8.2. Dämonenträume
Was bisher geschah: Kreischend schossen aus deren Mündern dunkle Rauchwolken, die in der Luft entflammten und zu Staub fielen. Danach zerstörte er den Dämonkreis, so dass die Göttinnen problemlos hinaussteigen konnten. Doch bevor die sich bei dem unbekannten bedanken konnten, verschwand er wieder im nichts. Irritiert starrte Atropos ihre Schwestern an, „Wisst ihr wer das gerade war?“ Klotho zuckte unwissend mit der Schulter, während Lachesis mit hochgezogener Augenbraue auf die Stelle starrte, wo gerade noch der junge Mann stand. „Ich denke wir werden früh genug erfahren, wer dieser Unbekannte mit den außergewöhnlich starken Fähigkeiten ist…“
Ava
öffnete erschrocken ihre Augen und erblickte den besessenen Arzt, Dr. Edwards.
Immer noch am Stuhl gefesselt, überlegte die Krankenschwester, ob das, was sie
gerade durchmachen musste, nicht schon einmal passierte. Irgendetwas sagte ihr,
dass sie das ganze schon einmal mitmachen musste. Ein Deja Vu? Falls ihre
Vermutungen sich bewahrheitet, würde demnächst eine große Explosion kommen, die
eine schreckliche Katastrophe verursachte.
Der Dämon merkte Avas Abwesenheit und rüttelte an ihr. (Gleiche Szene wie in 7.4.) Er wollte Ava eine Gehirnwäsche verpassen, da er in ihr eine potenzielle Frau sah und zusammen mit dem Kind des Kriegers, wären die zwei Unschlagbar. In einem unachtsamen Moment, verpasste sie ihm einen Tritt... "Hehe... Du willst nicht hören, na gut, wie du willst. Beschwere dich im Nachhinein aber nicht..." Tyler kämpfte gerade noch mit der unsichtbaren Barriere, als der Dämon Alk zu ihm gelaufen kam und ihn grob an den Kragen packte und ihn vor seine zukünftige Frau zerrte. Diese zappelte vor Angst und verstand das ganze nicht. War sie etwa in einem falschen Film? Oder träumte sie wieder schlecht, wie damals mit Sookey (Episode 5). Doch es war die Realität. Dr. Edwards griff in seinen Kittel und holte ein Skalpell und legte es an Tylers Armgelenk an. "Sehe zu, wie ich deinen Zukünftigen Mann langsam verbluten lasse..."
Der Anwalt schaute ratlos zu Ava und danach an ihr durch. Ein kleines Mädchen mit vielen Verbrennungen im Gesicht hielt in ihrer Hand ein dickes Buch aufgeschlagen und las daraus… Tyler fokussierte seine ganze Wut auf den Dämonen und es gelang ihn tatsächlich, seine neue Kraft gegen Alk einzusetzen. Dieser wurde mit voller Wucht gegen die Wand geschleudert und lag für einige Minuten bewusstlos am Boden. Ava die das alles nicht glauben konnte, wurde von ihrem zukünftigen Ehemann entfesselt. „Was zur Hölle ist denn los? Tyler sag mir bitte nicht, dass das alles gerade wirklich passiert…“ „Wir haben keine Zeit… Ich erklär dir alles später“, beruhigte er sie und blickte noch einmal auf die Stelle, wo gerade noch das kleine Mädchen war. Doch niemand war dort mehr zusehen.
Hastig zerrte Tyler seine Freundin aus der Wohnung und lief die Stufen im Treppenhaus hinunter. Als sie aus dem Gebäude draußen waren, rannten sie in die Menschenmenge. Orientierungslos blickte Ava von links nach rechts. „Wo sollen wir hin?“, fragte sie. Tyler blickte kurz zu ihr und gab ihr seinen Autoschlüssel, „Fahre so schnell wie es geht fort von hier. Am besten ist es, wenn du zu Ethan gehst. Es wichtig, dass du niemanden außer Ethan von den Kreaturen erzählst. Er wird dir helfen und kann dich vor weiteren Angriffen beschützen.“
Mit zusammengezogener Augenbraue starrte sie ihren Freund an und fragte ihn, wieso er denn nicht mit ihr käme, doch dieser wollte noch einmal zurück in die Wohnung, um den Dämon aufzuhalten. Er drängte Ava zu gehen und zeigte auf sein Auto, welches auf der anderen Straßenseite parkte.
