15 | Against Heaven & Hell

15.1. Chiliasmus (χιλια)

.: Bei den Carrendoors :.

Der Tag worauf Ava ungeduldig gewartet hatte, war endlich da. Es geschah zwei Wochen, nachdem Hope aus ihrem Wachkoma erwacht war und zu aller Überraschung schnell wieder zur Genesung kam. Doch anscheinend war das Krankenhaus ein beliebter Ort für Tyler und seine Freunde, denn wenn man die Untersuchungen, Noteingriffe und Besuche zusammenzählten, war die Zahl höher als die vergangenen Kinobesuche.

Ava schlief am Abend gegen 18 Uhr vor dem Fernseher ein und träumte von herrlichen Ausflügen mit der Familie. So saß Tyler mit einem kleinen Jungen, der wahrscheinlich Dwight sein müsste auf der Bank und erzählte ihm von seinen erfolgreichen Baseballspielen. Schmunzelnd drehte der Kleine seinen Kopf zu Tyler um beim erzählen die Begeisterung und Euphorie seines Vaters ganz genau betrachten zu können. Ava dagegen ruhte sich auf einem aufgeschlagenen großen Teppich neben der großen Eiche mit ihren gewaltigen Ästen und grünen Blätter aus. Sie brauchte nach so viel Sonne, einen schattigen Platz und sah ihren beiden Männern amüsierend zu. Sie griff nach ihrem Orangensaft und wollte gerade davon Trinken, als sie diesen unangenehmen Schmerz der sich vom Rücken her ausgebreitet hatte, sie davon abhielt.

Die Schmerzen ließen nicht nach, so dass sie kaum noch die Flasche heben konnte und diese über ihr weißes Seidenkleid fallen ließ und der Orangensaft sich auf das Weiße breitflächig verteilt hatte. Ava riss erschrocken ihre Augen auf und blickte direkt auf den Fernseher. Alles war nur ein Traum, aber dennoch hatten die Schmerzen weiterhin angehalten. Sie vermutete, dass sie eine ungeschickte Schlafposition eingenommen hatte und wollte deshalb sofort aufstehen. Mit aller Kraft drückte sie sich von der Couch ab und merkte, wie ungewöhnlich ihr Bauch sich verändert hatte.

Ein lautes Platschen war direkt unter ihr zu hören und hatte ihren Umstandskleid völlig nass gemacht - Es war soweit, die Fruchtblase war geplatzt und die Vorwehen hatten begonnen. Mit voller hysterischen Lauten, trommelte sie ihre Familie, die überall in der Wohnung verteilt waren, in das Wohnzimmer. Violet, die als erstes hinein trat, reagierte mit einem lauten Schrei, „Mum, sag bloß...

Als nächstes tauchte Dwight und kurz darauf Tyler auf. Beide blieben zwei Meter vor der großen Wasserpfütze, die unter Ava war, stehen. „Sag mir nicht, dass du dir in die Hosen gemacht hast“, sagte Tyler und schaute abwechselnd seine Frau und die Pfütze an. Violet rannte aufgeregt aus dem Zimmer und kam kurze Zeit später mit vielen Handtüchern wieder. „Es ist so weit. Dwight ist im Anmarsch.

Während Violet und Dwight die Handtücher über die nassen Stellen gelegt hatten, versuchte Tyler seine Frau aus ihrer erstarrten Haltung zu befreien. Vorsichtig legte er ihren Arm um seine Schulter und lief mit ihr achtsam, aber dennoch in einem zügigen Tempo in Richtung Flur. „Das brennt wie Feuer“, jammerte Ava und zuckte bei jedem spürbaren Schmerz zusammen.

Du musst ruhig bleiben und völlig relaxt an die Sache rangehen.“ Obwohl Tyler ihr das geraten hatte, schien er wohl der nervösere von den beiden zu sein, was sich an seiner Hand verdeutlichte. Er zitterte ununterbrochen und hatte den Schlüssel kaum ruhig halten können. Im Auto hatte er sogar vor Aufregung, den Wagen einmal abgewürgt, da er zu schnell von der Kupplung gegangen war. Das Auto war wohl nicht familiengerecht, da die Rückbank doch ziemlich eng war. Naja, ein Mazda RX-8 war eben ein Sportwagen und kein familienfreundlicher Cheep.

