17.2. Unterschiedliche Blickwinkel
.: Jackson Lewis Kanzlei :.
Tyler
hatte den letzten Schluck seines Kaffees getrunken und das Vesper, welcher seine
Tochter für ihn gemacht hatte, verschlungen – Lecker war das Sandwich mit Käse,
Salami, Salatblatt und Tomatenscheiben. Richtig lecker und das zeigte er, indem
er noch einmal ein Gedanke über das Sandwich verlor und sich dabei den Bauch
rieb. Er schlug seine Hände hinter seinem Kopf und lehnte sich zurück.
Gleichzeitig wippte er mit der Stuhllehne nach hinten und wollte gerade seine
Füße auf den Bürotisch legen, als urplötzlich sein Handy anfing auf den Tisch zu
vibrieren und laute Töne von sich gab. Durch die Vibration bewegte sich das
Handy in Tylers Richtung, doch dieser hatte vor Schreck das Gleichgewicht
verloren und kippte dabei vom Stuhl hinunter. Vom Boden aufgerappelt, griff er
nach seinem Handy und nahm den Anruf - noch während er aufstand -, entgegen. „Tyler
Carrendoor.“ Er rieb sich die Schulter und fluchte
innerlich über seine eigene Schusseligkeit. „Hallo
Tyler. Ich bin’s Carmen. Trevor und ich sind gerade auf dem Weg vom Labor zurück
ins Präsidium und würden dir danach einen kurzen Besuch abstatten, wenn es bei
dir gerade möglich ist.“
Mit der freien Hand öffnete er seinen
Terminkalender, der von seinem I-Phone auf seinen Rechner übertragen wurde – für
heute waren keine Kliententermine eingetragen. „Ihr
könnt gerne kommen, aber worum geht es denn?“ „Sage
ich dir dann, wenn wir bei dir sind. Also bis später.“
Ein kurzer Piepton wies Tyler daraufhin, dass Carmen das Telefonat beendet
hatte. Mit aufgeplusterten Backen überlegte der Anwalt, was es denn zu
besprechen gab und legte sein Handy zurück auf den Tisch, neben den schwarzen
TFT-Monitor von dem Hersteller Samsung. Nach einer Minute gab er das Grübeln
auf, griff nach seiner leeren Kaffeetasse und erhob sich vom gemütlichen Stuhl
mit dem gepolsterten Sitz, um aus dem Bürozimmer zu schlendern und in der
Kanzleiküche einen frischgemahlenen Kaffee zu holen. Tyler lief an der Rezeption
vorbei und lächelte kurz die Sekretärin Torrie Niggles an, die gerade mit einer
aufgeregten Frau beschäftigt war, die euphorisch etwas schilderte. Er hatte
nicht zugehört, was die Frau von sich gab, weil er gedanklich schon in der Küche
war. Unterwegs sah er auch im Blickwinkel, dass Jason McGellegahr, der seit dem
ersten Tag nicht gerade gut auf Tyler zu sprechen war, aus seiner Mittagspause
zurückkam und in dieser freien Stunde immer noch nicht den Arbeitsstress
verarbeiten konnte. Man sah es ihm an, denn er hatte den flinken,
unter-Strom-stehenden Gang drauf.
In der Küche stellte Tyler seine Tasse unter die Kaffeemaschine und drückte auf
den kleinen runden Knopf, der dafür sorgte, das die Kaffeebohnen gemahlen wurde
– Herrlich und so duftend fein. Er liebte den Duft und so schloss er kurz seine
Augen und lies den Geschmack des Kaffees in seine Nase eindringen – Hmm.
Fast schon Routine-artig fügte er dem Kaffee zwei Würfel Zucker und ein bisschen
Milch hinzu und nahm die Tasse wieder zu sich. Jetzt nur noch Umrühren und der
erster Schluck zur Überprüfung, ob der Kaffee auch so gut schmeckte, wie er roch
– Hmm, lecker. Tyler wollte wieder in sein Büro laufen, wurde jedoch von einer
unerwarteten Vision aufgehalten.
.: Die Vision :.
