spürte sie kalten Windzug, der die Kerzen wieder ausgeblasen hatte.

Kurz daraufhin roch sie einen verbrannten Geruch, der so sehr nach Schwefel gerochen hatte, dass sie anfangs stark Husten musste. Sie wimmerte eine Person im Raum, konnte aber niemanden sehen. Als vor ihr eine vermumte Gestalt mit einer Sense in der Hand sichten konnte, erschrak sie fast zu Tode. Da sie es mit der Angst bekam, schlug ihr Herz rasend schnell und der Atem stoppte mit einem Male. Die Gestalt sprach mit einer brummigen und angst einflößender Stimme ihren Namen: „Carmen Johns.“ Zitternd lief sie einige Schritte zurück.

Ich weiß weshalb du mich gerufen hast und ich kann dir in dieser Hinsicht jedoch nicht helfen.“ Die Kerzen zündeten sich wieder von selbst an und somit konnte sie den Mann mit der schwarzen Kutte direkt vor ihr stehen sehen. Als er die Kapuze von seiner schwarzen Kutte von seinem Kopf nahm, erkannte sie einen jungen Mann, den sie schon auf der Hochzeit von Tyler und Ava gesehen hatte. Es war Hypnos (erschien in Episode 10), der kleine Bruder von Thanatos, einer von The Ultiamte Se7en.

Du willst mich fragen, ob es eine Möglichkeit gibt deinen Freund, Ethan Bridgeman aus der Hölle zu befreien.“ Bestätigend fing sie an zu nicken und konnte wieder langsam nach Luft schnappen, da der Anblick des Sensenmannes, nachdem er nicht mehr vermummt war, nicht mehr so beängstigend war - Er sah menschlich aus und hatte sogar freundliche Gesichtszüge, obwohl er während des Gesprächs kein einziges Mal gelächelt hatte.

Warum gibt es denn keine Möglichkeit? Kann ich denn gar nichts dagegen tun?“ In ihrer Stimme konnte Hypnos ihre Verzweiflung heraushören, doch auch wenn er ihr helfen wollte, war es unmöglich ihr den Wunsch zu erfüllen. „Ethan Bridgeman war das Opfer eines besessenen Menschen. Lilith hatte Molly Sailer aufgesucht und ihren Körper für kurze Zeit in Besitz genommen. Mit einem Revolver, die Alex Burks in seinem Nachtschrank hatte, lief sie zum Gerichtsgebäude und wollte Ethan ein Denkzettel verpassen, da er in der vorherigen Nacht, ihr Angebot die Seiten zu wechseln abgeschlagen hatte.
Mit dem Tod von Ethan wollte sie einen weiteren Versuch starten, ihn für die Böse Seite zu gewinnen, doch als er auch beim zweiten Mal nicht einging, wurde er vom Schattendämon mitgenommen. Seither wird er vom Schattendämon persönlich bewacht und von den anderen Seelen abgeschirmt.

Traurig senkte sie ihren Kopf und Tränen sammelten sich in ihre Augen an, die anschließend langsam über ihre Wangen kullerten. "Geht es ihm wenigstens gut? Muss er schreckliche Schmerzen erleiden? Fragt er nach uns?“ Sie wischte sich die Tränen ab, „Und was soll ich nun machen? Ich fühle mich seit Wochen so leer und alleine gelassen. Niemand verstand mich besser als er und …“ Carmen schluchzte bitterlich, „Ich weiß nicht, wie es ohne ihn weiter gehen soll. Ich wurde mit fünf Jahren schon Waise und nun wurde mir der letzte Mensch weggenommen, woran ich mich  festhalten konnte.

Das Leben geht auch ohne Ethan weiter. Du hast deine Freunde und die werden dich in deiner schweren Zeit unterstützen und heraushelfen. Vergessen kannst du ihn nicht, nur mit der neuen Situation besser umgehen.“ Weinend schloss sie ihre Augen und atmete tief ein. Im Moment konnte sie sich es gar nicht vorstellen über Ethans Tod hinweg zukommen.

