9 | The Ultimate Se7en

9.1. Blutiges Problem

Es wird unsere Kräfte für eine längere Zeit beeinträchtigen und wir könnten dadurch leichte Beuten für die Dämonen werden, sollten wir das wirklich machen?“ Sorgenfalten zogen sich über Atropos Stirn, die etwas Angst davor hatte, dass in die Tat umzusetzen, was ihre Schwester Lachesis vor hatte. „Ich würde eine andere Lösung auch bevorzugen, aber siehst du hier irgendeine andere Möglichkeit?“ Atropos wandte sich von Lachesis ab und sah die Verwüstung, die im ganzen „Downstate Medical Center (Universität für Medizin) war. Mitten in den ganzen Trümmern lag Mitch River (Staffel 4), stark blutend und reglos. Seine Augen waren weit aufgerissen, so als hätte er vor seinem Tod etwas dermaßen Schreckliches gesehen, dass ihn erstarren ließ.

Plötzlich hörten sie ein Rascheln und kurz darauf rannten Tyler und Ethan in den Raum und atmeten schwer. „Sie ist uns entkommen… Leider.“ Bedrückt blickte er zum Medizinstudenten und ärgerte sich, dass er ihn nicht retten konnte. Als mehrere Schritte und Stimmen zu hören waren, drehten sie sich alle zur Tür. „Sie sind alle weg. Kein einziger ist übrig geblieben.“ Erst jetzt sah die blonde junge Frau mit schulterlangen Haaren und einem engelsgleichen Gesicht, den Verunglückten. Die anderen zwei Personen, die hinter ihr standen, rissen daraufhin entsetzt die Augen auf und konnten kaum glauben, was in ihrer Abwesenheit geschehen war. Schluchzend fiel die Blonde Frau in die Arme des rechten Mannes, der einen langen grauen Mantel trug und kurze dunkelblonde Haare hatte. „Mason das glaub ich nicht, wie konnte das nur passieren?“ Fassungslos drückte er sie näher zu sich und legte seine Wange auf ihren Kopf. „Ich weiß es leider nicht Ellen, ich weiß es nicht…

Vier Tage zuvor

Lachesis wimmerte, dass irgendetwas vor sich geht. So ruhig wie in den letzten Wochen war es seit langem nicht mehr. Die Dämonen hatten keinen Urlaub, sie kannten keine Pause. Bei ihnen musste alles sofort passieren, egal in welcher Hinsicht. Täuschte sich die Göttin darin? Nein, sicherlich nicht. Vielleicht zogen sie sich alle zurück, weil in naher Zukunft etwas Mächtiges, Großes erscheinen würde, aber wer?

Jetzt gönn dir mal eine Pause Lynda.“ Der frische Kaffeeduft aus der kleinen weißen Tasse duftete verführerisch und wurde direkt vor Lachesis’ (Lyndas) Nase herabgesetzt. „Der ist für dich, du Workaholic.“ Lachesis klappte das dicke Buch zusammen und schlürfte etwas vom Kaffee, der genau auf ihren Geschmack abgestimmt war – 5 Würfel Zucker und sehr viel Milch. Kaffee gab es in der Götterwelt nicht wirklich, weshalb die Göttinnen erst auf der Welt auf den Geschmack gekommen sind. Obwohl Lachesis Kaffee für manche wohl ein Tick zu süß wäre.

Ich habe mit Mason Kontakt aufgenommen und er meinte, dass in Staten Island ebenfalls seit Wochen keine Dämonen mehr aufgetaucht sind. Seine letzte Begegnung mit einem übernatürlichen Wesen war ein Vampir, der mitten im Kampf das weite gesucht hatte. Erklären konnte er das nicht, aber er schaut, dass er hinter das Geheimnis kommt.“ Zufrieden nickte Lachesis und war froh, dass der wiedergeborene Krieger in Staten Island sich seit dem letzten Besuch beachtlich weiterentwickeln konnte. Abenteuerlustig und immer zielstrebig war der Polizist.

Wieder schlürfte die Göttin vom Kaffe und verschluckte sich, als ein lauter Krach in Atropos Zimmer ertönte. Verwundert schritt Klotho zügig zur Tür und riss die Tür weit auf? „Oh, Hallo…. Ich bin wieder da.“ Dass sah die Schwester und entdeckte außerdem eine weitere Person neben Atropos, die ebenfalls wie die Göttin unsanft auf den Teppichboden knallte. „Das war wohl Rettung in letzter Sekunde“, sprach die blonde junge Frau und rieb sich währenddessen an ihrem Gesäß, da sie dort durch den Sturz Schmerzen hatte.