Hekate
rannte einem jungen Mann hinterher, der gerade aus dem Zimmer gesaust kam. Sie
meinte, dass er stehen bleiben sollte, doch auf einmal tauchte hinter ihr ein
Unbekannter auf, schlug der Göttin einen harten Schlag auf den Nacken, wodurch
sie das Bewusstsein verlor und löste sich wieder in Luft auf. Tyler stand hinter
einer Wand und hatte viele offene Fragen. Er lief mit hochgezogener Augenbraue
in das Zimmer, die Tür wurde durch den jungen Mann weit aufgerissen, und
entdeckte auf den Fußboden die drei Schicksalsgöttinnen, die ebenfalls
bewusstlos auf den Boden lagen – So wie Hekate im Gang. Voller Sorge um die
Moiren, kniete er sich zu ihnen hin und fühlte jeweils den Puls ab – ein Glück,
sie waren nicht tot, doch merkwürdigerweise waren ihre Körper eiskalt und er
wusste nicht, wie das passieren konnte. Auf dem Boden lag eine kleine
zerbrochene Flasche, worin vermutlich ein Elixier für ein Zauberspruch oder
ähnliches war – Was hatten die Göttinnen mit dem Elixier vor und wer war der
Unbekannte? Noch während er sich diese Fragen stellte, lief er wieder aus dem
Zimmer um nach Hekate zu schauen. Hatte sie vielleicht auch so eine kalte
Körpertemperatur? Er legte seine Hand auf ihre Wange – sie war jedoch nicht
kalt, sondern normal.
Unerwartet hörte er schnelle Schritte auf den Stufen des Treppengeländers hinauf traben. Dies bewegte Tyler dazu, wieder hinter die Wand zu verschwinden um nicht entdeckt zu werden. Vorsichtig schielte er hinter der Wand hervor und erkannte Rachel, seine Cousine, die sich über Hekate gebeugt hatte und gerade dabei war, sie wieder wach zu rütteln. „Ich brauche Hilfe, hey!“, schrie sie mit lauter Stimme und hörte aus dem Zimmer ein Geräusch. Sie lief in das Zimmer und konnte aber jedoch niemand im Zimmer auffinden. Kritisch klapperte sie alle Ecken ab und fand jedoch nichts Auffälliges. „Merkwürdig, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ein leises Flüstern gehört habe.“ Nach einem Schulterzucken verließ sie das Zimmer wieder und kam gerade rechtzeitig, als die Frau aus ihrer Bewusstlosigkeit zu sich gekommen war. Die Frau fasste sich mit zusammengebissenen Zähnen an ihren Hals und klagte über den Schlag, welcher dafür gesorgt hatte, dass sie bewusstlos wurde. „Warten Sie, ich helfe Ihnen beim Aufstehen.“ Rachel reichte ihr die Hand und half Hekate beim Aufstehen. „Was ist denn passiert? Wollten Sie David Ashford besuchen?“ „Mehr oder weniger“, murmelte sie leise und blickte in den langgezogenen Gang, „Er ist mir leider entwischt.“ Da Rachel den letzten Satz von der getarnten Göttin nicht verstehen konnte, verzog sie fragend ihren Mund, aber Hekate wiederholte ihre Worte nicht. Stattdessen bedankte sie sich bei Rachel. „Kein Problem. Seine Zimmertür ist auf, vielleicht hat er kurz das Zimmer verlassen und kommt gleich wieder. Ich wollte auch gerade zu ihm, weil mein Freund ein Buch von ihm ausleihen möchte“, sagte Rachel und erklärte somit, wieso sie um diese späte Uhrzeit noch im Flur des Studentenwohnheims war. Die 20 Jährige Rachel Blair, Lehramt-Studentin im Fach Englisch und Geschichte, war mit dem Biologie-Studenten, Riley Donovan, zusammen und teilten sich gemeinsam ein größeres Zimmer.
„Naja, dann werde ich wieder zurück gehen. Das Buch rennt mir ja nicht weg“, meinte Rachel und lief zum Treppengeländer, gefolgt von Hekate, die nach dem Studenten suchen wollte. Auf den Weg zum Erdgeschoss hörten die beiden jedoch eine Männerstimme schreien. Beide zuckten vor Schreck zusammen, wobei Rachel viel besorgte aussah als Hekate, weil ihr die Stimme vertraut vorkam. Ihr Körper war völlig verkrampft und ihre Lippen zitterten ehe sie endlich das von sich geben konnte, was sie hysterisch rufen wollte. „Riley? Riley!“ Hastig rannte Rachel mit Hekate die Treppen hinunter. Beide hatten ein unwohles Gefühl und dies bestätigte sich, als die Tür des Zimmers von dem Paar weit offen stand und ihr Freund nicht mehr im Zimmer war. Er saß noch vor wenigen Minuten am Schreibtisch um eine Zusammenfassung für seine Projektarbeit auf seinem Computer zu erfassen, doch nun war er nicht mehr am Schreibtisch. Der Computer war noch angeschaltet und eine bearbeitete Word-Datei war noch auf dem Monitor zu sehen. Die Maus war verkehrt herum, so als hätte Riley sie mit seiner Hand weggeschlagen, seine Tasse Tee wurde über die Tastatur verschüttet, die über den Tischrand hinunter auf den Teppichboden tropfte und dunkle Stellen hinterließ.