Ich muss jetzt wieder gehen. Eine weitere Seele wartet auf mich. Bevor ich jedoch gehe, habe ich noch eine Nachricht, die du Tyler übermitteln sollst.“ – „Die wäre?“, fragte sie, als sie ihre verheulten Augen wieder geöffnet hatte. „Nicht mehr lange, so werden alle sieben der gefürchtetsten Dämonengruppe wiedergeboren sein und Tyler und die anderen sollten darauf gefasst sein. Wir sehen uns zu gegebener Zeit wieder. Vielleicht schon früher als du denkst…

Hypnos stülpte sich wieder seine Kapuze über verschwand in einem schwarzen Rauch mit einem kalten Windzug, woraufhin die Kerzen wieder ausgeblasen wurde. In der nächsten Sekunde gingen die Rollläden wie von Geisterhand wieder nach oben wodurch Carmen ein weiteres mal vor Schreck zusammenzuckte. Sie konnte sich nicht beruhigen, denn nach einer Überraschung folgte die Andere.

Eine weitere Gestalt hatte sich in ihrer Wohnung aufgehalten, die nun gefährlich nahe zu ihr lief. "Ich kann dir helfen." Blitzschnell packte er nach ihrem Hals und erwürgte sie, bis sie das Bewusstsein verlor...

.: heutige Zeit: In der Wohnung der Carrendoors :.

Dwight hatte sich zurück in die Wohnung georbt, da er für seine Mutter Zucker und Mehl einkaufen wollte. Er stand nun direkt vor Violet und Ava, die in der Küche einige Muffins backen wollten. Violet hatte die Gabe mit den Visionen von ihrem Vater geerbt, weshalb sie den Tot von Ethan vorhergesehen hatte – um genau zu sein hatte sie die Visionen schon im letzten Jahr. Deshalb war Dwight immer wieder in der Vergangenheit gereist, um schreckliche Ereignisse, wie zum Bespiel den Tod des Polizisten, zu verhindern. Er musste jedoch immer wieder feststellen, dass sich das Schicksal nicht austricksen ließ und so war es, dass sich die Vergangenheit immer auf eine Art und Weise wiederholt hatte.

Der Grund, weshalb die beiden wieder im Jahr 2009 waren, war nicht nur Ethan, sondern ein Ereignis, dass sich in der jetzigen Gegenwart ihrer Eltern ereignen würde und ihm Jahr 2028 für Angst und Schrecken sorgte. Dieses Monster mussten sie zusammen mit ihrem Vater töten, doch wann dies genau geschehen wird, konnte sie aus der Vision nicht heraus sehen. Der einzige Anhaltspunkt war, dass es kurz nach dem Tod von Ethan war…

Hm.. Lecker.“ Dwight tunkte seinen Zeigefinger in den Schokoladenteig und schleckte diesen ab. Empört fuchtelte Ava lachend mit ihren Händen in der Luft, „Bleib mit deinen dreckigen Finger von meinem Teig fern. Wer weiß wo du deine Finger gerade hattest. Pfui!“ Schnell schmierte er seine Finger an seiner Hose ab, „Meine Finger sind sauber, siehst du?“ Dwight streckte seine Finger aus und hielt sie vor Avas Nase. „Es ist schön, dich endlich wieder Lächeln zu sehen.“ Violet stupste ihre Mutter an und bewegte ihren Kinn in Richtung Dwight. „Das hat er von Dad, nicht wahr? Er putzt seine Finger auch immer an seiner Hose ab.

Gerade hatte Ava noch ein Lächeln im Gesicht gehabt, doch nach der Aussage verschwand es wieder hinter einer ernsten Miene. „Für Tyler ist es ein großer Schritt, Ethan auf den Friedhof zu besuchen. Seit ich euren Vater kenne, war Ethan stets an seiner Seite und manchmal habe ich sogar das Gefühl gehabt, dass er ihn mir vorzog. Klar ist mir bewusst, dass wir gleich auf waren, denn schließlich kann man einen besten Freund nicht mit seiner Frau vergleichen, aber…

Violet unterbrach ihre Mutter, „Dad liebt dich über alles, dass habe ich in der Zukunft deutlich sehen können, denn als du….“ Nun mischte sich auch Dwight ein und ließ seine kleine Schwester nicht zu Ende reden. „Violet.. Das gehört nicht hier hin.

Nickend lenkte Violet vom Thema ab. „Also die Muffins werden der Brüller, da bin ich mir ganz sicher. Du hast mir in der Zukunft immer einmal in der Woche Muffins für die Schule mit eingepackt und meine Freundinnen waren immer total neidisch auf die Muffins.