Auf der Fahrt hatten sich Dwight und Violet auf die Rückbank georbt und wollten unbedingt dabei sein, wenn Ava das Baby bekam. Doch je näher sie sich dem Krankenhaus näherten, desto mulmiger wurde es vor allem für Dwight.

Aber eins muss ich vorneweg klarstellen. Ich werde nicht bei der Entbindung neben dir stehen und ich werde dir auch nicht die Hand halten, während du vor Schmerzen mich anbrüllst“, rief Dwight in einer aufgeregten Tonlage. Daraufhin fügte Tyler noch hinzu, dass er wohl bei seinem Sohn vor der Entbindungsstation bleiben würde. Auch er bekam weiche Knie, denn er wüsste nicht, ob er derjenige war, der bei der Entbindung ärztliche Hilfe bräuchte. Sicherlich liebte er seine Frau, aber bei der Geburt neben ihr zu stehen, machte ihm Angst. Er hatte schon von so vielen gehört, dass die Männer in den Kreissälen in Ohnmacht gefallen sind, da sie die Aufregung, den Anblick oder einfach der ganzen Situation nicht gewachsen waren…

.: NYPD Revier :.

Wie schon Vorprophezeit musste Carmen wegen ihrem gebrochenen Arm am Empfang die eingehenden Telefonate entgegen nehmen und die Personen, die wegen einer Sache das Revier aufsuchten, empfangen. Seit zwei Wochen saß sie schon auf dem wahrscheinlich unbeliebtesten Arbeitsplatz, der im Übrigen auch den unbequemsten Bürosessel besaß. Beim letzten Kontrollbesuch im Krankenhaus hatte der Arzt ihr mitgeteilt, dass sie den Gips nur noch eine Woche tragen müsste und sie deshalb voll geheilt war. Sie zählte schon die Tage, denn wenn sie keine Arbeit hatte, schwelgte sie in Gedanken und die handelten meistens von Ethan oder den vergangenen Erlebnissen, die zum größten Teil keine schönen waren.

Oft fragte sie sich, wo nun Persephone, die in Sidney Calsh Körper war und Hades waren. Sie waren seit der Auseinandersetzung mit Tyler und den anderen abgetaucht und verschwunden. Es schien so, als würden sie sich vor ihnen verstecken wollen und darauf warten, die Krieger und Göttinnen in einem günstigen Zeitpunkt zu überraschen. Trevor stampfte mit energischen Schritten aus seinem Büro heraus. Er hielt eine leere Kaffeetasse in der rechten Hand und marschierte in die Küche. Wenn er sich erneut einen Kaffee holte, war es sein fünfter Kaffe innerhalb von fünf Stunden. Auf dem Rückweg hielt ihn Carmen auf, da sie merkte, dass er wie besessen an einem Fall arbeitete.

Kannst du denn mit so viel Koffein nachts schlafen?“, fragte sie ihn und erhob sich von ihrem Stuhl.
Naja, mit oder ohne Kaffee, ein guter Schlaf wäre ein Luxus für mich.

Carmen merkte, dass er total unter Strom stand. Seine angespannte Haltung, der feste Griff, wie er seine Tasse hielt und seine Sorgenfalten auf der Stirn verdeutlichten alles noch mehr. „Unser Chef hängt mir am Nacken, weil wir bis heute Sidney Calsh nicht gefunden haben. Die Medien werden schon ganz unruhig und setzen eine hirnrissige Theorie nach der anderen in die Welt.“ Trevor stoppte kurz und lief zu Carmen. Er beugte sich etwas zu ihr hin um ihr im Vertrauten etwas zu sagen.

Könntest du deine Freunde nicht um Hilfe bitten? Ich bin mit meinem Latein am Ende.

Sie presste ihre Lippen zusammen und schüttelte den Kopf. „
Sie wissen selbst nicht, wo sich Sidney aufhält.

Mit deutlicher Enttäuschung lehnte er sich wieder etwas zurück und nahm einen großen Schluck von seinem Kaffee. „Wenigstens gab es in den letzten Wochen keine Entführungen mehr und das liegt sicherlich daran, dass sie in Sidney den perfekten Körper gefunden haben.