Tyler blickte auf seine Uhr – Kurz nach Mitternacht, 17.Juni. Er eilte die Treppen hinunter um nachzuschauen, wieso Rachel völlig außer sich war und dem Tränen nahestand. Doch bevor er noch irgendetwas anderes machen konnte, stand er wieder in der Küche der Kanzlei…
****
Im 5-Minutentakt kontrollierte Hope ihr
Handy, ob nicht eine Kurzmitteilung eingegangen war und sie es vielleicht vor
lauter Hektik überhört hatte. Aber jedes Mal wurde sie aufs Neue enttäuscht.
Wieso schrieb Ian nicht? Empfand er das Date etwa als Fehler? War sie zu
langweilig oder einfach nur nicht die, für die er sie gehalten hatte? Sie wusste
es nicht und das machte sie fast wahnsinnig. Während der einstündigen
Verabredung war er immer stets höflich gewesen, aber nicht übertrieben höflich –
Es war nicht gespielt, zumindest kam es ihr nicht so vor und sie hatte gute
Menschenkenntnisse, da sie in ihrem Beruf mit vielen verschiedenen Leuten zu tun
hatte. Er war ein Sportfanatiker, denn er nutzte jede freie Minute sich
sportlich zu betätigen. Von Schwimmen bis Surfen, von Basketball bis Tennis, ja
er mochte ziemlich alles, was mit Sport und Fitness zutun hatte - Klar, an
seinem Körperbau konnte sie es sehen und sie war nicht nur optisch von ihm
angetan.
Er erzählte ihr, dass er nach der High School für ein Jahr beim Militär war und
danach Criminal Justice studierte - das kannte sie doch irgendwoher. Genau:
ihr verstorbener Ex-Freund Landon Armstrong war ebenfalls beim Militär. Nach
vier Jahren Studium erhielt Ian sein Bachelor Diplom. Um Gruppenleiter im
Fellowship Gefängnis zu werden müsste er jedoch warten, bis sein derzeitiger
Vorgesetzter in Rente ging. Bis es soweit ist, blieb er ein einfacher
Strafvollzugsbeamter. Dies wiederum unterschied ihn von Landon, ansonsten waren
sie in vielen Punkten gleich. Ein Unterschied lag noch im Alter, denn er war
zwei Jahre jünger als Hope, also 24, was sie jedoch nicht sonderlich störte.
Irgendwie hatte er es ihr ja schon angetan, sonst würde sie nicht ununterbrochen an ihn denken. War der Zeitpunkt denn gekommen um loszulassen? Sie hatte während ihres Wachkomas von Landon geträumt und dieser Traum war so real, dass sie geglaubt hatte, tatsächlich mit ihm geredet zu haben. Auch er meinte, dass sie glücklich sein sollte. Vielleicht war ja Ian Porter derjenige, der ihn Stück für Stück ersetzen sollte…
.: 5. Jahrhundert vor Christus :.
Klotho
wurde in den Wald geschickt um die Seele eines verstorbenen Mannes zu holen. Der
Mann hatte auf dem nach Hause weg einen Herzstillstand erlitten und starb mitten
im tiefsten Wald. 35 Jahre alt wurde Gregor, ein Goldschmied, der das Leben
nicht wirklich geschätzt hatte. Er hatte es nicht mit der Treue und ging seiner
Ehefrau – sie hatten noch vier gemeinsame Kinder – fremd. Jede junge Frau, auf
die er ein Auge geworfen hatte, konnte er mit seinem Schmuck um den Finger
winkeln. Doch nicht nur das Fremdgeben sprach gegen ein langes und glückliches
Leben. Er hatte die Menschen um ihr Geld betrogen. Schmuck, Uhren oder
goldveredelte Sammlerstücke wurden unter ihrem Wert eingekauft und um einiges
teurer weiterverkauft. Seine Opfer waren meist ältere Menschen, die ihr letztes
Hab und Gut verkaufen wollten, um über die Runden zu kommen, doch ihm war es
egal. Hauptsache ihm ging es gut. Als Gregor noch im Mutterleid heranwuchs,
hatten die Schicksalsgöttin schon geahnt, dass er ein Leben führen wurde, mit
dem sie nicht einverstanden waren und so gaben sie ihm 35 Jahre und 120 Tage zu
leben. Danach sollte er das zeitliche Segnen und von der Welt gehen. Nicht
immer, konnten die Moiren so entscheiden, denn manchmal mussten sie auch unfair
entscheiden, weil das Gleichgewicht zwischen Alt und Jung zu unterschiedlich
gewesen wären.