Ava fing wieder an zu strahlen, denn sie konnte es kaum erwarten, selbst miterleben zu können, wie sie Dwight und Violet zu Welt brachte und sie groß zog. In Dwights Fall war es ja demnächst soweit. Nur wann, war die große Frage, denn die Geburt war eigentlich schon seit Ende April fällig. Ava hätte es sich auch einfacher machen können, indem sie Dwight nach seinem Geburtstag gefragt hätte, aber sie wollte sich überraschen lassen und Vorfreude nicht kaputt machen....

.: Los Angeles International Airport :.

Hope stieg in ein Taxi am Flughafen von Los Angeles ein. Sie hatte durch Ethans Tod eingestehen müssen, dass sie mit ihrer Vergangenheit abschließen musste und nicht mehr länger wegrennen konnte.
Das Taxi fuhr in die Santa Monica Boulevard und blieb vor einem riesigen Gebäude stehen. „
Ich brauche nur einen Moment. Danach können wir weiter zum Krankenhaus fahren.“ Der Taxifahrer brummte ein einvernehmliches ja und drehte das Zündschloss nach Link, so dass der Motor ausging.

Hope holte einmal tief Luft, stieg aus dem Auto aus und vergaß für einen Moment lang den ganzen Lärm, der vom nicht aufhörenden Verkehr verursacht wurde. Sie dachte an die Person zurück, mit dem sie in diesem Gebäude eine Wohnung gemietet hatte und für zwei Jahren gelebt hatte. Es war einer ihrer schönsten Zeiten und sie vermisste diese Person so sehr – Landon Armstrong.

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Seit Landons 21. Lebensjahr hatte er nichts anderes gekannt, als für seinen Staat als Pflichtsoldat zu dienen und kämpfte seither in mehreren Einsatzgebieten. Nach dem Irakkrieg 2003 hatte er keinen größeren Einsatz mehr gehabt und konnte sich daher in seiner Heimatstadt Los Angeles neu einleben.

Dabei lernte er bei einem nächtlichen Diskothekenbesuch mit seinen Millitärskameraden eine kleine Gruppe von Jura-Studentinnen kennen. Ihm viel sofort die schlagfertige Hope Waltham auf, die kein Blatt vor dem Mund nahm und alles frei heraus plapperte, wenn ihr etwas nicht gepasst hatte.

Sie war gegen den Krieg und hatte wenig für die US-Army übrig, da sie der Meinung war, dass die Soldaten nur Marionetten von der Fehlpolitik in Amerika waren. In Landons Augen war es ebenfalls eine Kritik an seiner Person und seinem Beruf. Er hatte nicht die besten Schulnoten und war nur im Sport gut gewesen. Nach der High School jobbte er in mehreren kleinen Bars, für einen anständigen Beruf hatte er sich zwar auch beworben, wurde aber jedoch immer abgelehnt. „Manche haben vielleicht nicht die Chance oder das IQ für einen Platz auf einem College!“ Landon war wütend, weil Hope ihn so herablassend angeschaut und abgestempelt hatte. Als die Einsicht kam, wurde die selbstbewusste Studentin kleinlaut und wollte sich herausreden. „Letztendlich wollen wir beide dasselbe – Gerechtigkeit.“

Während die beiden hin und her diskutiert hatten, merkten sie nicht, wie sich ihre Freude still und heimlich auf die Tanzfläche verzogen hatten um die beiden alleine zu lassen. Es war kein guter Start und so dachten die beiden, dass sie sich zum ersten und zum letzten Mal gesehen hatten.

Als sie sich jedoch einige Tage später wieder in einer Einkaufsmall getroffen hatten, war es wohl die Ironie des Schicksals, dass die beide doch irgendwie zusammen gehört hatten. Es war Lee, der gesagt hatte, dass Landon nach einem Date fragen sollte. Nach anfänglichen – Neins und das mach ich nicht, hatte sich Landon doch überreden lassen. Sie verabredeten sich für ein erstes Date, dass schnell zu unzähligen wurden. Zwar herrschte nie Harmonie zwischen den beiden, weil die Verabredungen meistens in heiß-diskutierten Themen endeten, da die beiden wieder einmal verschiedene Ansichten waren, Ihnen war jedoch klar, dass sie etwas für den anderen übrig hatten. Sie waren das typische Gegenpol-Paar, denn in fast jeder Hinsicht spalteten sich ihre Meinung und Standpunkte.