Ein Polizist, der zufällig am Empfang vorbei lief, schaute die beiden mit irritierenden Blicken an. „Was ist? Hast du nichts zu tun?“, fragte Trevor empfindlich und sorgte dafür, dass der Kollege sein Tempo anzog und schnell auf dem WC verschwand. „Du solltest dich ausruhen und an etwas anderen Arbeiten“, schlug Carmen im vor. „Setz dich doch an den Fall von Carson Dearing. Jeff würde sich sicherlich freuen, wenn er Unterstützung bekäme.

Die FBI hat mir noch drei Tage geben, ehe sie eine landesweite Suchaktion starten. Unser Chef ist der Meinung, dass es den Ruf der NYPD schaden würde.
Nachdenklich fing die Polizistin an ihre Backen aufzuplustern, denn nun sah die Sache wieder ganz anders aus. Sie wusste was Sergeant Coulthard von der FBI hielt, da er sie bei jeder Gelegenheit schlecht machte. „
Eingebildete und Überheblich“, das war seine Meinung über die FBI.

Jeff Macintosh, ein afroamerikanischer NYPD Kollege, lief mit wedelnder Akte in seiner Hand zu den beiden. Seine Haare waren kurz – sehr kurz, so um die fünf bis sechs Millimeter. Jedoch passte die Frisur zu seinem länglichen Gesicht und da Trevor und Carmen ihn mit keiner anderen Frisur gekannt hatten, konnten sie ihn auch nur mit kurz rasierten Haaren vorstellen. Alles andere wäre wahrscheinlich zu gewöhnungsbedürftig.

Carson Dearing behauptet doch, dass er von einer Sternschnuppe getroffen wurde, nachdem er die Plymouth Church (eine Kirche in Brooklyn) am späten Abend aufgesucht hatte. Er ist der festen Überzeugung, dass Gott ihn für seine guten Absichten auserwählt hat.

Trevor lehnte sich an den Tresen zurück und hörte seinem Arbeitskollegen aufmerksam zu. Vielleicht sollte er Jeff doch bei seinem Fall helfen und Sindey Calsh der FBI überlassen. „Laut der Aussage von Pater Kingston, hat er eine Flasche mit Weihwasser aufgefüllt und ist danach wieder gegangen. Seiner Frau erzählte er, dass er dafür Auserwählt wurde, das Reich Gottes auf Erden zu erschaffen, um die bevorstehende Schlacht gegen das Ultimative Böse gegen zu halten. Er müsste Krieger und Götter auf die Erde zurückbringen, um die unzähligen Dämonen zu bekämpfen.

Mitten in der Nacht stand er auf und tunkte das Küchenmesser in Weihwasser um anschließend seine Arme aufzuritzen. Mit seinem eigenen Blut schrieb er unzählige lateinische Wörter auf den Wänden und wirkte dabei wie unter Hypnose. Als seine Frau durch den Lärm aufgewacht war, versuchte sie ihren Mann davon abzuhalten, weiter die Wand mit seinem Blut zu beschmieren. Doch anstatt aufzuhören, bespritzte er sie mit dem Weihwasser und ritzte ihr in die Hand. Mit ihrem Blut beschmierte er sich sein Gesicht und murmelte etwas, was sie nicht verstehen konnte.

Ist ja das reinste Psychozeug“, sagte Trevor und bekam ein zustimmendes Nicken von Jeff.

Noch in der selben Nacht wurden wir von Miss Dearing angerufen. Wir haben ihn in die Kingsboro Psychiatric Anstalt gebracht und gerade haben die mir ein Fax mit dem Bericht zukommen lassen. Und jetzt haltet euch fest, denn auch wenn die verrückten Behauptungen absurd klingen, konnte man durch die Röntgenbilder in seinen Körper merkwürdige kleine Stückchen erkennen, die sich in überall verteilt hatten. Wenn man Dearing glauben mag, könnte es wirklich kleine Meteorstückchen sein, wobei das total unlogisch wäre."

Carmen stellte sich vor, wie die Ärzte den Patienten wie ein Versuchskaninchen behandeln würden. Wie schrecklich musste es sein, wenn einem niemand glauben mag? Vielleicht war er ja gar nicht verrückt und erzählt die Wahrheit, denn durch die Moiren und Tyler wusste sie, dass die Dämonen was Großes planten. Während sie noch hin und her überlegte, klingelte ihr privates Handy. Auf dem Display war die Nummer von Ava sichtbar. „Hallo?