Die Seele stand neben dem leblosen Körper und konnte sich nicht erklären, wie er
hier stehen konnte und gleichzeitig am Boden liegen konnte. „Was geht hier vor
sich?“, fragte Gregor und betrachtete seine Hände, die in unregelmäßigen
Abständen angefangen hatte zu flackern. Als Klotho hinter ihm erschien – in
einem so grellen Licht, dass ihm die Augen blendeten, wusste er, dass er
gestorben war. Nun hatte er auch wieder den Schmerz in der linken Brust spüren
können, die dafür gesorgt hatte, dass er auf den Boden lag und gleichzeitig, wie
ein unbeteiligter daneben stehen konnte. „Bin ich tot?“ Klotho nickte zustimmend
und streckte ihre Arme nach seiner Hand auf. Doch dieser war völlig schockiert
darüber, dass er verstorben war und zog seine Hände an seinen Körper. „Habe
keine Angst. Ich bringe dich an einen Ort, der dir gefallen wird.“
Gregor dachte
gar nicht daran und schüttelte protestierend den Kopf. „Nein. Ich will nicht mit
dir gehen und außerdem ist es noch viel zu früh um zu sterben.“ Gregor wandte
sich von Klotho ab und rannte los. Er wollte vor ihr wegrennen und hoffte, so
schnell zu sein, dass sie ihm nicht hinterherkam. Er musste Quer durch den Wald
laufen um sie zu irritieren. Ohne einen Zwischenstopp einzulegen, rannte er um
sein Leben – im wahrsten Sinne des Wortes – und steuerte direkt auf einen Abhang
zu. Er bremste noch rechtzeitig ab, doch für Klotho, die den Abhang zu spät
gesehen hatte, war es unmöglich vorher anzuhalten. Sie stürzte und rollte den
Hang hinunter; immer wieder landete sie auf harter Erde oder spitzigen Ästen.
Sie sah, wie sie auf einen gewaltigen Baum zurollte und versuchte sich irgendwo
festzuklammern um nicht frontal gegen den Baumstamm zu knallen – doch es gab
nichts, woran sie sich festhalten konnte. Sie sah schon das braune immer näher
kommen, der Geruch der Rinde war schon zu riechen – würde sie jetzt durch den
Zusammenprall ihr Bewusstsein verlieren? – Ein Meter vor dem Zusammenstoß packte
sie jemand an der Taille und zog sie von dem Baum weg. Durch den Schwung landete
sie auf den Körper des Helfenden und blickte mit großen Augen in das Gesicht des
Mannes. „Das war verdammt knapp“, sagte er und genoss es, eine so hübsche Dame
auf ihn liegen zu haben. Diese errötete leicht und krabbelte von ihm herunter.
„Vielen Dank.“
Klotho blickte an sich hinunter und ärgerte sich, dass ihr weißes Kleid durch
den Sturz total verdreckt und braun geworden war. „Ich bin Moiris und wie heißt
die Frau, die ich gerade gerettet habe?“ Der Mann richtete sich auf und reichte
Klotho die Hand und half ihr beim Aufstehen. „Mein Name ist Klotho.“ Ein schöner
Name, dachte er und warf ihr ein herzliches Lächeln zu…
.: Jack Lewis Kanzlei :.
Schweißperlen hatten sich auf Tylers
Stirn gebildet, die Tasse hielt er mit zittrigen Händen und sein Gesicht war
völlig bleich geworden. Er musste sich wieder fangen und schüttelte seinen
Körper kräftig durch. Während er das tat, erfasste er mit seinen Augen Mister
Bosworth - sein Chef. Er kam ihn entgegen und fragte, ob er denn einen Geist
gesehen hatte, weil er so blass um die Nasespitze war. Tyler schüttelte den Kopf
und meinte, dass er wohl zu wenig geschlafen hätte, seit sein kleiner Sohn auf
der Welt war. Lachend äußerte sich sein Chef zu diesem Thema: "Ich
habe ja zwei Kinder und ich weiß noch wie ansträngend es für mich war, meine
Frau ganz zu schweigen. Die ersten vier bis fünf Monate waren hart, danach
gewöhnt man sich jedoch an die neue Situation.“ „Danke
für die Information. Ich bin nämlich schon fix und alle wegen den schlaflosen
Nächten.“ Mister Bosworth klopfte ihn grinsend auf
die Schulter und war der Meinung, dass Tyler das überstehen würde. Schließlich
hätte er in seinem Beruf mit schwierigen Situationen zu kämpfen. „Da
haben Sie recht, aber momentan ist es ziemlich ruhig oder meine ich das nur?“,
fragte Tyler. „Die Kriminalrate sinkt langsam, aber
freuen Sie sich nicht zu früh, die Aufträge kommen.“
Er wollte wirklich nicht die Unterhaltung zwischen ihm und seinem Chef
unterbrechen, doch seine Vision nagte an ihm und er wollte unbedingt den Moiren
von seiner Vision erzählen. Da seine Vision in der Zukunft lag, hätte er somit
genügend Zeit, um die Moiren zu warnen. Mister Bosworth fiel auf, dass Tyler
gedanklich völlig irgendwo anders war und beendete von seiner Seite aus das
Gespräch: „Wie dem auch sei, überanstrengen Sie
sich nicht und machen eins nach dem anderen.“ Mit
einem Nicken lief der frischgebackene Vater weiter in den Foyer und danach
direkt in sein Büro.