Am Strand den Sonnenuntergang anzusehen, war für Hope das Romantischste, während Landon den Sonnenuntergang nur als Anklang zum Abend gesehen hatte. Mit Romantik konnte der Soldat wenig anfangen, denn er hatte zu schnell gelernt, Befehle zu befolgen und berechnend zu sein. Seine Army-Zeit hatte ihn schon geprägt, aber gerade wegen seines harten und taffen Auftretens, konnte Landon ihr Herz erobern.

Nach drei Jahren Beziehung schlug er Hope vor, dass sie zu ihm ziehen sollte, doch als sie gerade mal ein Monat in seiner Wohnung gelebte hatte, wurde er für den Wiederaufbau in Irak eingesetzt. Laut Angaben sollte der Aufenthalt nicht länger als ein Jahr sein und er würde womöglich sogar viel früher als geplant zurückkommen. Sie sollte auf ihn warten und ihn auf keinen Umständen gegen einen anderen Austauschen. Mit dem Versprechen lies sie Landon gehen und betete jede Nacht zu Gott, dass ihr Freund heil aus Bagdad zurückkam …
 

.: Brooklyn, heutige Zeit :.

.Mit einem traurigen Gesichtsausdruck stieg Tyler in seinen silbernen Mazda RX-8. Genauso wie der Autobesitzer selbst, sah der sonst so top gepflegte Coupé nicht gerade gut aus. Seit Wochen hatte das Auto keine Waschanlage mehr gesehen, so dass kein Heißwachs und Schaumpolitur das Auto glänzend gehalten hatte. Tyler war in Gedanken ganz bei seinem erst kürzlich verstorbenen Freund, Ethan Bridgeman – Am Tag der Anhörung beendete eine Patrone aus einem kleinen Revolver und ein treffsicherer Schuss das Leben von Ethan und somit auch einen Knick in Tylers Leben.

Obwohl Tyler nie seine Emotionen offen seiner Familie oder Freunde gegenüber offenbart hatte, war er tief in seinem inneren mehr als verletzt und aufgewühlt. Ihn plagten Schuldgefühle, Gewissensbisse und Trauer, die nicht aufhören wollten. Er gab sich die Schuld, weil er seinen besten Freund in die Wohnung von Alex Burks (Episode 13) mitgenommen hatte um den Werwolf das Handwerk zu legen. Dass Tyler bei dem Kampf bewusstlos wurde und Ethan dadurch eingreifen musste, kostete ihn am darauffolgenden Tag das Leben.

Tyler nahm sich eine Woche Urlaub und zog sich immer mehr von der Außenwelt zurück. Sein Zimmer hatte er nur selten verlassen und gesprochen hatte er in den letzten Wochen kaum. Die schlimmsten Minuten seines Lebens, verfolgte ihn ununterbrochen und so war es, das er kaum durchschlafen konnte. Tiefe und dunkle Stellen unter seinen Augen, seine Grübchen, die jedes Mal beim Lachen zum Vorschein kamen, blieben seit Wochen versteckt.

Gestern hatte Dwight, der zusammen mit seiner Schwester Violet am Tag von Ethans Tod von der Zukunft zurück in das Jahr 2009 gereist war, ein ernstes Gespräch mit seinem Vater gehabt. Tylers zukünftiger Sohn wollte Tyler klar machen, dass es so nicht weitergehen konnte. Er hätte eine Familie die ihn genauso brauchte und die bevorstehende Schlacht würde noch viel mehr Opfer bringen, als ihm lieb wäre. Millionen von Menschen, darunter Freunde, Arbeitskollege und Familienmitglieder würden das Leben verlieren, wenn Tyler sich nicht endlich aufrappelte um mit den anderen gegen die Dämonen zu kämpfen.

Nach dem Gespräch hatte der Anwalt erst keine Reaktionen gezeigt, doch als er die Worte verinnerlicht hatte, sich den Ausmaß der Schlacht vorgestellt hatte, wollte er nicht noch mehr Personen, die ihn nahestanden verlieren.

Bevor er sich jedoch auf seine Bestimmung konzentrieren wollte, musste er zuallererst ein Ort aufsuchen, den er wochenlang gemieden hatte - die Grabstätte von Ethan. Er hatte so viele Fragen, die leider unbeantwortet blieben, doch im Nachhinein fühlte er sich doch um einiges befreiter. Alles hatte sich in den letzten Wochen angestaut, was nur darauf gewartet hatte, auszubrechen. Hatte er nun die Kraft für die große Schlacht?