Hallo ich bin es Violet. Kommst du ins Kings County Krankenhaus, wenn du mit der Arbeit fertig bist? Ava liegt grad im Kreissaal!“Völlig erstaunt riss Carmen ihre Augen weit auf. Sie konnte es nicht glauben, dass es so weit war. Aufgeregt versicherte sie Violet, dass sie nach der Arbeit auf jeden Fall kommen würde. Dann legte sie auf und sah und lächelte vor sich hin. Wow, Ava bekam endlich ihr erstes Kind und sie konnte sich vorstellen, wie aufgeregt Ava war…

.: Kings County Hospital :.

Im Wartezimmer lief Dwight nervös hin und her und vor und zurück. Er machte nicht nur Violet ganz verrückt, sondern auch die ganzen anderen wartenden Personen. „Wer erlebt denn schon seine eigene Geburt? Hoffentlich gibt es keine Komplikationen!“ Violet zog ihn auf dem freien Stuhl und versuchte ihn zu beruhigen. „Jetzt bleib mal ruhig. Die anderen schauen dich schon total schräg an.“

Unerwartet schlug Tyler ihm auf die Schulter. „Hey, wenn du heute geboren wirst, heißt es ja, dass du heute Geburtstag hast.“ Klang logisch, weshalb Tyler seinem zukünftigen Sohn alles Gute wünschte. Violet hatte dies schon am frühen Morgen gemacht und hatte ihm einen kleinen schwarzen Lederband geschenkt, was er nun um sein Handgelenk trug. „Wie alt bist du eigentlich?

Dwight öffnete seinen Mund und wollte seinem Vater sagen, dass er 23 Jahre alt geworden war, doch die Worte blieben im Halse stecken, da er Hope mit dem handlichen Blumenstrauß ins Wartezimmer laufen sah. Der Strauß bestand aus weißen Gerberas, gelben Rosen und rosafarbenen Hyazinthen, die liebevoll zusammen gesteckt wurden und die Farben perfekt aufeinander abgestimmt waren. Die freundliche Ausstrahlung konnte man auch in Hopes Auftreten sehen und niemand hätte darauf kommen können, dass sie noch vor zwei Wochen in einem kritischen Wachkoma gelegen war und jeder um sie bangen musste.

Ja die junge Anwältin sah wieder fit aus und konnte wieder über beide Ohren strahlen. Besonders freute sie sich über die Geburt von Avas ersten Sohn, denn sie wusste noch von früher, wie sehr sich ihre beste Freundin ein Kind gewünscht hat.

Hallo zusammen“, begrüßte sie Tyler und die anderen freundlich. „Wieso bist du nicht im Kreissaal bei deiner Frau?“ Mit einem unschuldigen Blick, bewegte er seine Schultern auf und ab und wollte Hope aufklären, doch Violet kam ihm zuvor. „Tyler musste nach fünf Minuten wieder den Kreissaal verlassen, da ihm dort richtig unwohl wurde und er einen Schwindelanfall bekam.“ Hope lachte kurz auf und blickte dabei Dwight an. Dabei viel ihr auf, dass er ebenfalls nervös und unruhig wirkte. „Die Männer sind heute wohl noch aufgeregter als wir, nicht wahr?

Nun fing auch Violet an zu lachen und bekam unverständliche Blicke von Dwight und Tyler zugeworfen. „Mister Carrendoor?“, ertönte es auf einmal von der Tür aus, woraufhin Tyler aufblickte und eine kleine zierliche Frau mit blond gelockten Haaren sah. Es war die Hebamme, die während der Geburt des Babys dem Arzt beistand und Tyler nach nur fünf Minuten aus dem Kreissaal heraus begleitet hatte.

Tyler stand mit einem besorgten Blick auf und ging auf sie zu. „Die Presswehen haben begonnen, wollen sie es nicht noch einmal probieren? Ich bin mir sicher, dass sie diesen Moment nicht verpassen wollen, wenn ihr Kind auf die Welt kommt.“ Tyler zögerte einen momentlang, weil er nicht wusste, ob er nicht zu der Männersorte gehörte, die in Ohnmacht fallen, aber dennoch wollte er dabei sein, wenn das Baby seine ersten Laute von sich gab. Mit zusammen gepressten Lippen und einer angespannten Körperhaltung drehte er sich zu Violet, Dwight und Hope, die im gleichen Takt den Kopf bewegten und ihm signalisierten, dass er mit der Hebamme mitgehen sollte. Tyler holte tief Luft und meinte, dass er bereit wäre.