Ellen hätte ich gewusst, dass du kommst, hätte ich uns was Feines gekocht und vielleicht etwas aufgeräumt, nicht wahr Amy.“ Mit hochgezogener Augenbraue sah Klotho ihre Schwester böse an und danach das Chaos, welches im Zimmer herrschte. Überall lagen Klamotten über den Stühlen, auf dem Bett und am Fensterbrett. „Ja ja, ist ja gut. Ich hatte eine stressige Woche, komm wir gehen ins Wohnzimmer zu Lachesis!“ Daraufhin verließ Ellen, eine weitere Kriegerin aus Bronx, Atropos Zimmer und folgte Klotho schmunzelnd, weil sie es witzig fand, wie die Göttinnen als normale Menschen lebten...

In Tylers und Avas Wohnung

Ava ging Tyler tagelang aus dem Weg, als sie erfuhr, dass der Vorfall im Brooklyn Heights und der darauf folgende Krankenhaus Aufenthalt zusammen mit den mehr als Angst einflössenden Träumen der Wahrheit entsprechen. Alles was sie als Ammenmärchen oder Gruselgeschichten hielt existierte auf irgendeiner Art tatsächlich. Kreaturen, Dämonen oder Geister. Gestalten die nichts in der Menschenwelt verloren hatten sollten wirklich irgendwo hinter den Gebüschen auf die unschuldigen Menschen lauern? Sollte sie das wirklich glauben? Mehrere Indizien gab es ja, da sie schon des Öfteren unbeschreibliche, schreckliche Träume hatte, in denen Dämonen auftauchten.

Nicht mal die Offenbarung, dass Tyler ein wiedergeborener Krieger war, der gegen solche Kreaturen kämpfen sollte, beruhigte sie. Nein, es schreckte die Krankenschwester sogar noch viel mehr ab. Ihr Freund mit dem sie seit fünf Jahr zusammen war, der Anwalt, ihr zukünftiger Mann, war seit geraumer Zeit ein Dämonenjäger? Sie zweifelte nicht an der Glaubwürdigkeit ihres Freundes, da sie genau wusste, dass er sie in diesem Punkt nie anlügen würde, aber sie fragte sich, ob sie Tyler auch wirklich kannte. „Wieso hast du mich in die ganze Sache mitreingezogen? Glaubst du, dass ich nun Glücklich bin über die ganze Sache bescheid zu wissen?“ Das waren die Worte, die Ava ihrem Freund vorwarf und im Nachhinein jedoch auch bereute, da sie ziemlich hart zu ihm war.

Da Tyler seit dem Gespräch die Nächte immer auf der Couch verbrachte, sich kaum traute ihr in die Augen zu schauen, wenn sie mal zufällig zur selben Zeit am gleichen Ort waren, sprang Ava über ihren eigenen Schatten und überwand ihre Angst. Sie wusste ja, dass er mit seinem Geständnis nur Gutes erreichen wollte, da er keine Geheimnisse vor ihr haben wollte. „Morgen ist unsere Verlobungsfeier, da sollten wir uns nicht stillschweigend ansehen.“ Tyler schaltete den Fernseher ab und wandte sich seiner Freundin zu, die hinter dem Sofa stand und ihm am Kopf graulte. Ava wusste gar nicht, was für eine Erleichterung das für ihn war, dass sie das Schweigen gebrochen hatte und schloss für einen Moment die Augen. „Erzähle mir aber nicht von deinen Dämonentrips, weil ich gar nicht wissen möchte, was es für Kreaturen gibt. Wirst du mich vor möglichen Angriffen beschützen? Ich meine du bist ja anscheinend die Zielscheibe der Dämonen und…“ Bevor Ava weiter sprechen konnte, packte er seine Freundin und zog sie auf die Couch. „Das mache ich schon die ganze Zeit... dich beschützen.“ Ein breites Grinsen zog sich über Tylers ganzes Gesicht. „Weißt du was ich schon seit Tagen vermisse?“ „Mich?!“ Auf die Frage hin strich er ihr zärtlich über die Wange und führte seine Finger langsam von der Schulter hinunter zu ihren Arm bishin zu ihren Fingerspitzen. „Oh du!!! Ich glaub bei dir tickt es! Und ich habe gedacht, dass du mich vermissen würdest und nicht meinen Körper… Außerdem weiß ich gar nicht ob das so klappt…“ Mit einem leichten ironischen Unterton packte Ava seine Hand um diese daran zu hindern, nicht unter ihr Oberteil zu gelangen. „… ich hab mehr oder weniger auch ein Geheimnis. Tyler… Schatz… ich bin…

Genau in diesem Moment klingelte es stürmisch an der Wohnungstür. Ein unpassender Moment, wie Ava fand. Genauso sah es auch Tyler, weil er genervt seine Augen verdrehte. Ava stand auf und rannte zur Tür. „Tyler wir haben ein Problem… Äh, hallo Ava.“ Ethan biss sich auf die Lippen als er merkte, dass Ava die Tür aufmachte und er zu voreilig sein Anliegen hinaus posaunte. “Ein Problem?...