Ethan war immer derjenige gewesen, der Tyler Halt gegeben hatte. Er gab ihm immer wieder wertvolle Tipps und motivierte den Anwalt vor kniffligen Aufgaben? Die Rolle des besten Freundes konnte man nicht so einfach ersetzen – Ethan war eben kein Auto, der nach zwanzig Jahren ersetzt werden konnte. Womöglich hatte Tyler nur noch seine Familie – Ava, Dwight und Violet. Die durfte er auf keinen Fall verlieren. Sie waren der Grund, weshalb er aus seinem Loch hervorkriechen wollte und der Tod von Ethan war der Grund, die Dämonen zurück in die Hölle zu befördern…

Er blickte noch einmal zum Friedhof zurück, denn so schnell würde er diesen Ort nicht mehr aufsuchen wollen. Doch wen konnte er aus dem Auto steigen sehen? Terrence Capwell, der Staatsanwalt der bei der Anhörung gegen Ethan und ihn agiert hatte. Er hatte den Friedhof aufgesucht und hatte eine weiße Rosa bei sich trug. Mit einer schief gezogenen Miene stieg Tyler wieder aus seinem Auto um nachzuschauen, wen Terrence auf den Friedhof besuchen wollte.

Er wollte sich nicht vor dem Staatsanwalt verstecken und deshalb lief er schneller, um ihn einzuholen. "Hey Terrence", rief Tyler. "Bleib mal stehen." Nachdem Terrence sich umgedreht hatte, staunte er nicht schlecht, als er seinen ehemaligen Studenten-Kamaraden gesehen hatte. "Tyler... Was suchst du denn hier?"

"Das selbe könnte ich dich auch fragen", entgegnete der Anwalt und stand nun direkt vor Terrence, der leicht nervös wirkte. "Muss ich um Erlaubnis fragen, wenn ich auf dem Friedhof jemand besuchen möchte?" Terrence Stimme klang etwas zittrig, was Tyler nur noch stutziger machte. "Ich war gerade bei Ethan. Wen sollte ich sonst hier aufsuchen wollen." Nach dieser Aussage hin, senkte sich Terrence Kopf zur weißen Rose hin. "Mein Beleid, Tyler. Ich hätte nie gedacht, dass alles so außer Kontroller geraten konnte. Hätte ich es nämlich gewusst..." Tyler unterbrach Terrence Satz und bat darum, nicht mehr weiter zureden.

"Lass es einfach. Du kannst was passiert ist, nicht mehr Rückgängig machen." Nach diesen Worten drehte sich Tyler um und wollte gerade Richtung Ausgang gehen, als plötzlich eine weibliche Frauenstimme anfing zu schreien. Erschrocken drehten sich Terrence und Tyler in die Richtung, woher die Frauenstimme zuhören war. "Die Schreie kommen von dort drüben!", sagte Terrence und lief zusammen mit Tyler zur dunklen Stelle hin, wo das Licht der Laternen nicht hinscheinen konnte.

Sie konnten sehen, wie eine Person die schreiende Person auf die Schulter gepackt hatte und mit ihr davon rennen wollte. "Bleib stehen", schrie Tyler und legte nochmal an Tempo zu. Terrence hatte Probleme nachzukommen, obwohl er viel Sport getrieben hatte. Dennoch wollte er Tyler nicht aus den Augen verlieren. Die Person merkte, dass er nicht mehr alleine auf den Friedhof war und versuchte zu fliehen, wärehnd die Frau ununterbrochen auf seinen Rücken schlug.

In Tylers Fingern prickelte es, denn er merkte, dass in seinen Händen die kleinen Windstöße herauskommen wollten. Doch seine Gabe konnte er unmöglich vor Terrence offenbaren, auch wenn er mit den Windstößen sicherlich erfolgreicher bei der Jagd nach dem Kidnapper gewesen wäre. Unvorhergesehen löste sich die Person zusammen mit dem Opfer in einem dunklen Rauch auf, woraufhin Terrence einen lauten Schrei von sich gab: "Ach du heilige... Tyler hast du das gesehen? Wie hat er das gemacht?" Für Tyler waren es zu viele Fragen auf einmal, so dass er nur zögerlich mit der Schulter zucken konnte. "Frag mich was leichteres Terrence. Ich weiß es nicht."....

Fortsetzung:  14.2. Gefangen