Er setzte die Tasse neben seiner Tastatur ab und wählte die Handynummer von
Atropos – Hoffentlich war sie erreichbar. „Amy
Sawyer“, ertönte es aus seinem Hörer. „Euch
wird Morgennacht im Brooklyner Campus etwas zustoßen und…“
Tyler hatte nicht einmal zu Ende sprechen können, als Atropos schon vor ihm
stand und das Handy zuklappte „Und ich weiß nicht
was genau passiert ist..“, beendete Tyler
unfreiwilliges das Telefonat und sah Atropos mit einem fassungslosen Blick an. „Von
einem normalen Telefongespräch oder Anklopfen habt ihr Götter wohl noch nicht
gehört, oder?“ Atropos verdrehte kurz ihre Augen
und äußerte sich zu Tylers Bemerkung nur so viel, dass es ziemlich dringend
klang und sie deshalb die Teleportation genutzt hatte. „Sagt
euch der Name David Ashford etwas?“
Bei
diesen Namen zuckte Atropos Augenbrauen. In der Tat, der Name war ihr nicht
fremd, denn Hekate hatte eine heiße Spur die zu ihm geführt hatte. „Wir
spionieren ihn gerade aus, denn wir haben Blutflecken auf seinem T-Shirt
entdeckt, die zu Moiris gehört. Wir vermuten, dass er ihn zu einem Werwolf
verwandelt hat und David dadurch bei Vollmond mutiert.“
„In meiner Vision habe ich außerdem einen Mann
gesehen, der Hekate bewusstlos geschlagen hat.“
„Vielleicht war es ja Moiris.“,
vermutete Atropos in der Hoffnung, dass Tyler ihr weiterhelfen konnte. Doch
leider schüttelte er den Kopf. „Nein, es ging alles
so schnell. Aber ich kann euch aber was anderes vorschlagen. Ich würde meine
Cousine wegen David Ashford informieren. Wenn sie und ihr Freund eingeweiht
sind, können wir ja mit ihrer Hilfe den möglichen Werwolf in Schacht halten.“
Atropos nahm Tylers Angebot dankend an. „Okay, dann
werde ich sie gleich morgen nach der Arbeit besuchen gehen. Doch bevor du wieder
zu Sherlock Holmes wirst, möchte ich dir und deinen Schwestern den Rat geben,
morgen nicht im Brooklyner College herumzuschwirren. Ihr wart nämlich alle drei
bewusstlos und Hekate versuchte David noch nachzulaufen, wurde jedoch von dem
Unbekannten attackiert. Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn ihr nach Moiris
sucht und ich David Ashford davon abhalte, Menschen zu töten. Ach und bevor ich
es vergesse, ihr hattet ein Elexier dabei, dass merkwürdig gerochen hat.“
Atropos runzelte nachdenklich die Stirn. „War das
vielleicht der Zauberspruch für Moiris?“ Leise vor
sich hinmurmelt, verabschiedete sich Atropos von Tyler und beamte sich wieder
fort.
Wieder alleine im Büro holte Tyler kurz Luft und beäugte die Tasse Kaffee, die sicherlich nach dem Gespräch nicht mehr warm war – kalter Kaffee schmeckte nicht wirklich, da der ganze Aroma verflogen war. Dennoch war der kalte Kaffee keine Seltenheit bei dem Anwalt, denn er hatte schon des Öfteren längere Gespräche gehabt und erst danach seinem Kaffee schlürfen können. Er hatte nur einen Schluck nehmen können, als es wieder an der Tür klopfte. Die Sekretärin informierte Tyler, dass die zwei Polizisten anwesend waren - Der Kaffee musste wohl noch länger auf ihn warten.
Tyler begrüßte Carmen und Trevor vor
seinem Büro und bat sie hineinzutreten. Trevor, der als letzter in Tylers Büro
kam, schloss hinter sich die Tür zu und nahm auf den freien Platz neben Carmen
Platz. Sie saßen Tyler gegenüber, der am anderen Ende des Bürotisches saß und
die beiden erwartungsvoll anschaute. „Wollt ihr
etwas zu trinken?“ Beide lehnten dankend ab. Das
bleiche Gesicht fiel Carmen sofort auf und sie fragte ihn weshalb er denn so
blass war. Danach berichtete er kurz von seiner Vision und fügte noch hinzu,
dass er jedoch nicht wirklich viel mit der Vision anfangen konnte. Die Moiren
vermuteten lediglich, dass der Student im Campus von Moiris verwandelt wurde.