****

Der schwarze Schatten, der für seine Gebieterin potenzielle Dämonen wieder zurück aus der Hölle holte, hörte ihr zu was sie zu sagen hatte. „Außer Alk waren alle Dämonen die bis jetzt in Aktion gedrehten sind enttäuschend. Dieser hatte seine Sache halbwegs richtig gemacht und wir haben das was wir haben wollten. Jedoch bin ich erzürnt über die Quasselstrippen. Dank den Harpyien wissen nun die Moiren über unseren Plan bescheid. Wir müssen schnell handeln und die Dämonen, die in den Menschen schlummern vor den Moiren finden. Schon recht bald werden die ultimativen Sieben nach und nach erwachen und wir müssen daher unsere Vorbereitungen beschleunigen. Habt ihr herausgefunden, in welchem Menschen sie gefangen ist? Und wie sollen wir die Störenfriede ablenken, so dass sie uns nicht in die Quere kommen?

Ich wüsste da jemand und werde mit ihm einen Pakt schließen, so dass er aus der Hölle befreit wird. Mit seiner Hilfe werden wir sicherlich etwas Zeit gewinnen.“ Durch einen Fenster verschwand der Schattendämon wieder und wollte sein Vorhaben in die Tat umsetzen. Kurz darauf ging wieder das Licht an und eine männliche Stimme drang in ihr Zimmer. „Liebling, ich geh jetzt.“ „Ja ist gut, ich wird jetzt dann schlafen gehen, da ich ziemlich müde bin…“

In Carmens Wohnung

Carmen lag in ihrem Bett und las das Buch, „P.s. Ich liebe dich“, da sie neulich mit Ethan ein Dvdabend gemacht hatte, und sie der Überzeugung war, dass das Buch sicherlich viel besser war, als die Verfilmung. Außerdem fand sie es ziemlich goldig von ihrem Arbeitskollegen, dass er sich diesen Film mit ihr angeschaut hatte, obwohl sie ihm sein vorgespieltes Interesse am Film deutlich sehen konnte. Sie war schon fast am Ende von der Seite angelangt, als Carmen auf einmal für Sekundenbruchteile ein Bild in ihrem Kopf hatte, die sie mit gewaltigen Flügeln über den Dächern von Brooklyn zeigte. Kopfschüttelnd blinzelte sie einige Male und konzentrierte sich wieder auf das Buch…

Bei den Moiren

Nachdem Klotho der jungen blonden Frau die Tasse Tee hinstellte, strahlte sie die wiedergeborene Kriegerin an. Ellen Jenkins, eine Gerichtsmedizinerin aus Bronx. Die Göttin erinnerte sie sich zurück, wie ängstlich und verschüchtert sie die ganze kriegerische Bestimmung nahm, doch mit der Zeit immer in ihre Aufgabe hinein wuchs. In ihr steckte so viel potenzial. „Wie kommst du mit deinen Fähigkeiten zurecht?“ Daraufhin setzte sie die Tasse wieder ab und fing an zu erzählen. „Hättest du mich das noch vor einem halben Jahr gefragt, wäre meine Antwort sicherlich Katastrophal gewesen. Aber mittlerweile kann ich es sehr gut steuern und meine nächtlichen Ausflüge als Dämonenjägerin fallen mir daher nicht mehr so schwer.“ Noch während die beiden sich unterhielten, klingelte es an der Wohnungstür. Klotho ging aus dem Zimmer und ein verwundertes „Du hier?!“ ertönte, bevor sie daraufhin mit einem jungen Mann wieder im Zimmer auftauchte. „... So lässt es sich also als Göttinnen im 21. Jahrhundert leben – wie bescheiden.“ Dann erblickte er die Fremde und winkte ihr zu. „Oh... Hi. Ich bin Mason Kelso.