Als die Hebamme die Tür zum Kreissaal öffnete, konnte er schon seine Frau hören, die vor Schmerzen geschrien hatte. „Tyler beweg dein Hintern sofort hierher. Du bist schließlich auch dafür verantwortlich, dass ich in dieser Situation bin!“, brüllte sie, nachdem sie ihn gesehen hatte. Ihm war klar, dass sie ihn in einer normalen Situation niemals so angeschrien hätte, aber bei einer Geburt waren die Frauen ja emotional sehr angespannt und brüllten regelrecht ihren Schmerz aus dem Mund. Für diese Verhältnisse war sie dann doch sehr ausgeglichen…

.: In Dearings Loft-Apartment :.

Rebecca Dearing kam erschöpft von der Arbeit wieder zurück in die gemeinsame Wohnung mit Carson Dearing. Die gelernte Erzieherin hatte in der vorherigen Nacht die Polizei angerufen und dafür gesorgt, dass sie ihren Mann festnahm und abschleppte. Gewissensbisse hatte sie natürlich, aber was hätte sie sonst machen sollen? Ihr Mann jagte ihr richtig Angst ein und sie befürchtete schlimmeres, wenn sie nicht die Polizei gerufen hätte.

Im Schlafzimmer waren die Wände noch voller Blut verschmiert und für Ermittlungen abgeschirmt. In dieser Zeit sollte sie in einem Hotel übernachten, weshalb sie die Wohnung aufgesucht hatte um einige Unterlagen und Kleider mitzunehmen.

Si vis pacem, cole iustitiam“, las sie von der Wand ab und konnte mit dem Satz gar nichts Anfangen. Da ihre beste Freundin Apothekerin war, konnte sie ihr vielleicht weiterhelfen. Rebecca griff in ihrer beigefarbenen Handtasche nach ihrem Handy und wählte die Nummer von Amanda Sullivan. „Hallo Amanda, kannst du mir diesen lateinischen Satz übersetzen - Si vis pacem, cole iustitiam.

Ohne eine Gegenfrage zustellen, sie hätte ja fragen können, wozu die Freundin diesen Satz aufgegriffen hatte, übersetzte sie die lateinischen Wörter. „Wenn du Frieden haben möchtest, pflege die Gerechtigkeit!

Viribus unitis. vos bellator impubes, Elenie, Ilias, Makarios, Sappheire, Tychon”, fragte sie weiter.
Mit vereinten Kräften. Ihre kriegerischen Kinder… Der Rest sind Namen, aber Rebecca woher hast du die ganzen Wörter?

Daraufhin erzählte Rebecca ihrer Freundin was passiert war. Sie fügte noch hinzu, dass noch weitere merkwürdige Dinge an der Wand geschrieben wurde, ehe sie ein Rascheln in ihrem Kleiderschrank wahrnahm.
Was war das?“, fragte Amanda, weil sie das Geräusch im Hintergrund auch hören konnte. „Ich weiß es nicht.

Vorsichtig öffnete sie ihren Schrank und entdeckte etwas Schlingenartiges in ihrem Schrank. Verängstigt entfernte sie sich wieder von ihrem Schrank, denn das etwas war eine Schlange, die versucht hatte, aus dem Schrank zu kriechen. Die Schlange war vermutlich 1,60 groß, also fast so groß wie die 1,67m Erzieherin.

Ihre Schuppen waren glatt und glänzend, gelblich und grün wobei sie auch weiß umrandete Schuppen hatte. Sie wirkte bedrohlich, denn sie zischte und zeigte dabei immer ihre kleine gespaltene Zunge. Ihre runden Pupillen waren direkt auf Rebecca gerichtet, weshalb sie nur noch mehr Angst bekam.

Rebecca was ist denn los?“ Doch die Erzieherin antwortete nicht, weil sie zu beschäftigt war, vor der Schlange zu entkommen. Doch auf einmal hatte sie Rebecca eingeholt und schlängelte sich von ihrem Fuß an ihrem Körper bis zu ihrem Hals hinauf. Wie erstarrt stand sie da und ließ dabei ihr Handy aus der Hand fallen.