Die Polizisten nahmen dies zur Kenntnis und teilten ihm danach mit, wieso sie
Tyler aufgesucht haben. „Die NYPD ist gerade am
Fall der Morgans dran. Seid also vorsichtig mit der Suche nach Moiris, denn es
könnte
sein,
dass wir uns in die Quere kommen, falls die Wege wieder zurück zu den Morgans
führen.“
„Wir wissen immer noch nicht in welchem Körper
Moiris steckt und vielleicht habt ihr ja da mehr Erfolg, vorausgesetzt, er ist
in der Datenbank hinterlegt“, sagte Tyler.
„In
letzter Zeit mussten wir die Fälle alle unter ungeklärte Fälle abheften, was
natürlich nicht zufriedenstellend für die NYPD ist. Ich hab sogar im Fall von
Caroline Warren Terrence darum bitten müssen, den Fall abzulegen. Wer hätte
wissen können, dass der vermeintliche Selbstmord ein Attentat von Lilith war",
jammerte Trevor frustriert, „Ach, ich vermisse die
normalen Fälle.“ Trevor wollte wirklich wieder
normale Fälle bekommen, worin es nicht um übernatürliche Wesen ging und er
menschliche Täter einbuchten konnte, und seufzte vor sich hin, wobei sein Blick
von Tylers Augen auf den Tisch gleidete – Ziellos und etwas ernüchternd.
„Falls die Götter recht behalten wird es immer
wieder Opfer geben, die von den Dämonen getötet werden und kurz vor der Schlacht
wird es sogar vermehrt der Fall sein.“ Tyler legte
nach seiner Aussage die Hände auf den Tisch und beugte sich zu ihnen vor. „Und
unter uns gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob unser kleines Geheimnis auf Dauer
geheim bleibt. Hope merkt auch langsam, dass etwas merkwürdiges vor sich geht
und sie hätte mich weiterhin dazu ausgequetscht, wenn sie nicht zu beschäftigt
mit ihrem neuen Verehrer wäre. Also. Wenn eine falsche Person von den Dämonen
Bescheid weiß, wird es sich wie ein Lauffeuer verbreiten und dann können wir uns
auf eine Massenhysterie einstellen. Ich frage mich nur, wie die Moiren und die
Götter dies dann wieder in Ordnung bringen wollen.“
Carmen und Trevor versanken in den Gedanken, welche Auswirkungen es haben könnte
und bekamen dabei eine unheimliche Gänsehaut. „Wir
müssen einfach hoffen, dass es nie soweit kommt“,
meinte Carmen schließlich und stand auf, da Trevor und sie wieder ins Präsidium
mussten.
.: In Hope Walthams Apartment :.
Hope
kam mit gemischten Gefühlen nach Hause. Sie hatte die Schlüssel lieblos in die
kleine Schale gelegt, wo ihre anderen Schlüssel aufbewahrt wurden und
schlenderte lustlos und auch ein wenig frustriert in das Wohnzimmer. Wie ein
Kartoffelsack ließ sie sich auf das Sofa fallen und ihre Beine in der Luft
taumeln. Wieso musste sie ununterbrochen an Ian denken? Eigentlich sollte sie
das gar nicht, weil er in ihren Augen schon unten durch war – schließlich hatte
er sich nicht gemeldet -, aber wie die Gefühle nun einmal waren, machten sie was
sie wollen. Während sie sich in der Couch ärgerte, hörte sie vor der Wohnungstür
ein Rascheln – Merkwürdig, war etwa jemand vor der Haustür? Sie schlich aus dem
Wohnzimmer in den Flur um durch den Spion zu schauen. Es war Ian, der gebeugt
vor ihrer Haustür stand und irgendetwas davor stellen wollte. Ihr Herz pochte,
weil sie unbedingt wissen wollte, wieso er ihre Wohnung aufgesucht hatte und
nicht wie ein normaler Mensch geklingelt hatte. Wollte er etwa unentdeckt
bleiben?
Vor Aufregung, knallte sie jedoch mit ihrer Stirn gegen die Wohnungstür und
erschrak somit Ian, der zügig wieder aufrecht stand und sich von der Tür
entfernte. Sollte sie ihn aufhalten und ihn konfrontieren oder abwarten bis er
weg war und dann nachschauen, was er vor der Tür hingelegt hatte? ‚Überleg Hope,
was soll ich machen‘, grübelte sie in Gedanken und bewegte nervös ihre Augen hin
und her. Nein – Sie entschied sich für letzteres.
Nachdem Ian im Treppenhaus verschwand,
öffnete sie vorsichtig die Tür und starrte auf den Boden. „Ach
du liebe Zeit“, freute sich Hope, als sie den
kleinen Blumenstrauß mit den bunten Tulpen gesehen hatte, die mit einer kleinen
Karte versehen war. Aufgeregt und mit einem mega Grinsen im Gesicht nahm sie die
Blumen entgegen und öffnete die Karte. „Morgenabend,
20 Uhr – Abendessen im Scarpetta?“ Hope hüpfte
überglücklich - wie ein kleines Schulmädchen - durch die ganze Wohnung; gab
Freudentöne von sich: Juhu, Ach wie süß und wie goldig ist er denn; und
tanzte einen Freudentanz. Ach wie lange hatte sie dieses Gefühl nicht mehr
gehabt?