Als sich die Wege trennten, stieg sie in das Auto ein und fuhr Richtung Polizeirevier. Immer wieder musste sie einsehen, dass die Dämonen wirklich existierten. Plötzlich rannte ein kleines Mädchen in einem roten Kleid ohne auf den Verkehr zu achten auf die Straße und prallte fast gegen Avas Wagen. Mit quietschenden Reifen bremste Ava stark und stieg aus dem Auto. „Hey Kleine, ist dir was passiert?“ Mit weit aufgerissen Augen starrte das kleine Mädchen Ava an und schüttelte den Kopf. „Sei das nächste mal etwas vorsichtiger.“
„Ich wollte zu meiner Großmutter, die wohnt gerade dort.“ Irgendwie hatte Ava das Bedürfnis, das kleine Kind zu begleiten und so meinte sie, dass sie schnell rechts ran fahren würde um sie sicher zu ihrer Großmutter zu bringen.
Da das Mädchen nichts dagegen hatte, gingen beide kurz darauf in das Gebäude, wo unzählige Apartments waren. Als sie in den Aufzug stiegen, fragte Ava nach dem Namen, des kleinen Mädchens. Diese hieß Reese und war 11 Jahre alt. Ihre Mutter hatte ein Apfelkuchen für ihre Großmutter gebacken, da sie heute Geburtstag hatte. Die Mutter würde am Abend kommen, da sie noch arbeiten musste. Reese liebte ihre Großmutter, so dass es kein Problem war, schon stunden vorher bei ihr zu sein.
Im 13. Stockwerk angekommen, stand schon hinten rechts, eine Wohnungstür offen. „Wir müssen jetzt da rein“, äußerte sich das kleine Mädchen und lief voraus. Mit einem lächeln folgte Ava ihr und stellte sich vor, wie es denn wäre, eine eigene Tochter zu haben. Sie fasste sich an den Bauch und freute sich insgeheim, dass sie Schwanger war. „Kommst du?“, fragte Reese nachdem Ava in Gedankenversunken auf der Stelle stehen blieb.
Ava lief zur Tür und wurde von der Großmutter empfangen. Diese bedankte sich noch einmal bei ihr, dass sie ihre Enkelin gebracht hatte und fragte die Krankenschwester, ob sie nicht auf ein Stück Kuchen bleiben wollte. Doch Ava lehnte anfangs ab, da sie ja zu Ethan musste, aber die Großmutter akzeptierte das nicht und bestand darauf.
Ok, eine halbe Stunde konnte Ava ja bleiben, dachte sie und trat in die Wohnung. Sie folgte der älteren Dame in das Wohnzimmer, worin sie auf dem Sofa, neben Reese Platz nehmen sollte. Danach verschwand die Großmutter kurz in der Küche. Reese drehte sich zu Ava und schaute sie an. „Du bist hübsch, ich hoffe, dass ich auch mal so schön werde wie du!“ Leicht errötet, bedankte sich Ava bei ihr und schaute sich das Wohnzimmer genauer an. Alles harmonierte. Die dunkelbraunen Möbel, die vielen Bilder und die verschiedenen Bilder waren einfach schön anzusehen. „Das auf dem Bild ist mein Ehemann, der leider letztes Jahr von uns gegangen ist“, erläuterte die Großmutter, nachdem sie wieder von der Küche zurück war und bemerkte, wie Ava das Bild von ihr mit einem älteren Mann anstarrte.
„Oh, das tut mir leid.“ Kopfschüttelnd sagte die Großmutter, dass sie ein wunderschönes Leben hatte und das auch mal der Tag kommen würde, wo sie sich von ihren Liebsten verabschieden müsste. Reese stand daraufhin auf und drückte ihre Großmutter herzlich. Unerwartet klingelte es an der Haustür, die Großmutter löste sich von Reese und lief verwundert zur Tür. Ein freudiges Lachen ertönte von der Großmutter. Als Ava sich zur Tür drehte erblickte sie zu ihrem Schreck Dr. Edwards. Voller Freude sprang Reese auf und umarmte den besessen Dämon. „Daddy, du bist ja doch früher von der Arbeit gekommen.“, freute sich Resse und gab dem Mann einen Kuss. Die Großmutter lächelte Ava an und wollte ihr ihren Sohn vorstellen, doch diese wurde panisch und stand auf. „Äh.. Oh Gott... Ich muss sofort gehen“ Noch bevor Ava was sagen konnte, hielt Reese sie auf und fragte, weshalb sie auf einmal gehen wollte.