Ihr Herz pochte vor Angst und ihr Unterkiffer hatte unkontrolliert gezittert. Rebecca war sich ziemlich sicher, dass ihre letzte Stunde geschlagen hatte und sie von der Schlange erwürgt oder gebissen wurde. Bei einem Biss würde sich das Gift in Windeseile im Körper verteilen und somit ein Herzstillstand verursachen. Schweißperlen tropften langsam von der Stirn hinab über ihre Wangen, und fielen vom Kinn aus hinunter auf den dunkelbraunen Laminatboden…

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Carson Dearing stand in der Mitte des kleinen isolierten Raumes, der keine Fenster hatte. Nur die Tür hatte eine kleine quadratische Verglasung, wodurch die Ärzte in den Raum blicken konnten. Die junge Ärztin, die sich dazu erklärt hatte, den Patient zu therapieren, öffnete die Tür und sah Carson direkt in die Augen, die voller Zufriedenheit und innere Ruhe ausstrahlten.

Mister Dearing, ich bin Dr. McLean und werde sie sie in Zukunft betreuen.“ Er nickte einvernehmlich. Charlotte McLean hatte vor drei Jahren ihr Psychologie Studium beendet und fing im Kingsboro Psychiatric Center an zu arbeiten. Ihre Patienten empfanden sie meist als höflich und zuvorkommend - Gar nicht herablassend oder überheblich, sondern menschlich. Sie behandelte ihre Patienten wie normale Menschen und nicht wie jemanden, der geistige Probleme hatte.

Wie geht es Ihnen, Mister Dearing?“ Dr. McLean setzte sich auf den Holzstuhl und hielt das Klemmbrett in ihrer Hand. Mit einem silbernen Kugelschreiber wollte sie das Gespräch zwischen ihm und ihr festhalten.

Sie fragen wie es mir geht? Ich werde hier festgehalten und kann dadurch meine Bestimmung nicht folgen. Ich muss das Reich Gottes in Brooklyn aufbauen und bestimmte Personen aus dem Totenreich wiedererwecken.

Mit einem kurzen Stirnrunzeln notierte die Ärztin sein Gesprochenes auf. „Von wem kommen denn die Befehle?

Carson lenkte seine Augen kurz auf das Klemmbrett um kurz darauf wieder in die grüngrauen Augen schauen zu können. „Fragen Sie mich das, weil es Sie interessiert oder weil sie es wissen müssen?

Beides, aber wenn es Sie sich ohne meinen Notizblock wohler fühlen kann ich das auf die Seite machen.“ Dr. McLean wollte ihr Klemmbrett zur Seite legen, doch Carson meinte, dass es ihm egal wäre,wenn sie mit schreiben würde oder nicht. Es war nur wichtig, dass sie ihm genau zuhörte, weil es vielleicht ihr Leben retten könnte.

Gott hat mich nicht auserwählt, aber dafür eine Legende die in der Vergangenheit schon viele Dinge voraus gesehen hat. Er hat mich ausgesucht um in New York ein Netz voller Krieger und Götter aufzustellen, so dass die Dämonen sich nicht weiter als New York ausbreiten können.

Gibt es denn schon unter den Bürgern Krieger, die unter uns weilen?

Gewiss“, antwortete er. „Fünf Krieger wurden schon wiedergeboren und kämpfen seither gegen die Dämonen in New York. Es sind die Kinder von der Göttin der Gerechtigkeit Themis - Elenie, Ilias, Makarios, Sappheire, Tychon. Sie alle haben göttliches Blut, wobei ihr Vater menschlich war.“ Obwohl sie ihm nicht wirklich Glauben schenken wollte, war es für sie interessant, ihm zu zuhören, denn in den vergangen Jahren gab es noch keinen Patienten, der über Dämonen, Götter und Krieger gesprochen hatte. „Wie wollen Sie denn die übrigen Götter und Krieger wiedererwecken?

„I
ndem ich Menschenkörper opfere. Mir war schon im vornherein klar, dass ich in eine Anstalt gewiesen werde und hier werde ich dann auch die Götter zum Leben erwecken!

Fortsetzung: 15.2. Filius (Baby)