In ihrer Freude blieb sie jedoch abrupt stehen. „Was
soll ich denn bloß anziehen?“, stellte sie mit
weitaufgerissenen Augen fest. Schnell packte sie ihre Schlüssel und wollte
sofort in die Einkaufspassage fahren, um ein passendes Outfit zu holen. Während
sie auf den Aufzug wartete und auch später auf der Fahrt, überlegte sie, was zu
einem Abendessen passen könnte. Sie brauchte Rat von ihrer besten Freundin Ava.
Ava war genau die richtige, schließlich hatte sie mit Ian auch recht gehabt.
.: Bei den Carrendoors :.

Dwight hatte auf den Rat seines Vater
gehört und einen Aushilfsjob in einer naheliegenden Tankstelle angefangen. Nach
sieben Stunden Arbeit hatte er die unterschiedlichsten Menschen, die von voll
bescheuert bis hin zu überfreundlich, von betrunken bis völlig übermüdet waren,
besser kennengelernt als ihm lieb war. Sichtlich erschöpft, kombiniert mit einem
leeren Magen öffnete Dwight die Wohnungstür und rief in den Flur hinein, dass er
wieder zu Hause war. Er hing seine Jacke auf die Garderobe, legte den Schlüssel
auf die Kommode und danach lief er den Flur hinunter, die zur Küche führte – Es
duftete nach Gekochtem und er freute sich schon innerlich, endlich seinen Hunger
stillen zu können. ‚Was es wohl heute zu essen gibt?‘, fragte er im
Stillen und hörte gleichzeitig sein Knurren im Magen. In der Küche war seine
Mutter, die er mit einem liebevollen Wangenkuss begrüßte. Ava saß am Küchentisch
und hatte das Telefon am Ohr, weil sie gerade mit Hope telefonierte.
Schätzungsweise würden die beiden über Hopes neue Bekanntschaft, Ian Porter
sprechen, wie so oft in letzter Zeit – ‚Frauen‘, dachte er mit einem
schiefen Lächeln. Er könnte niemals stundenlang am Telefon hängen, denn dann
fände er es doch viel einfacher, persönlich mit jemanden zu sprechen.
„Und, wie war die Arbeit?“,
erkundigte Ava sich nachdem sie aufgelegt hatte. Doch Dwight war schon am Herd
und öffnete nacheinander die Topfdeckel um zu kontrollieren, was es denn zum
Essen gab. „Du musst im Ofen nachschauen, da
versteckt sich dein Lieblingsessen.“ - Sein
Lieblingsessen? „Ich habe heute einmal zur
Abwechslung für das leibliche Wohl sorgen wollen und so habe ich für uns alle
einen Nudelauflauf gebacken.“ Dwight jubelte wie
ein Hund, der auf sein Knochen wartete und lief freudig zum Ofen. „Wow,
der sieht ja gigantisch aus. In der Zukunft hast du meiner Meinung nach die
tollsten Nudelaufläufe gemacht die ich je gegessen habe“,
schmeichelte Dwight seiner Mutter und sah sie dabei mit glänzenden Augen an.
Sicherlich würde dieser Nudelauflauf genauso schmecken. „Wo
ist eigentlich Violet?“ „Sie
ist beim Kleinen, weil ich in der Küche bin.“
Die beiden hörten die Wohnungstür zufallen und vermuteten, dass Tyler von der
Arbeit zurückgekommen war. Ava stand auf und streckte ihren Kopf aus der Küche.
Sie hatten recht, wer denn sonst hatte noch einen Wohnungsschlüssel. Tyler zog
sich die Schuhe aus und legte seine Jacke ab. Ava lief ihn auf halber Strecke
entgegen und gab ihn einen liebevollen Kuss zur Begrüßung. Doch anscheinend war
der Kuss für Tyler zu kurz, weshalb er sie erneut zu sich zog und ihr einen
längeren und intensiveren Kuss gab. „Oh da hat wohl
jemand Sehnsucht nach mir gehabt“, scherzte Ava
kichernd. Als Antwort gab es von Tyler einen leichten Klaps auf ihren Po. Dwight
war ebenfalls aus der Küche gelaufen und hatte den Teller mit Nudelauflauf in
der Hand. Als er die Turteleien seiner Eltern mitansehen musste, konnte er seine
Bemerkung nicht unterbinden: „Dad. Mum. Könnt ihr
das bitte lassen und hinter verschlossenen Türen machen?“
„Ich würde es ja gern, aber deine Mum...“,
Tyler knurrte lautstark, „… deine Mutter ist
einfach zum Anbeißen heiß.“ Unverständlich
schüttelte Dwight den Kopf und bewegte sich wieder zurück in der Küche um nicht
noch mehr von seinen Eltern mitzubekommen. Daraufhin sahen sich Ava und Tyler an
und amüsierten sich über Dwights Reaktion. „Wo ist
denn die Miniaturausgabe von Dwight? Du hast ihn gar nicht im Arm?“
Sie bewegte ihren Kopf in die Richtung des Schlafzimmers und meinte, dass Violet
auf den Kleinen aufpasste. Tyler löste sich von seiner Frau und öffnete leise
die Tür des Schlafzimmers um nach ihm zu schauen – vielleicht schlief das Baby
ja, und er wollte es nicht wecken.