Diese schenkte ihm ein Lächeln zurück und flüsterte ein leises Hallo. Lachesis bat den zweiten Krieger sich auf dem Sofa bequem zu machen, während sie kurz in der Küche verschwand, um frisch gepressten Orangensaft zu bringen. Atropos blickte zu Mason, den sie ebenfalls lange nicht mehr gesehen hatte. Ihr fiel auf, dass er seit dem letzten Mal kürzere Haare hatte und deutlich fitter aussah, als beim letzten Mal. „Bist du eine Freundin von den drei Sawyers?“ Kopfschüttelnd meinte Atropos daraufhin, dass die junge Dame genau wie er ein wiedergeborener Krieger war. „Ich wusste gar nicht, dass Frauen ebenfalls in diesem unehrenamtlichen Nebenjob tätig sind. Woher kommst du dich denn?“ Ellen drehte sich leicht zur Seite und schlug ihr rechtes Bein über das Linke. Ihre helle und warmherzige Stimme klang so zerbrechlich doch auf einer unbeschreiblichen Art sehr Selbstbewusst. „Ich bin Ellen Jenkins und komme aus Queens. Tagsüber arbeite ich als Gerichtsmedizinerin und stelle die Todesursache der verunglückten Menschen fest.“ Bei der Erwähnung ihres Berufs fing der 25-jährige dunkelblonde an unglaubwürdig sein Gesicht zu verziehen. Der Beruf passte ja überhaupt nicht zu dieser zierlichen Person, die gerade neben ihm saß und mit ihren strahlenden Augen den Abend versüßte. Die Unterhaltung zwischen den beiden Kriegern wurde unterbrochen, da sie auf einmal aus eines der Zimmer ein eingeschlagenes Fenster hörten…

In Tylers und Avas Wohnung

Aufgeregt lief Ethan ins Wohnzimmer zu Tyler. Stockend berichtete Ethan, was er gerade erfahren hatte, da er nicht genau wusste, ob Ava das hören wollte. „Schon gut, ich geh dann mal ins Bett. Pass auf dich auf.“ Mit einem Kuss verabschiedete sich Tylers Freundin ins Schlafzimmer. „Sie hat es akzeptiert und redet wieder mit dir?“ Der Anwalt zog seine rechte Augenbraue hoch. „Teils Teils. Der Schock sitzt wahrscheinlich noch sehr tief.. Weswegen bist du denn gekommen?“ Auf seine Frage hin, zückte er aus seiner Jackentasche ein Bild hervor worauf eine Person zu erkennen war, die mehrere Blutreserven in ihre Tasche steckte. „Ein Blutdieb. Vielleicht ein pathologischer Nachwuchsarzt?“ Ethan schüttelte den Kopf und zeigte auf ihr Gesicht, welches nur bei genauer Betrachtung zu erkennen war. Mit zusammengekniffenen Augen schaute er sich das Bild noch einmal an. „Hm, ok, kein Pathologe. Der sieht ziemlich dämonisch aus… wo wurde das Foto geschossen?“ „Im Kings Country Krankenhaus. Tyler, die ganzen Blutreserven wurden entwendet. Die Menschen, die das Blut brauchen können dadurch nicht gerettet werden! Und für was brauchen die Dämonen Menschenblut?“ Nachdenklich runzelte er die Stirn und fasste sich an den Kinn. "Ganz klar, ein dämonischer Nachwuchsarzt in der Pathologie." Genervt verdrehte er Ethan seine Augen, bevor der Anwalt seine eigentliche Theorie herausrückte. "Es war ein Scherz. Ich denke mal, dass es Vampire sind, aber für gewöhnlich trinken sie das direkt vom Menschen, da das Blut noch schön frisch und warm ist. Wir sollten uns bei den Moiren Rat holen." Mit dieser Erkenntnis löste sich Tyler vom Sofa und verließ zusammen mit Ethan die Wohnung...

Bei den Moiren

Ellen löste sich von der Couch und weitete ihren Augen weit auf. Ihre Pupille wurde mit einem Male weiß wodurch sie in die Räume hindurch blicken konnte. Noch bevor Mason das Zimmer aufspüren konnte, wo es gerade gescheppert hatte, hatte Ellen das Zimmer bereits geortet. „Ein merkwürdiger Schatten geistert in Atropos Zimmer um her. Er hat kein Gesicht oder so, nein er ist durch und durch schwarz…“ Langsam veränderte sich Ellens Augen wieder in ihrer normalen Farbe. „Der Schatten ist auf einmal verschwunden. Wo ist er hin?“ Wieder ein klirren, diesmal gefolgt mit einem Schrei von Lachesis. Es kam aus der Küche. Besorgt eilte Atropos zu ihrer Schwester und sah, wie die zerbrochene Glaskanne mit dem Orangensaft sich auf dem Boden verteilte.

„Was ist passiert?“ Der Schreck saß noch tief, aber Lachesis konnte ihr das nicht erklären, was passiert war. „Ich hörte die zerbrochenen Fensterscheiben. Als ich naschauen wollte, , überwältigte mich ein schwarzer Schatten und hauchte mich an. Danach verschwand dieser so urplötzlich wieder.“ Während die beiden sich unterhielten, tauchten auch die anderen Anwesenden in der Küche auf. Aufgeregt sah Klotho ihre Schwester an. „Kann mir jemand erklären, was gerade hier passiert?“ Lachesis griff nach einem Lappen und zuckte unwissend mit der Schulter. „Ich weiß es nicht, aber ich denke, dass unsere Tarnung aufgeflogen ist...

9.2. Achtung, Blutsauger