Dr.
Edwards zuckte mit der Schulter und grinste sie nur Finster an. Ohne eine
Vorwarnung, schlug die Großmutter auf den Vater ein. Kreischend fragte Reese,
wieso sie das getan hatte. „Das war nicht dein
Vater, glaub mir…“ In der nächsten Sekunde,
verwandelte sich Dr. Edwards in einen haarigen Wolf, der reglos am Boden lag.
Reese verstand nichts mehr und wurde panisch. „Ich will sofort gehen“, sagte sie
und lief aus dem Wohnzimmer. Ava tat das selbe. Doch bevor sie die Türaufmachen
konnte, rief die Großmutter Ava hinterher: „Das Mädchen ist nicht meine kleine
Enkelin?“ Fragend blickte sie zurück und sah wie Großmutter hysterischer wurde.
Als Ava zum kleinen Mädchen blickte sah sie die dunklen Augen von Reese. Bevor
sie etwas sagen konnte, packte sie die Krankenschwester und rief: „Es
war einmal eine junge hübsche Frau, die das Rotkäppchen zu ihrer Großmutter
begleitete und herausfand, dass nicht der Wolf die Großmutter aufgefressen
hatte, sondern Rotkäppchen selbst…“ Ava wurde
es mit einem Male schwarz vor Augen. Sie merkte, wie sie langsam das Bewusstsein
verlor. Nur die schreie der leidenden Großmutter waren zu hören, bis alles
verstummte, und Ava zu Boden fiel…
Long Island College Hospital
Ethan und Carmen warteten zusammen mit den Eltern im Wartezimmer des 4.
Stockwerkes. Ungeduldig rutschte Ethan auf dem Stuhl hin und her und bewegte
seinen rechten Bein auf und ab. Carmen dagegen lehnte sich an die Wand und
starrte ohne ein genaues Ziel zu haben aus dem Fenster. Das Licht von dem
Operationssaal erlosch und das bedeutete, dass die Ärzte mit Tylers Operation
fertig waren. Kurz darauf ertönte ein Alarm, woraufhin mehrere Angestellte und
Ärzte in Avas Zimmer eilten. Carmen stand auf rannte ebenfalls dort hin. Vor dem
Krankenzimmer musste sie mit ansehen, wie die Ärzte Avas Bluse aufrissen und mit
einem Defibrillator versuchten, den Pulse wiederherzustellen. Verzweifelt
klammerte sich Carmen an der Tür und wurde von Ethan, der mittlerweile zu ihr
kam umarmt. „Ava sei stark“,
flüsterte er und drückte Carmen fester, welche am ganzen Körper zitterte.
„Noch mal.. Stellen sie das Gerät auf 3, 60… Bitte alle auf die Seite gehen..“ Das lange Piepsen hörte auf und die kurzen Töne, signalisierten alle Anwesenden, dass Avas Herz wieder normal schlug. Erleichtert drehte sich Carmen zu Ethan und umarmte ihn. Dieser blickte nachdenklich zu Ava und war heil froh, dass sie so stark war und überlebte.
Doch nun musste er zu Tyler, der hoffentlich ansprechbar war. Doch der Arzt hielt in vor Tylers Zimmer auf, „Er liegt noch in der Narkose und wir hoffen alle inständig, dass er bald wieder aufwacht, aber das liegt nun an ihm. Es ist mir ein Rätsel, wie die seine Freundin und er den schlimmen Sturz überlebt haben…“ Ethan wollte nichts mehr hören, da er einfach nur zu seinem besten Freund wollte. „Kann ich zu ihm?“ Der Arzt blickte in seine Augen und meinte, dass die Eltern gerade im Zimmer sind und er ebenfalls hinein kann. Dankend verabschiedete sich Ethan und ging in das Zimmer. Die Mutter hielt weinend Tylers Hand und wurde vom Vater getröstet. Der Anblick, wie Tyler einfach nur da lag war unerträglich. Das konnte der Anwalt ihm doch nicht an tun. Irgendwie hielt er das doch nicht aus und musste wieder vor die Tür. Draußen lehnte er sich mit dem Kopf an die Wand und schloss kurz die Augen. Er unterdrückte sich die Tränen, die hinaus wollten. Jemand legte seine Hand auf Ethans Schulter, wodurch er wieder die Augen öffnete. Zu seiner Überraschung war es der merkwürdige junge Mann, der immer eine mysteriöse Botschaft hatte.