Im Zimmer lag das Baby im Arm von Violet, die genau wie Klein-Dwight ihre Augen geschlossen hatte und leise vor sich hin schlief. Ein schönes Bild, wie Ava fand. Sie lehnte sich an die Schulter ihres Mannes, der sie daraufhin in den Arm nahm und ihr einen Kuss auf die Stirn gab. „Glaubst du, dass es eine große Umstellung sein wird, wenn unsere Kinder aus der Zukunft wieder in ihre Welt gehen?“ - Keine Antwort. Stattdessen drehte sie ihren Kopf zu Violet und wurde nachdenklich. Ihr Mann hatte sie zum Nachdenken angeregt. Sie hatte sich mittlerweile so an Dwight und Violet gewöhnt, dass sie völlig vergessen hatte, dass sie eigentlich nur Zeitweise hier waren und wenn alles vorbei war, sie wieder zurück in die Zukunft reisen würden um dort ihr eigenes Leben fortzuführen.
.: 5. Jahrhundert vor Christus :.
Moiris und Klotho wussten, dass ihre Zuneigung nicht gern gesehen wurde. Doch wo die Liebe nun mal hinfiel konnte nicht mal ein Dämon Steuern. Und so war es, dass Klotho nach der Rettungsaktion immer zu an Moiris denken musste und sich nach ihm sehnte. Ihm erging es nicht anders, obwohl er schon von Anfang an wusste, wer Klotho war. Beide waren eigentlich wie Wasser und Feuer; wie Nord und Südpol. Zwei Gegensätze, die eigentlich absolut nicht zueinander gehörten. Sie trafen sich heimlich, ohne dass die Götter oder die Dämonen davon bescheid wussten – nicht mal diejenigen, die täglich mit den beiden Kontakt hatten. So erfanden sie immer wieder aufs Neue eine andere Lüge, bis ihnen auf einmal nichts mehr einfiel. Inzwischen war ein Jahr vergangen, Moiris hatte durch die heimliche Beziehung zu Klotho immer weniger Menschen getötet, und so fassten die beiden sich ans Herz und wollten ihre Liebe offen gestehen.
Dass Unruhe auf beiden Seiten herrschen würde, war ihnen bewusst. Und so war es, dass zuerst die Dämonen sich aus ihren Schlupflöchern krochen und protestierten. Sie stellten Klotho vor die Wahl: Sie sollte entweder zu den Bösen wechseln, oder die Liebe ihres Lebens vergessen. Niemals wollte sie die Seiten wechseln, und das wusste auch Moiris, der daraufhin einen entscheidenden Schluss zog. „Ich will für meine zukünftige Braut meinen Stamm verraten, weil ich sie nicht verlieren möchte.“ Klotho, die wusste, dass er einen Ehrencodex der Dämonen brach und damit für alle Zeit verdammt wurde, in der Hölle zu schmoren, wenn er sterben sollte, rechnete es ihm hoch an.
Nun musste sie nur noch die Götter von dem bekehrten Dämon berichten – Ihre Hochzeit verkünden. Auch hier waren die Gemüter nicht sonderlich erfreut. Sie warfen der Schicksalsgöttin vor, sie hintergangen zu haben und sich mit einem der bösartigsten Kreaturen auf der Erde verbündet zu haben. Ihre Schwestern Hekate, Lachesis und Atropos waren nicht darüber erfreut, doch sie wussten, dass Klotho mit ihm glücklich war – das konnten sie deutlich spüren. Themis, die Mutter der Göttinnen erhob das letzte Wort. Sie sollte entscheiden, ob sie die Liebe des ungleichen Paares eine Chance bekam sich zu beweisen. „Ein Jahr. Besteht ihr das Jahr ohne auffällig zu werden, sollt ihr für alle Zeit glücklich sein. Als Zeichen, dass du, Moiris, bereit dafür bist, musst du den Werwolf in dir zähmen.“
Fortsetzung: 17.3. Aufgetaucht