„Was willst du?“, fragte Ethan. „Tyler und Ava retten…“ Misstrauisch stieß er Dwights an von seiner Schulter. Er wollte das nicht glauben. Wieso sollte er gerade den beiden helfen wollen. War es nicht sein Wunsch, dass Ethan sich von Tyler fern halten sollte? „Sag mir wer du bist und was du für Absichten hast.“ Dwight blickte zögernd zur Seite und nahm tief Luft. „Komm mit mir in das Treppenhaus. Da stehen wir nicht so unter Beobachtung!“ Mürrisch lief Ethan den fremden Mann hinterher. Als sie draußen waren, starrte der Polizist ihn erwartungsvoll an.
„Mein
Name ist Dwight Carrendoor und ich komme aus der Zukunft. Ich bin in die
Vergangenheit gereist um diese zu verändern. Zu meiner Verwunderung ist er in
der Vergangenheit nicht der, wie er in der Zukunft ist. Er wirkt oftmals Hilflos
und ratlos. Deshalb musste ich Ava überreden sich von ihm zu trennen, so dass er
seiner Bestimmung nachgehen konnte und trotzdem war seine Entwicklung mäßig.
Wäre er stärker, hätte er die Explosion aufhalten können und müsste nun nicht um
sein Leben bangen. Außerdem wäre SIE vielleicht nie in die Hände der Dämonen
gelangt…“
Fragend sah Ethan Dwight an und fragte ihn, wen er mit „sie“ meinte und ob er wirklich der Sohn von den beiden war. Nach dieser Frage zeigte er ihm eine Kette, die Tyler von seiner Mutter geschenkt bekommen hatte und bewies dadurch, dass er keine Lügen erzählte. Doch auf die Frage, wen er mit „sie“ meinte, antworte er nicht. Stattdessen lenkte er ab: „Egal wir müssen meine Eltern retten. Clairily, ein wütender Geist treibt sich in den Köpfen von Ava und Tyler herum. Sie nimmt die beiden als agierende Personen für ihre Dämonenmärchen. Je länger sie in den Träumen sind, umso schwieriger ist es, Traum und Realität zu entscheiden. Doch wenn sie im Traum sterben, sterben sie auch in Wirklichkeit und das müssen wir verhindern.“
Nun schlugen Ethans Alarmglocken. Wieso war er nicht selbst draufgekommen, dass die Dämonen ihre Finger wieder im Spiel hatten. Als der Polizist ihn fragte, wie sie den Geist aufhalten konnten, meinte Dwight, dass Ethan in die Träume von Tyler und Carmen eindringen müsste, um ihnen klar zumachen, dass sie von einem Geist gelenkt werden. Wenn Dwight in Tylers Traum eindringen würde, würde er ihm nicht glauben, da Dwight nie ehrlich zu ihm war. Das alles klang etwas verrückt, aber mittlerweile war Ethan ja schon einiges von seinem besten Freund gewohnt.
Nachdem das geklärt war liefen sie wieder rein und gingen in Tylers Zimmer. Tylers Eltern sahen etwas verdutzt aus, als sie den Fremden neben Ethan erblickten. Carmen, die kurz darauf ebenfalls im Zimmer auftauchte, schaute genauso fragend. „Wer sind sie?“, fragte Carmen und wandte sich zu Dwight, der gerade nicht wusste, was er sagen sollte. „Dwight ist ein alter Freund von mir…“ Irgendwie wollte das niemand der Anwesenden wirklich glauben, doch sie beließen es auf dieser Aussage. Dwight wurde nervös, da er mit Ethan nicht in Tylers Traum eindringen konnte, solange die Eltern und Carmen im Zimmer waren. Sie würden doch glatt auffliegen, und das schlimme war, dass ihnen die Zeit davon rannte…
In Tylers Traum
Tyler öffnete seine Augen und stand immer noch vor der unsichtbaren Barriere,
die ihn hinderten in das Zimmer zu gelangen. Der Dämon war immer noch dabei Ava
zu beeinflussen. Erschrocken ging er einige Schritte zurück. Er war sich
ziemlich sicher, dass er das ganze schon mal erlebt hatte…